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Auch die fünf Tore von Tim Kusch verhinderten Pforzheims Niederlage in Konstanz nicht.

Beide Erfolgsserien der SG Pforzheim/Eutingen reißen in Konstanz

Pforzheim/Konstanz. Für eine Niederlage im Sport gibt es eigentlich nie einen guten Zeitpunkt. Das gilt auch für die Handballer der SG Pforzheim/Eutingen, deren imponierende Aufholjagd in der Oberliga Baden-Württemberg am Freitagabend ausgerechnet im ersten Spiel des neuen Jahren gestoppt wurde.

Das 30:34 (16:18) bei der HSG Konstanz II war die erste Auswärtsniederlage der Saison überhaupt und zudem die erste Pleite nach zuletzt sieben Siegen in Folge. Die Pforzheimer bleiben zwar auf dem wichtigen zweiten Tabellenplatz, der Rückstand zu Spitzenreiter TSV Blaustein, der im parallel ausgetragenen Spiel gegen Weilstetten souverän siegte, vergrößerte sich aber auf fünf Plus- und drei Minuspunkte.

Der Blick auf das Ergebnis verrät es: Die beste Abwehr der Liga hat nicht ihren besten Tag erwischt. 34 Gegentoren sind einfach zu viel. „Wir haben in der Defensive einfach keinen Zugriff bekommen“, ärgert sich Wolfgang Lipps, der Sportliche Leiter des Oberligisten aus der Goldstadt. Offensiv hingegen gab es nicht so viel auszusetzen. 30 Tore sind eine ordentliche Ausbeute. Max Lupus kam als sicherer Siebenmeterschütze auf sieben Treffer, Manuel Mönch und Tim Kusch trafen aus dem Feld jeweils fünfmal.

In der gesamten Partie lag Pforzheim nur zweimal in Führung: Beim 1:0 durch Jan Strehlau und beim 2:1 durch Max Lupus, der den ersten von fünf Siebenmetern verwandelte. Danach entwickelte sich eine über weite Strecken enge Partie, in der Konstanz immer wieder ein oder zwei Tore vorne lag, doch bis zum 20:19 in der 36. Minute war noch alles offen. Dann aber setzten sich die Südbadener mit einem Zwischenspurt vorentscheidend auf 25:19 (41.) ab. Da half es auch nichts, dass SG-Coach Alexander Lipps in der Abwehr mehrfach die Formation umbaute. Und vom Glück war die SG auch nicht verfolgt. So schildert Lipps eine Szene aus der Zeit, als sich Konstanz vorentscheidend absetzte: Ein freier Pforzheimer Wurf landete am Knie des HSG-Torhüters und sprang von dort direkt in die Hände eines eigenen Spielers, der ihn ins leere Gästetor bugsieren konnte. „Wir hätten auf zwei Tore verkürzen können, stattdessen waren es vier Tore“, so Wolfgang Lipps.

Verärgert war der Sportliche Leiter darüber, dass seine Spieler unter der Woche im Training womöglich nicht gut genug hingehört hätten. „Wir wussten, wie Konstanz spielt, dass sie viel auf die erste und zweite Welle setzen“, so Wolfgang Lipps und vergab für das eigene Rückzugsverhalten die Note „ungenügend“.