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Artistische Einlage von Yasin Ozan: Sein Fallrückzieher ging zwar daneben, doch wenig später schoss er zur 1:0-Halbzeitführung für den FC Nöttingen ein. Am Ende siegte der FCN im BFV-Pokalhalbfinale mit 2:1. © Eibner
So war’s 2012: Die Nöttinger Spieler bejubeln nach dem Sieg beim VfR Mannheim den Einzug ins BFV-Pokal-Halbfinale; von links: Thorben Schmidt, Metin Telle, der den entscheidenden Elfer verwandelte, und Giuseppe Ricciardi. Nix
29.04.2014

BFV-Pokalfinale im Dauerabo: FC Nöttingen besiegt VfR Mannheim

Der FC Nöttingen hat im BFV-Pokal-Halbfinale den VfR Mannheim mit 2:1 geschlagen. Der Oberligist schafft so den fünften Einzug ins Pokalfinale in Folge. Die Nöttinger Tore schossen Yasin Ozan und Timo Brenner (Elfmeter). Aber auch der VfR hatte seine Chancen.

Bildergalerie: Wieder im BFV-Pokalfinale: FC Nöttingen besiegt VfR Mannheim

Das hart umkämpfte Halbfinale im BFV-Pokal war beste Werbung für das Pokalfinale am 20. Mai. Dann trifft der FC Nöttingen auf den FC Astoria Walldorf. Und das wird ein Kräftemessen auf Augenhöhe und mit Anlauf. So kann der FCN seine Pokaltaktik vorab schon einmal testen, denn an diesem Samstag, 15.30 Uhr, müssen die Nöttinger beim FC Astoria Walldorf zum Spitzenspiel der Oberliga antreten.

Und da wird es bestimmt hart zur Sache gehen, denn der Tabellenführer aus Nöttingen hat 59 Punkte auf dem Konto, der Tabellendritte 57 Punkte. Siegen die Walldorfer gibt es einen Wechsel an der Tabellenspitze.

Dieses Spiel könnte also schon eine Art Endspiel werden. Das Aufeinandertreffen am 20. Mai ist es auf jeden Fall. Und hier kann der FCN seine Pokalerfahrung voll ausspielen. Fünf Mal in Serie im Finale, zweimal danach im DFB-Pokal vertreten - die Nöttinger wissen, was auf sie zukommt.


 

Beim BFV-Pokal könnte man es sich auch einfacher machen. Alle Teams spielen und der FC Nöttingen wird fürs Finale gesetzt. Die letzten fünf Pokaljahre jedenfalls stand der FCN ohne Ausnahme im Finale. Gewonnen hat er aber erstmals vor zwei Jahren gegen die SpVgg Neckarelz - und das brachte die erste Teilnahme am DFB-Pokal. Im Vorjahr scheiterte der FCN nach grandiosem Kampf am Karlsruher SC und durfte trotzdem im DFB-Pokal mitspielen. Schaffen das die Nöttinger auch zum dritten Mal in Folge?


Schlusspfiff und die Nöttinger jubeln. Sie haben das 2:1 bis zum Schluss gegen tapfer anrennende Mannheimer verteidigt. Der VfR hatte seine Chancen, drückte auch mächtig in der zweiten Halbzeit, aber es blieb nur bei einem Tor durch Göksel Durmus.


 

ABPFIFF


 

Riesenchance für Nöttingen: Der FCN-Toptorschütze Michael Schürg wird gestört und der Ball geht übers Tor. Fast hätte er seinem Trainer gezeigt, dass es nicht nötig gewesen wäre, ihn so lange auf der Bank schmoren zu lassen.

Zwei Minuten Nachspielzeit sind angezeigt.


 

Der neue Mannheimer führt sich gleich gut ein: Flanke von rechts, Kopfball Hans Kyei, doch der Ball geht in der 87. Minute am Tor vorbei. FCN-Coach Michael Witter wechselt noch einmal. Mario Hohn kommt für Simon Frank.


 

Letzter Wechsel beim VfR Mannheim: Lukas Cambeis kommt für Göksel Durmus, der den FCN vor so viele Rätsel gestellt und ein Tor geschossen hat. Der Wirbelwind ist müde.

450 Zuschauer sollen nun im Rhein-Neckar-Stadion sein. Beim VfR wollte man lieber am Mittwoch spielen - da hätte es keine TV-Konkurrenz durch das Champions-League-Spiel Bayern München - Real Madrid gegeben. Aber ob der CL-Kick so spannend wird wie dieser Pokalfight?


