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Karlsruhes Erwin Hoffer (links) hatte in der zweiten Halbzeit eine der Riesenchancen, den KSC nochmal ranzubringen. Unions Keeper Daniel Haas hielt seine Mannschaft aber immer wieder glänzend im Spiel. Pressefoto Baumann
Karlsruhes Erwin Hoffer (links) hatte in der zweiten Halbzeit eine der Riesenchancen, den KSC nochmal ranzubringen. Unions Keeper Daniel Haas hielt seine Mannschaft aber immer wieder glänzend im Spiel. Pressefoto Baumann
13.09.2015

Badener kommen gegen Hauptstädter mit 3:0 unter die Räder

Das hatten sich der Sportdirektor und der Cheftrainer des KSC ganz anders vorgestellt. „Ein richtig gutes Spiel“, so Jens Todt zuvor, sollten die Wildparkprofis gegen Union Berlin hinlegen und die 0:6-Niederlage in Braunschweig „vergessen machen“, wie Markus Kauczinski am Tag vor dem sechsten Spieltag dieser Saison sagte.

Stattdessen handelten sich ihre Schützlinge mit 0:3 (Halbzeit 0:1) im dritten Heimspiel die zweite Niederlage ein. Die zuvor sieglosen Gäste hingegen verbuchten vor nicht ganz 15 000 Zuschauern ihren ersten Dreier und gewannen – im neunten Anlauf – zum ersten Mal überhaupt im Wildpark.

Auf dem Weg zur geplanten „Wiedergutmachung“, wie Präsident Ingo Wellenreuther sagte, musste der KSC schon in der 13. Minute einen „Tiefschlag“, so der Clubchef weiter, hinnehmen – das 0:1. Unions Kapitän Damir Kreilach zirkelte einen Freistoß aus etwa 22 Metern und halblinker Position über die Mauer genau in den Winkel des Karlsruher Tores. Dessen 1,97 Meter großer Hüter, Dirk Orlishausen, flog und streckte sich vergeblich.

Anschließend kontrollierte Union die Partie mehr oder weniger souverän. Die Gäste waren ballsicherer, hatten die klarere Struktur im Spiel, waren zweikampf- und kopfballstärker. Der KSC seinerseits blieb mit seinen Angriffsbemühungen meist schon im Ansatz stecken und verzeichnete vor der Pause nur einen klaren Abschluss. Nach einer Ecke kam Jan Mauersberger mit dem Fuß an den Ball und Berlins Keeper Daniel Haas verhinderte mit einem Reflex den Ausgleich (23.). Zuvor, bei den „Halbchancen“ von Manuel Torres und Erwin Hoffer (17.) war der Winkel einfach zu spitz und Haas auch da schon auf dem Posten. Als Hoffer dann auch noch eine gute Konterchance verstolperte (38.), wurden die ersten Pfiffe im Wildparkstadion laut. Kurz darauf musste Orlishausen gegen Raffael Korte das 0:2 verhindern (40.). Die Pausenführung der Gäste war also durchaus verdient und die Hausherren wurden von lauten Missfallenskundgebungen in die Kabine begleitet.

Nach dem Seitenwechsel rutschten zwar zunächst, bei einer Hereingabe von links von Ylli Sallahi, Hiroki Yamada und Manuel Torres am 1:1 vorbei (48.). Im Gegenzug aber gab Bobby Wood den Hausherren Anschauungsunterricht in Sachen „Durchsetzungsvermögen“ und erhöhte den Vorsprung der Gäste auf 2:0 (49.). Kurz darauf musste Orlishausen gegen den US-Nationalspieler sogar das 0:3 verhindern (53.). Anschließend jedoch spielte praktisch nur noch der KSC. Dem 1:2 am nächsten kamen die Hausherren mit einem Lattenknaller von Dimitrij Nazarov (67.). Hoffer scheiterte mit seinem Kopfball nach einer Valentini-Flanke an Haas im Berliner Tor (68.).

Markus Kauczinski sprach danach von insgesamt „vier, fünf hochkarätigen Chancen“, die seine Schützlinge hätten liegenlassen. „Und hinten fallen die Tore zu leicht.“ So auch das 3:0 für Union durch Collin Quaner (77.), der von einem katastrophalen Fehler von Dominic Peitz profitierte.

„In der zweiten Halbzeit hätte das Spiel auch einen anderen Verlauf nehmen können“, räumte Unions neuer Trainer Sascha Lewandowski nach seinem gelungen Einstand beim FC „Eisern“ ein. Und Jens Todt bedauerte: „Wir hatten die Chancen, einen Punkt zu holen oder sogar zu gewinnen.“ Deshalb interpretierte der Sportdirektor des KSC die 0:3-Niederlage auch „als Schritt nach vorne“.