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Die Robustheit der Sterne – hier in Person von Kristina Rakovic (hinten) – war einer der Gründe für den Kelterner Sieg. Foto: Hennrich
Die Robustheit der Sterne – hier in Person von Kristina Rakovic (hinten) – war einer der Gründe für den Kelterner Sieg. Foto: Hennrich
20.01.2019

Basketball-Bundesliga: Keltern kann’s auch defensiv

Keltern-Dietlingen. Nein – dazu, die ersten zehn Minuten gegen die Göttinger flippo Baskets als bestes Viertel der Saison zu bezeichnen, ließ sich Christian Hergenröther dann doch nicht hinreißen. Doch immerhin: Als das Viertel mit der „besten, höchsten Intensität“ bewertete es auch der Coach der Rutronik Stars Keltern.

77:65 (28:11, 18:27, 16:12, 15:15) hieß es am Ende der Partie am gestrigen Abend. Doch in Erinnerung wird den rund 150 Fans in der Dietlinger Speiterlinghalle vor allem der erste Akt bleiben. Schon zwei, drei Szenen aus diesem zeigen, wie giftig, wie zupackend der Basketball-Bundesligist aus dem Enzkreis diesen gestaltete:

Etwa, als Marina Markovic ihre Gegenspielerin so sehr überraschte, dass diese ihr den Ball nahezu ohne Gegenwehr überließ – und die Serbin zum dritten Mal in Folge (zum 16:8) traf. Und dann, nur Sekunden später: Nächster Sterne-Steal, dieses Mal traf Renata Pudlakova. Oder als weitere 30 Sekunden später Mante Kvederaviciute, Kim Pierre-Louis und Pudlakova Göttingens Verdine Warner gemeinsam so hartnäckig attackierten, dass diese erst den Ball verlor und sich anschließend zu einem unnötig harten Foul hinreißen ließ.

Harte Trainingswoche

Die Beispiele zeigen: So gut die Wurfquote in dieser Phase auch war – wirklich außergewöhnlich war die Defensivleistung. Just diese hatte Hergenröther unter der Woche trainiert, wie auch Markovic berichtete: „Wir hatten eine richtig harte Woche“, blickte die Spielführerin zurück. „Der Schwerpunkt lag klar auf der Verteidigung. Das heißt: Wir sind viel gerannt. Sehr viel.“ Dass „uns, aber auch Göttingen, gegen Ende die Körner dann etwas ausgehen“, wie Hergenröther es formulierte, nahm man für den furiosen Start in Kauf. „Wenn wir das Tempo des ersten Viertels mal 30 Minuten halten können, können wir jeden schlagen“, ist sich der Trainer sicher. Und Markovic betonte: Wir müssen es sein, die den Gegner dauerhaft unter Druck setzen. Dann wird es gegen uns richtig schwer.“

Schwächen im zweiten Viertel

Dass es bis dahin aber noch ein steiniger Weg ist, zeigte sich bereits im zweiten Viertel: Mehrere Fehlpässe auf Kelterner Seite, ein Gegner, der nun auch von der Drei-Punkte-Linie fast alles traf – schon stand es nur noch 33:28. Immerhin: Nach einer Auszeit traten die Sterne wieder aggressiver auf und schnappten sich wieder vermehrt Rebounds. So retteten sie immerhin ein 46:38 in die Pause.

Erst nach dieser Unterbrechung fruchteten die „Defense“-Rufe der Fans wieder: Keltern zwang die Gäste nun mit viel Laufarbeit, viele Angriffe fast die vollen 24 Sekunden lang auszuspielen – wo sie dann mit Fehlwurf um Fehlwurf endeten. Im vierten Viertel führten von den ersten zehn Göttinger Angriffsversuchen gar nur zwei zu Punktgewinnen. Zwar nahm auch bei Keltern die Wurfgenauigkeit etwas ab – den Sieg brachten die Gastgeber letztlich jedoch problemlos ins Ziel.

Damit hatten die Sterne auch eine, so Hergenröther, „große Herausforderung“ gemeistert: Da Romina Ciappina mit einem Meniskusriss für den Rest der Saison ausfällt, der bisherige Center Lina Pikčiūtė nach Teneriffa wechselt und der neue Center Rebecca Tobin erst ab Februar zur Verfügung steht, stand mit Pierre-Louis nur noch ein etatmäßiger Center im Kader. „Aber Mante (Kvederaviciute, Anm. d. Red.) hat gezeigt, dass sie das auch spielen kann“, lobte Markovic ihre Teamkollegin, die ebenfalls in diese Rolle schlüpfte. GSK: Kalu 11, Kvederaviciute 11, Markovic 10, Pierre-Louis 8, Pudlakova 8, Rakovic 10, Schüler 2, Stach 9, Thomas 8, Tudanca