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Wurde als Club-Trainer 2017 gefeuert: Alois Schwartz vom KSC. Karmann 

Beim Blick zurück sieht Schwartz rot: KSC-Coach empfindet Entlassung in Nürnberg vor zweieinhalb Jahren als ungerecht

Karlsruhe. Alois Schwartz hat zuletzt alles getan, um den Eindruck zu zerstreuen, dass die Partie des Karlsruher SC am heutigen Samstag beim 1. FC Nürnberg (13 Uhr/Sky) für ihn persönlich eine besondere ist. Alle darauf abzielenden Fragen ließ er ins Leere laufen. Allerdings empfindet er es noch immer als ungerecht, dass ihn der heutige St. Pauli-Vorstand Andreas Bornemann bei den Franken am 7. März 2017 entlassen hat.

„Das große Ganze hat gemessen an den Umständen gepasst“, hat Schwartz im Mai 2017 dem „kicker“ gesagt. An dieser Sichtweise hat sich seither nichts geändert.

Schwartz war 2016 nach drei erfolgreichen Jahren beim SV Sandhausen zum Club gelotst worden, um einen Neuaufbau zu starten. In der Saison zuvor war der FCN erst in der Aufstiegs-Relegation gescheitert. Spieler wie Niclas Füllkrug und Guido Burgstaller verließen den klammen FCN damals.

Wenn Schwartz daran erinnert, dass er den Club nach personellem Aderlass im Zweitliga-Mittelfeld stabilisieren und Talente einbauen sollte, hat er Recht. Bei seiner Entlassung war Nürnberg Elfter, stand nach drei Niederlagen hintereinander aber auf dem vorletzten Platz der Rückrundentabelle. Bei der Derby-Pleite in Fürth hatte der FCN gar eine indiskutable Leistung gezeigt. Die Fans und viele Journalisten reagierten zunehmend gereizt, wenn Schwartz mal wieder darüber klagte, dass gute Spieler verkauft worden seien, das Umfeld aber Wunderdinge erwarte. Zumal auch das nur bedingt stimmt. Zwar träumen die Clubfans davon, dass ihr Verein irgendwann an die glorreiche Vergangenheit anknüpfen kann, doch selbst in der vergangenen Saison, als man als Tabellen-Letzter aus der Bundesliga abstieg, wurden die Spieler nach 90 Minuten mit Applaus verabschiedet. Sie hatten schließlich getan, was sie konnten. Der Unmut über Schwartz lag weniger an der Punkteausbeute, als an der von ihm verordneten, als unattraktiv und ängstlich empfundenen Spielweise. Entsprechende Hinweise soll Schwartz damals ignoriert haben.

Sein Nachfolger, der als Königsmörder ausgemachte Michael Köllner, holte dann im Schnitt weniger Punkte. Als er im Frühjahr gehen musste, hieß es, er sei zu spät von seiner riskanten Offensivtaktik abgerückt. Das zumindest wäre Schwartz nicht passiert.