760_0900_107872_vfbstuttgart.jpg
 

Bei „Dunkelrotem Tisch“ des VfB Stuttgart geht es hoch her

Stuttgart. Die Frage, wie es bei ihrem Verein weitergeht, treibt wahrscheinlich viele Anhänger des VfB Stuttgart um: Auf jeden Fall beschäftigt sie Wolfgang Bossert aus Pforzheim-Eutingen und Erich Hägele, den Vorsitzenden des Maulbronner Instituts für Sportgeschichte, sehr. Aufgrund ihrer langjährigen Treue zum Stuttgarter Verein hatten beide eine Einladung zum „Dunkelroten Tisch“, jener Veranstaltung, bei der sich am Montagabend die beiden Kandidaten fürs Präsidentenamt, die Unternehmer Christian Riethmüller und Claus Vogt, zunächst einem Teil der Mitgliedschaft präsentierten.

Der Vereinsbeirat, der diese beiden Kandidaten aus ursprünglich zehn Bewerbern auswählte, hatte Riethmüller und Vogt am Donnerstag vergangener Woche ja lediglich den Medien vorgestellt. Beim „Dunkelroten Tisch“ trafen die beiden nun auf etwa 250 Mitglieder. Wie man ihn kennt, ging der aus Mühlacker-Dürrmenz stammende Bossert in die Vollen. In der Fragerunde wollte er wissen, wie die Kandidaten „die Macht“ von Aufsichtsrats-Vize Wilfried Porth „begrenzen“ wollen.

Gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“ legte Bossert dar, warum er der Meinung ist, dass Porth weniger Einfluss nehmen sollte: „Es kann nicht sein, dass Daimler durch die 11,75 Prozent als Aktivinvestor durch den stellvertretenden Aufsichtsrat Porth fast 80 Prozent des Geschehens beim VfB bestimmt.“ Bossert verhehlt nicht, dass er den Umgang mit einem verdienten Spieler wie Guido Buchwald nicht für angemessen hält, und dass er es Porth zuschreibt, dass der frühere Meistermacher zuletzt die Vorauswahl der Bewerber nicht überstanden hat.

Eine klare Präferenz hat Bossert noch nicht: „Ich versprach den Kandidaten, dass ich den als Präsident im Dezember wähle, welcher Herrn Porth mehr als vorher an die Zügel nimmt – zum Wohle aller.“ Hägele hatte der PZ vorige Woche gesagt, er habe sich zwar noch nicht entschieden, seine Tendenz gehe aber zu Riethmüller. Hägele hofft, dass ihm die nächste Begegnung mit Osiander-Chef Riethmüller und dem in der Immobilienbranche beheimateten Vogt, für die kommenden Dienstag ein Mitgliedsausschuss sorgt, noch wichtige Erkenntnisse bringt. Dass Riethmüller ein Engagement des Zweitligisten im Frauenfußball ins Auge fasst und die Idee eines VfB-Museums vorantreiben willen, gefällt Hägele, doch er erwartet mehr. Vor allem will er von beiden Kandidaten eine klare Positionierung in Sachen Fußball-Nachwuchs. Das Thema Jugend sei vielen wichtig.