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Am Staples Center in Los Angeles, der Heimspielstätte der Lakers, machte Christian Hergenröther ein Selfie vor dem Denkmal für Superstar Earvin „Magic“ Johnson. Foto: Privat
Am Staples Center in Los Angeles, der Heimspielstätte der Lakers, machte Christian Hergenröther ein Selfie vor dem Denkmal für Superstar Earvin „Magic“ Johnson. Foto: Privat
Diana Taurasi gilt als beste Basketballerin der Welt. Ihr Spiel konnte Christian Hergenröther bei Phoenix Mercury studieren. Foto: dpa
Diana Taurasi gilt als beste Basketballerin der Welt. Ihr Spiel konnte Christian Hergenröther bei Phoenix Mercury studieren. Foto: dpa
07.07.2017

Basketball-Bildungsreise: Neue Erkenntnisse für Sterne-Coach Christian Hergenröther

Keltern-Dietlingen. Christian Hergenröther weiß enorm viel über Basketball. Sein Hunger, noch viel mehr über seine geliebte Sportart zu erfahren, ist aber nie gestillt. Deshalb machte sich der Trainer der Rutronik Stars Keltern nach dem Ende der vergangenen Bundesliga-Saison auf in die Vereinigten Staaten von Amerika. Wo sonst, als im Mutterland des Basketballs, könnte man noch mehr über die Finessen der professionellen Korbjagd erfahren.

Gute Kontakte sind alles im Leben. Weil Hergenröther den deutschen Trainer und Ex-Nationalspieler Olaf Lange kennt, kam er in den Genuss einer Hospitanz in der WNBA, die beste Frauen-Basketball-Liga der Welt. In der ersten Liga in den Vereinigten Staaten verfolgen durchschnittlich 7000 bis 8000 Zuschauer die Spiele. Zum Vergleich: In der deutschen Frauen-Bundesliga (DBBL) sind es etwa 400. Eine Spitzenspielerin in der WNBA verdient 100 000 Dollar pro Saison.

Christian Hergenröther, seit Januar 2015 Chefcoach beim deutschen Basketball-Vizemeister Rutronik Stars Keltern, war nach dem Ende der Bundesliga-Saison drei Wochen in Phoenix (Arizona) bei Phoenix Mercury (WNBA-Meister 2014) und anschließend drei Wochen in Los Angeles (Kalifornien) bei den LA Sparks, dem aktuellen Meister von 2016. „Besonders viel gelernt habe ich bei Sandy Brondello, der Trainerin der Phoenix Mercury. Sie ist eine der besten Trainerinnen der Welt“, schwärmt Hergenröther. Brondello spielte von 1992 bis 2002 auch in Deutschland und ist die Ehefrau von Olaf Lange, womit sich der Kreis schließt.

In Phoenix lernte Hergenröther auch die beste Basketballerin der Welt kennen: Diana Taurasi. „Sehr nett. Sie konnte sich gleich meinen Namen merken“, erinnert sich der Sterne-Coach mit einem Augenzwinkern.

Christian Hergenröther war bei allen Trainingseinheiten, den Taktik-Besprechungen, den Videoanalysen und natürlich den Spielen dabei – in Phoenix und später in Los Angeles. Was ihn besonders interessierte? Die Trainingssteuerung bei hoher Belastung von zwei oder gar drei Spielen in der Woche. „Taktisch sind wir ein, zwei Jahre hinterher. Alles ist in der WNBA viel professioneller, flexibler und variabler. Die Trainerstäbe sind viel größer. Das Training ist individueller auf einzelne Spielerinnen abgestimmt“, hat Hergenröther beobachtet.

Das Training findet in den USA meist vormittags statt, weil die Spielerinnen zu dieser Tageszeit frischer und aufnahmebereiter sind, meist drei Stunden in einem Block. „Das ist natürlich Klasse. In Deutschland müssen wir froh sein, wenn wir immer abends trainieren können“, schmunzelt der Headcoach aus Keltern.

Seine Beobachtungen und Studien in den Staaten möchte Hergenröther auch in die Praxis umsetzen, wenn er seine Mädels am 27. August zum Trainingsauftakt bittet. Wie genau er das tut, das möchte er natürlich nicht verraten. Steuerung, Intensität und Abfolge der Trainingsinhalte – Individualtraining, Teamtraining, Stretching und Regeneration – werden sich auf alle Fälle so verändern, wie auf der Basketball-Bildungsreise gesehen und studiert.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, quartierte sich Hergenröther in Phoenix und Los Angeles in Privatwohnungen ein. Auch dies ist eine durchaus interessante Erfahrung. „In Phoenix bekam ich es mit drei großen Hunden im Haus zu tun, in Los Angeles konnte man dort, wo ich wohnte, bei Dunkelheit nicht auf die Straße gehen – zu gefährlich.“

Zumindest die Straßen sind dort, wo der Basketball-Coach seit Kurzem wohnt, sicherer als Downtown LA. Er ist nämlich von Ludwigsburg nach Dietlingen umgezogen.