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Nicht mehr am Ball für die Sterne: Ana-Maria Kammer.
Nicht mehr am Ball für die Sterne: Ana-Maria Kammer. © pz-news
27.01.2016

Basketballerinnen der Rutronik-Stars Keltern geschockt: Ana-Maria Kammer geht

Keltern-Dietlingen. Nach dem Auswärtssieg der Sterne in Osnabrück hätte es eigentlich vor dem Spiel am Freitag gegen Nördlingen eine ruhige und konzentrierte Trainingswoche geben sollen. Diese Ruhe war bereits wenige Stunden nach der Rückkehr aus Osnabrück dahin, als Spielführerin Ana-Maria Kammer am Montag dem Verein völlig überraschend und ohne Vorwarnung mitteilte, zukünftig nicht mehr für die Sterne zu spielen.

Gleichzeitig bat sie um die Freigabe für einen Vereinswechsel noch vor Ende der Wechselfrist. Ihre Entscheidung hätte persönliche und sportliche Gründe, welche sie nicht näher ausführen wollte. Bereits am Montagabend verabschiedete sich die 30-jährige Flügelspielerin von ihrem Team.

„Dies ist ein absoluter Hammer und bringt uns nun für die verbleibende Saison in erhebliche Schwierigkeiten“, so Vereinsvorsitzender Dirk Steidl. Kammer ist eine von vier deutschen Spielerinnen im Sterne-Kader und deshalb nicht zu ersetzen. Nun ist Nadja Prötzig die einzige deutsche Spielerin der Sterne mit Bundesliga-Erfahrung. Dazu kommen die beiden Nachwuchsspielerinnen Leonie Elbert und Linn Schüler, die jetzt mehr Verantwortung übernehmen müssen.

Mit dieser Entscheidung ist jedoch auch klar, dass sich die Sterne künftig nicht mehr an das Gentleman Agreement (mündliche Vereinbarung) der anderen DBBL-Vereine halten können und eventuell „nachrüsten“ werden.

Dies könnte dann bereits am Freitag gegen Nördlingen der Fall sein, bedingt auch dadurch, dass Nadja Prötzig seit Montag grippekrank nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen kann. „Wir werden nun versuchen unseren beiden Youngstern mehr Verantwortung zu übertragen, jedoch nicht auf Kosten derer Entwicklung. Ich werde sie mit Sicherheit im Haifischbecken der ersten Liga nicht unnötig verheizen“, so Sterne-Coach Christian Hergenröther. Wie und ob die Sterne nun personell reagieren, hängt davon ab, ob es auf dem Markt eine Spielerin gibt, die sich dem Projekt der Sterne anschließen möchte. Exakt dieses nun eingetretene Szenario hat die Sterne vor der Saison davon abgehalten, dem Gentleman Agreement zuzustimmen. „Die Abhängigkeit der Vereine von deutschen Spielerinnen ist einfach zu groß“, sagt Dirk Steidl, der dieses Szenario bereits seit einigen Jahren moniert.

Trotz allem Unmut bezüglich der Entscheidung von Ana-Maria Kammer, sind die sportlichen Leistungen nicht vergessen. Im letzten Jahr hatte sie erheblichen Anteil an der Zweitliga-Meisterschaft und auch beim Traumstart in der 1. Liga überzeugte Kammer durch ihre hohe Treffsicherheit aus der Distanz. Unvergessen bleiben die Rufe von Hallensprecher DJ Schorsch nach einem erfolgreichen Dreier: „Ana-Maria Kammer, der absolute Hammer“. DS