 

Wechsel beim VfR Mannheim: Alan Dos Santos Camilo muss wieder anscheinend verletzt wieder vom Platz. Für ihn kommt Hans Kyei. Dem VfR Mannheim rennt die Zeit davon. Vielleicht noch fünf Minuten bleiben dem VfR übrig.


 

Drei Wechsel beim FC Nöttingen: Torschütze Yasin Ozan, Sebastian Hofmann und Tobias Müller gehen raus. Dafür kommen Michael Schürg, Mario Bilger und Reinhard Schenker rein.

Unterdessen reklamieren die Mannheimer wieder einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Foul an Oliver Malchow. Ob man dem Schiri nach Spielende die Schuld an einer möglichen Niederlage geben wird? Zunächst aber kämpft der VfR Mannheim unermüdlich weiter. Vor allem Torschütze Göksel Durmus macht den FCN-Fans Angst.


 

Aufatmen beim FCN: Der kurz zuvor eingewechselte Mario Bilger schießt aufs VfR-Tor und Norbert Kirschner bekommt den Ball an den Arm. Ein Pfiff und in der 64. Minute gibt es einen Elfmeter, den Timo Brenner zum 2:1 verwandelt. Der Pokalfight nimmt wieder eine neue Wendung.


 

Wer sonst? Göksel Durmus war schon so nahe dran. Pfostenschuss, versagter Elfmeter. Jetzt wird er eben Nutznießer eines Missverständnisses zwischen Moritz Bischoff und Keeper Robin Kraski und kann aus kurzer Distanz zum 1:1 einschieben.

Der FC Nöttingen ist die zweite Halbzeit viel zu passiv angegangen. Die Mannheimer haben verdient das 1:1 gemacht, denn sie waren aktiver und offensiver. Vor allem: Durmus ist ein ständiger Unruhe- und Gafahrenherd, für den der FC noch kein Rezept gefunden hat.


 

Die Mannheimer Fans spüren, dass da noch etwas geht. 60 Minuten sind rum und der Geräuschpegel steigt. Die Partie wird ruppiger. Nach einem nicht gegebenen Foul an Alan Dos Santos Camilo bekommt Daniele Toch die gelbe Karte wegen Meckerns. Das kann inzwischen jeder sehen, denn das Flutlicht ist angegangen.


 

Jetzt muss der FC Nöttingen aufpassen. Die 54. und 55. Minute gehören Göksel Durmus. Zuerst dringt er gefährlich in den Strafraum ein und wird gelegt. Die Mannheimer wissen es genau: Das war ein Elfmeter. Der Schiedsrichter sieht es anders und die Nöttinger haben nichts dagegen. Durmus lässt sich davon nicht aufhalten. Sein nächster Schuss folgt und wird geblockt. Kann denn beim FCN niemand diesen Mann an die Kette legen?


 

Der VfR Mannheim will mehr und wirft sich nach vorne. In der 52. Minute tankt sich Piero Adragna nach vorne durch. FCN-Keeper Robin Kraski vereitelt am kurzen Pfosten den Ausgleich. Das war knapp.


 

VfR-Trainer Christian Klein reagiert. Er startet mit einem Wechsel. Für Beier kommt Alan Dos Santos Camilo. Wird Mannheim jetzt noch torgefährlicher?


 

ANPFIFF zweite Halbzeit


 

War es ein Abseitstor? Schwer zu sagen. Der Schiedrichter gibt den Treffer und die Nöttinger können jubeln. Coach Michael Wittwer kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. Doch er wird seinen Spielern auch sagen, dass sie auf Göksel Durmus aufpassen müssen. Der vierfache Torschütze vom letzten VfR-Spiel gegen Freiberg wirbelt die FCN-Abwehr immer wieder durcheinander. Einen Pfostenschuss hatte er auch schon - da war das Tor von Robin Kraski bereits leer.

Ein Selbstläufer ist dieses spannende Spiel also nicht. Eher schon ist es der typische Pokalfight. Das kennen die Nöttinger allerdings schon. Ein Sieg beim VfR Mannheim und sie stehen zum fünften Mal in Folge im Pokalfinale.


 

HALBZEIT


 

Wow! Supertiming. Kurz vor dem Halbzeitpfiff präsentiert sich Yasin Ozan wieder in Topform. Dieses Mal kommt der Ball flach von Timo Brenner in den Strafraum. Ozan steht frei und schiebt aus acht Metern den Ball ins Tor: 1:0 für Nöttingen.


