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Nicht zufrieden: Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny. Foto: dpa
Nicht zufrieden: Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny. Foto: dpa
13.12.2015

Beim 0:0 in Mainz konnte VfB-Interimstrainer Kramny wenig Argumente sammeln

Interimstrainer Jürgen Kramny scheint beim Tabellenletzten VfB Stuttgart keine Aussicht auf eine Beförderung zum Chefcoach zu haben. Mit dem 0:0 am Freitagabend beim FSV Mainz 05 blieb der Nachfolger von Alexander Zorniger auch im dritten Spiel sieglos. Durch den Erfolg der Hoffenheimer gegen Hannover stürzten die Schwaben sogar an das Tabellenende der Fußball-Bundesliga.

„Ein Punkt ist zu wenig“, sagte Sportvorstand Robin Dutt mit ernster Miene. Zwölf Punkte aus 16 Spielen lautet die besorgniserregende Bilanz. So scheint auch Dutt dem von ihm installierten Kramny kein allzu großes Vertrauen zu schenken. „Wir haben einen Plan. Und den werden wir ein, zwei Tage nach dem Ende der Hinrunde verkünden.“

Das Achtelfinale im DFB-Pokal am Mittwoch gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig und der Vorrundenabschluss am Samstag gegen den VfL Wolfsburg sind die vermutlich letzten Bewährungsproben für den 44-Jährigen. Dutt hält sich an seine Jobgarantie. „Kramny macht das zur Zeit sehr gut. Es war eine gewisse Struktur über große Teile des Spiels erkennbar. Lasst den Jürgen die zwei Spiele noch in Ruhe machen“, erklärte der VfB-Sportvorstand.

Trotz des abermals ausgebliebenen Befreiungsschlags sieht sich Kramny auf dem richtigen Weg mit der gewählten defensiveren Spielweise und schnellem Umschaltspiel. „Wir haben in der Abwehr gut gearbeitet, das tut der Mannschaft gut“, sagte Kramny, der bei der emotionalen Rückkehr an seine langjährige Wirkungsstätte als Profi und Coach viele Hände schütteln konnte. Abwehrspieler Daniel Schwaab bestätigte den Plan: „Dass wir mal wieder zu Null gespielt haben, war wertvoll.“. Der VfB hat mit 36 Gegentreffern die schlechteste Abwehr der Liga. Die Nullnummer in Mainz war die erste Auswärtspartie ohne Gegentreffer.

Auch ohne die verletzten Leistungsträger Daniel Didavi, Daniel Ginczek und Martin Harnik kam der VfB vornehmlich in der ersten Halbzeit in die Nähe eines Erfolges, als Lukas Rupp den Pfosten traf (37. Minute). Danach waren die Abwehr und Torhüter Przemyslaw Tyton die Garanten des Punktgewinns. „Wir standen kompakter als zuletzt. Wir haben die Abstände gering gehalten und sind daher auch überwiegend gut in die Zweikämpfe gekommen. Wir haben kaum Torschüsse des Gegners zugelassen“, erklärte Schwaab.

Auch Dutt sieht Fortschritte, klagte aber über fehlende Grundlagen. „Uns fehlt in den Einzelaktionen teilweise die letzte Konsequenz, vor allem beim Torschuss.“