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1:5 lag der FC Nöttingen zur Pause in Spielberg zurück. Trainer Michael Wittwer (Mitte) hatte Diskussionsbedarf mit dem Schiedsrichtergespann. Foto: Hennrich
1:5 lag der FC Nöttingen zur Pause in Spielberg zurück. Trainer Michael Wittwer (Mitte) hatte Diskussionsbedarf mit dem Schiedsrichtergespann. Foto: Hennrich
04.11.2013

Beim FC Nöttingen lagen die Nerven blank

Remchingen-Nöttingen. Vom Lieblingsgegner zum Alptraum. So schnell kann das gehen im Fußball. Der FC Nöttingen war in den vergangenen Jahren immer sehr gern zum mittelbadischen Oberliga-Rivalen SV Spielberg gefahren, weil man die Punkte stets mitgenommen hat. Doch dieses Jahr war alles anders. Spielberg drehte den Spieß um, trumpfte wie entfesselt auf und besiegte die als Spitzenreiter mit der besten Abwehr angereisten Nöttinger mit 7:4 (5:1).

Jeder Schuss ein Treffer hieß es in Halbzeit eins. Beim Spielstand von 5:1 war die Partie schon entschieden. Kein Wunder, dass es im Lager der Nöttinger in der Halbzeitpause rumorte. Die Nerven lagen blank. Dirk Steidl war „mit dem Verhalten und Benehmen einiger unserer Spieler, Zuschauer und Funktionäre nicht einverstanden.“ Deshalb ging der Vorstandsvorsitzende auch in die Kabine und sprach ein paar deutliche Worte. „Es war eine Ausnahmesituation. Deshalb sah ich es als meine Pflicht an, etwas zu sagen. Mir ging es vor allem auch darum zu sagen, dass wir selber schuld sind an dem Spielstand und nicht der Schiedsrichter oder sonst jemand“, so Steidl.

Dies wiederum gefiel Trainer Michael Wittwer nicht so sehr, weil die Halbzeitansprache eigentlich sein Job ist. „Nun ja, es gab ein paar Irritationen, aber seit Montagmorgen 9.04 Uhr vertragen wir uns wieder“, hat Steidl seinen Humor wiedergefunden. Vier Minuten hat die Aussprache der beiden Macher des FCN gedauert, dann war alles wieder im Lot.

Dabei ist es wahrlich nicht einfach, ein derart spektakuläres und kurioses Spiel zu verdauen. „Das Spiel hätte auch 7:7, 8:9 oder 7:10 ausgehen können“, blickt Dirk Steidl zurück. In der Tat hatten beide Mannschaften noch reichlich Chancen. Nöttingen kam in Hälfte zwei auf 5:3 und 6:4 heran. Mit viel Glück wäre sogar ein Remis möglich gewesen.

Doch eigentlich waren die Gäste dafür an diesem Tag zu defensivschwach. Das hatte Gründe. Mit Holger Fuchs, Felix Zachmann und Demis Jung fehlte drei gestandene Abwehrstrategen. Torben Schmidt, Michael Schürg und Moritz Bischoff gingen angeschlagen in die Partie. Weil man mit dem Einsatz von Felix Zachmann rechnete, spielte sein möglicher Vertreter Tobias Müller am Donnerstag 90 Minuten lang in der zweiten Mannschaft. Doch am Freitag zeigte sich, dass Zachmanns Erkältung einen Einsatz nicht zulässt. Er wird aber am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Bruchsal wieder dabei sein. Demis Jung wird in diesem Jahr nicht mehr spielen können, Holger Fuchs ist noch für drei Spiele gesperrt.