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Birkenfelds Trainer Bruno Martins mit fünf seiner sechs Neuzugänge: hinten von links Maxim Stoljar und Franjo Varga, vorne von links Johannes Stoljar, Georg Stoljar und Nico Rhein.  Foto: Koller 

Beim FC Birkenfeld soll in der Landesliga vieles besser werden

Birkenfeld. Ein Neubeginn ist beim FC Birkenfeld nach einer schwachen Saison angesagt. Mehr Konkurrenzkampf soll es richten. Deshalb hat sich der Landesligist im Kader in der Breite verstärkt.

In der Vorbereitung auf eine neue Spielzeit schwebt eine Mannschaft immer zwischen zwei Welten: Einerseits die abgelaufene Saison, egal wie gut oder schlecht sie geendet hat; andererseits die neue Spielzeit, die man nun angeht, teilweise auch mit neuem Personal. Beim FC Birkenfeld gibt man sich im Rückblick schonungslos. Auf die Frage nach einer „wechselhaften Spielzeit“, antwortet Bruno Martins ehrlich: „Das war nicht wechselhaft, das war einfach schlecht und schwach.“ Der Trainer ist auch bei der Ursachenforschung offen: „Vielleicht haben wir uns einfach zu sehr auf unserer Favoritenrolle ausgeruht, haben uns blenden lassen.“

Tatsächlich hatte die Konkurrenz das Team aus dem Erlach zum Favoritenkreis gezählt. Doch nach einem mühsamen Auftaktsieg folgten gleich mal fünf Niederlagen am Stück. Am Ende kam der FCB als Tabellenelfter ins Ziel – weit hinter den eigenen Erwartungen. „Wir haben uns wohl zu sehr auf unser fußballerisches Talent verlassen“, sagt Bruno Martins und ergänzt: „Das geht natürlich auch auf meine Kappe.“

Keine „Starspieler“ geholt

Der Verein hat auf die schwache Saison reagiert. „Wir haben nach Spielern gesucht, die auch menschlich zu uns passen, die lauf- und kampfstark sind“, sagt Daniela Widmaier vom Spielausschuss. Ganz bewusst, so ergänzt sie, habe man keinen vermeintlichen Starspieler gesucht.

Sechs Neuzugänge gehören zum künftigen FCB-Kader, dem stehen vier Abgänge gegenüber, wobei Daniel Löwen, Nils Rudisile, Jonas Striegel und Christian Wurster allesamt nicht dauerhaft Stammspieler waren, was vor allem bei Daniel Löwen überrascht. der für den SV Kickers Pforzheim schon Oberliga spielte. „Er war einer der besten Spieler in der Liga vergangene Saison“, stellt Bruno Martins klar. Doch der technisch beschlagene Spieler habe beruflich bedingt oft nicht trainieren können und sei deshalb nicht so wie erhofft zum Zuge gekommen.

Mit den sechs Neuzugängen soll nun der Konkurrenzdruck in allen Mannschaftsteilen angefacht werden. Vom SV Büchenbronn kommen gleich drei Stoljar-Brüder, Maxim und Georg für die Defensive, Johannes für das offensive Mittelfeld. Auf den Außenbahnen und eher offensiv orientiert sind Nico Rhein und Franjo Varga zuhause, David Stojic ist ein weiterer Mann für die Abwehr. „Die Planung ist abgeschlossen, der Kader ist nun etwas breiter besetzt“, sagt Daniela Widmaier und hofft, dass damit die personellen Engpässe, die vergangene Saison immer wieder aufgetreten sind, der Vergangenheit angehören.

Für Bruno Martins war bei den Verpflichtungen auch wichtig, dass die Neuzugänge etwas Erfahrung mitbringen. „Aber am Ende muss ein Spieler zu allererst ein guter Fußballer sein, egal ob er 19 oder 39 Jahre alt ist.“

„Vorne mitspielen“

Platz eins bis fünf hat man im Erlach als Ziel ausgegeben. Für die Spielleiterin ist das ein Muss in einem Verein, der lange Jahre Verbandsliga gespielt hat und vor der verkorksten Spielzeit 2018/19 zumindest in der Landesliga-Spitze mitmischte. Und auch der Trainer pflichtet bei: „Es ist schon unser Anspruch, vorne mitzuspielen, auch wenn es nicht einfach wird.“

Schwierig werden kann die Saison schon deshalb, weil mit Bilfingen und Heidelsheim zwei Teams aus der Verbandsliga kommen, dazu Aufsteiger, die eine gute Rolle spielen können. Heidelsheim sieht Martins ebenso im Favoritenkreis wie den TSV Grunbach, der sich unter anderem mit dem langjährigen CfR-Angreifer Dominik Salz verstärkt hat. Auch Langensteinbach schätzt der FCB-Coach hoch ein. „Und dann ist ja oben auch immer ein Überraschungsteam dabei“, sagt Bruno Martins und deutet auf den TSV Reichenbach. Aber vielleicht kann ja auch sein FC Birkenfeld in dieser Spielzeit positiv überraschen.

In den kommenden Wochen stellt die Pforzheimer Zeitung die sieben Landesligisten aus dem Fußballkreis Pforzheim vor – zum Auftakt den FC Birkenfeld.