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Karlsruher SC

Club-Chef Ingo Wellenreuther bekommt bei der Wahl des Präsidenten Konkurrenz. Foto: dpa-Archiv
Club-Chef Ingo Wellenreuther bekommt bei der Wahl des Präsidenten Konkurrenz. Foto: dpa-Archiv
Auch der Neubau des Wildparkstadions wird wieder hinterfragt. Foto: dpa-Archiv
Auch der Neubau des Wildparkstadions wird wieder hinterfragt. Foto: dpa-Archiv
09.09.2018

Beben im Wildpark: Konkurrenz bei der KSC-Präsidenten-Wahl

Karlsruhe. Während die Spieler des Fußball-Drittligisten Karlsruher SC ein freies Wochenende genießen, rumort es hinter den Kulissen im Wildpark. Amtsinhaber Ingo Wellenreuther bekommt bei der Wahl des Präsidenten im nächsten Herbst Konkurrenz von einem alten Bekannten, der Stadionneubau wird wohl wieder in Frage gestellt und die „Supporters“, der Dachverband der KSC-Fans, führten am Sonntag unter dem Titel „1. Zukunftswerkstatt KSC“ einen öffentlichen Workshop durch, der dann doch nicht-öffentlich war.

Später gab es dann immerhin Infos, doch die Nachricht, die zu dieser Stunde Wellen schlug, war eine andere: Nahezu gleichzeitig wurde bekannt, dass der frühere KSC-Spieler (1978 bis 1982) und spätere KSC-Manager (2002 bis 2009) Rolf Dohmen im Herbst 2019 die Präsidentschaft bei den Blau-Weißen anstrebt.

„Das hat sich nicht erst in den letzten zwei oder vier Wochen entwickelt“, sagte der frühere Abwehrspieler auf Nachfrage zu seinen Ambitionen. „Ich bin nicht unbedarft und habe diesen Gedanken schon lange im Kopf und auch im Hintergrund mit ein paar Leuten besprochen. Meine Familie steht diesbezüglich voll hinter mir.“ Wichtig sei ihm, sagte der 66-Jährige, „dass sich jetzt keine Schlammschlacht entwickelt. Das sollen ganz normale Wahlen werden, in denen ich mein Team und ein Konzept vorstellen werde. Vielleicht werfen ja auch noch andere Kandidaten ihren Hut in den Ring. Im Grunde würde ich das sogar befürworten. Je mehr Menschen sich Gedanken um den KSC machen, desto besser. Letztendlich müssen dann im September oder Oktober nächsten Jahres die Mitglieder entscheiden.“

Seine geplante Kandidatur habe nichts mit der aktuellen Tabellensituation zu tun. „Es müssten ein paar Dinge angeschoben werden.“ Dazu brauche er natürlich Mitstreiter, und er werde versuchen, ein Team zusammenzustellen, mit dem er seine Pläne und Ideen umsetzen kann. Ein Schattenkabinett gebe es noch nicht. „Es ist noch Zeit und ich habe mich mit Absicht so früh geoutet, um Spekulationen und Gerüchten keinen Raum zu geben.“

Derweil steht der aktuelle Club-Chef – Ingo Wellenreuther ist seit September 2010 im Amt – nicht nur intern unter Druck. Bei der 1:3-Heimniederlage gegen die sieglos und als Tabellenletzter angereisten Sportfreunde Lotte vor neun Tagen sangen viele KSC-Fans: „Zeit, dass sich was dreht, Zeit, dass Ingo geht.“

Auch der Stadionneubau wackelt angeblich wieder. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup nehme, so sagte er, „schon wahr, dass es eine schwindende Vertrauensbasis gibt in der öffentlichen Wahrnehmung, die ich nachvollziehen kann.“ Er werde dem Verein deshalb zu Beginn dieser Woche einen Fragenkatalog vorlegen, durch dessen Beantwortung der KSC die Möglichkeit nutzen müsse, den Gemeinderat zu überzeugen. In diesem Gremium soll am 23. Oktober der Bauauftrag an einen Generalunternehmer vergeben werden. Zu dem Vertrauensdefizit zwischen Stadt und KSC, „das sich da allmählich aufbaut“, so Mentrup weiter, habe auch der Weggang von Helmut Sandrock (61) beigetragen.

Der KSC-Geschäftsführer hatte den Wildpark Ende August, nur 15 Monate nach seiner Vorstellung, auf eigenen Wunsch wieder verlassen. Sandrock hatte beim KSC zur mittel- und langfristigen Wiederherstellung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit ein Portfolio an Restrukturierungsmaßnahmen erstellt und auf den Weg gebracht. Unter anderem wurde die zweite Mannschaft aufgelöst und auch Jörg Bock, Leiter der Abteilung Presse, PR und neue Medien, ist den Umwälzungen zum Opfer gefallen.

Sportlich hat der KSC auf dem 14. Tabellenplatz die Erwartungen vor allem zuhause mit zwei Unentschieden und einer Niederlage bisher nicht erfüllt. Am Samstag sind die Wildparkprofis im Kampf gegen den Abstieg beim noch unbesiegten Tabellendritten VfL Osnabrück zu Gast.