 

Beim VfR Mannheim wird schon gewechselt: Kaan Erdogdu geht eventuell leicht verletzt hinaus, Daniele Toch kommt für ihn in der 39. Minute aufs Feld. Drei Minuten später muss VfR-Keeper Levent Cetin seine Bestform zeigen und gegen den FCN klären. Das war spektakulär: Nach einem Eckball hämmert Yasin Ozan mit einem Fallrückzieher das Leder in Richtung VfR-Tor. Doch das reicht noch nicht.


 

Kuriosum am Rande: In der 28. Minute landet eine Ente auf dem Platz. Als der Ball ihr zu nahe kommt, fliegt sie davon. Sie wird wohl keine Ahnung von Fußball gehabt haben, denn im Rhein-Neckar-Stadion entwickelt sich ein spannendes Spiel.


 

Nach einer halben Stunde ist das Spiel komplett ausgeglichen. Chancen auf beiden Seiten, es wird gekämpft und die Spieler scheinen zu wissen, dass man heute etwas mehr tun muss, um ins Finale zu kommen. Das ist eben der Reiz des Pokals.


 

Jetzt wird es ernst. Göksel Durmus lässt am Strafraum alle Nöttinger und auch den Torwart stehen und trifft aus spitzem Winkel den Pfosten. Das wäre in der 26. Minute das 1:0 gewesen. Ob die Nöttinger nicht wissen, dass dieser Mann im letzten VfR-Spiel gegen Freiberg vier Tore geschossen hat? Viel Raum darf man dem Mannheimer nicht lassen.

 


 

Jetzt haben auch die Mannheimer ihre Chancen. In der 20. Minute schießt Kaan Erdogdu einen Freistoß aufs Nöttinger Tor, der gerade noch von der Linie weggeköpft werden kann. Kurz darauf köpft Göksel Durmus (vierfacher Torschütze im letzten VfR-Spiel gegen Freiberg) nur knapp am Tor vorbei, doch das Tor hätte wegen eines Fouls am Keeper Robin Kraski sowieso nicht gezählt.


 

Nach Spielanteilen sind beide Teams in etwa gleich stark, aber Chancen haben nur die Nöttinger. Thorben Schmidt geht rechts durch, flankt zu Yasin Ozan und der vergibt. Kurz darauf zieht Tobias Müller rechts davon und Marc Schneclenberger schießt in der Mitte einen Mannheimer an. Wann werden diese Angriffsbemühungen belohnt?


 

Die Nöttinger legen stark los, spielen offensiv. Ein Freistoß in der 2. Minute landet in der Mauer. Die erste größere Chance für Nöttingen durch Sebastian Hofmann in der 5. Minute wird durch VfR-Keeper Levin Cetin entschärft. Die Angriffsmaschine der Nöttinger scheint früh ins Rollen gekommen zu sein.


 

Anpfiff!

Aufstellung Nöttingen: Kraski - Fuchs - Bischoff - Frank - Zachmann - Brenner - Ozan - Müller - Hofmann - Schmidt - Schneckenberger.

Aufstellung VfR: Cetin - Pelzl - Prokop - Kirschner - Höhn - Malchow - Gruber - Beier - Adragna - Durmus - Erdogdu


 

Noch bevor der Schiedsrichter im Rhein-Neckar-Stadion das Spiel angepfiffen hat, sorgte FCN-Coach Michael Wittwer für Aufsehen. In der Startelf fehlt Michael Schürg, Top-Torschütze der Nöttinger, der schon 24 Saisontreffer auf seinem Konto hat. Mit ihm dürfte aber später noch zu rechnen sein. Spätestens dann, wenn keine Tore fallen.

Dass auch die Mannheimer Tore schießen können, bewiesen sie zuletzt beim 7:3-Sieg gegen Freiberg. Der vierfache Torschütze Göksel Durmus ist von Anfang an dabei. Was fehlt sind die Zuschauer. Erste Schätzung: 250 Fans.


Der VfR Mannheim ist ein schwerer Gegner. „Aufgrund der Tabelle sind wir Favorit, aber wir haben trotzdem nur eine Chance, wenn wir höchst konzentriert zu Werke gehen“, sagt FCN-Manager Dirk Steidl. Mannheims Coach Christian Klein gibt sich selbstbewusst: „Zuhause haben wir auf jeden Fall eine Chance. Mit unseren Fans im Rücken möchten wir ein gutes Spiel abliefern und dann hoffentlich ins Finale einziehen.“

Der FC Nöttingen hat das BFV-Pokalfinale zuletzt viermal in Folge erreicht. Mit einem Sieg in Mannheim wäre Endspiel Nummer fünf perfekt.