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Nach einem Fehler von Nöttingens Torhüter Andreas Dups erzielt Benedikt Haibt in der 5. Minute das Tor des Tages für den FC 08 Villingen.  Foto: Ripberger 
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Ratlos am Spielfeldrand: Der scheidende Nöttinger Trainer Dubravko Kolinger.  Foto: Ripberger 

Beim FC Nöttingen wird Torhüter Andreas Dups zum tragischen Held

Remchingen-Nöttingen. Beim FC Nöttingen ist mächtig der Wurm drin. Nach dem blamablen 1:3 am vergangenen Dienstag gegen den Abstiegskandidaten SV Sandhausen II verlor der Fußball-Oberligist am Samstag das zweite Heimspiel in Folge: Beim 0:1 gegen den FC 08 Villingen stimmte zwar der Einsatz, doch vor allem im Offensivspiel war sehr, sehr viel Sand im Getriebe. „Wir spielen zur Zeit ganz schlecht, vor allem spielen wir vorne keine Chancen heraus“, nahm FCN-Coach Dubravko Kolinger nach der Partie gegen die Schwarzwälder kein Blatt vor den Mund.

Das Tor des Tages erzielte bereits in der 5. Minute Villingens Angreifer Benedikt Haibt. Er staubte lässig ab, nachdem Nöttingens Keeper Andreas Dups einen Schuss von Teyfik Ceylan nach vorne abprallen ließ. „Das darf einfach nicht passieren. Es ist schon das zweite Spiel in Folge, in dem ein Fehler von mir ein Knackpunkt im Spiel ist“, zeigte sich Dups sehr selbstkritisch. Auch gegen Sandhausen II patzte die Nöttinger Nummer eins vor dem Gegentor zum 1:1.

Nach diesem ärgerlichen Lapsus zeigte Andi Dups allerdings eine tadellose Partie und verhinderte in der ersten Hälfte mit zahlreichen Glanzparaden mehrfach das 0:2. So rettete er in höchster Not in der 27. Minute gegen Tobias Weißhaar, in der 29. Minute nach einem Fehler von Niklas Kolbe gegen Teyfik Ceylan und in der 37. Minute gegen einen strammen Schuss aus zehn Metern von Benedikt Haibt. „Euer Torwart war der Wahnsinn“, befand denn auch Villingens Trainer Jago Maric, der sehr zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft war.

Nach dem Wechsel war Nöttingen bemüht, den Ausgleich zu erzielen, aber ganz vorne fehlte einfach die Durchschlagskraft. Die beste Chance hatte Leo Neziraj gleich in der 48. Minute, als er nach einem Fehler von Villingens Innenverteidiger Daniel Niedermann alleine aufs Tor zustrebte, aber knapp verzog. „Uns fehlt derzeit einfach auch das Spielglück und wohl auch ein wenig die Spritzigkeit“, glaubt Kapitän Timo Brenner.

Trainer Dubravko Kolinger verfolgte das Spiel seiner Mannschaft sehr engagiert an der Seitenauslinie. Am Mittwoch gab der Verein bekannt, dass der am Ende der Saison auslaufende Vertrag mit dem 42-Jährigen nicht verlängert wird. Am Freitag wurde das Thema vor dem Training kurz angesprochen. Die Spieler waren mehrheitlich auch überrascht von der Entscheidung der Vereinsführung. „Es hatte ja so ausgesehen, als ob eine Vertragsverlängerung kurz bevorstünde“, sagte Ersatzkeeper Robin Kraski. Stammtorwart Andreas Dups meinte: „Das ist eine Sache des Vereins. Ich kann nur sagen, dass Dubi sich immer sehr für uns eingesetzt hat und sich immer vor die Mannschaft gestellt hat. Das war beispielhaft.“ Und Kapitän Timo Brenner meinte zu der Personalie: „Klar, wir waren auch ein wenig überrascht. Wir hatten eigentlich keine Probleme mit dem Coach. Aber das ist eine Sache des Vereins. Wir haben das zu akzeptieren und wir respektieren die Entscheidung auch.“

In der Pressekonferenz nach dem Spiel wollte Kolinger nicht mehr auf das Thema eingehen. Auf die Frage, wie er das erste Training nach der Entscheidung erlebt und wie die Mannschaft auf die Mitteilung reagiert habe, antwortete er nicht. Nöttingens Vorstandsvorsitzender Dirk Steidl war verärgert über diese Reaktion seines Trainers und nannte das Verhalten von Kolinger nach der Partie „unprofessionell.“

Viel Zeit zum Lecken der Wunden bleibt nicht bei den Lilaweißen. Schon am kommenden Mittwoch steht, erneut im heimischen Panoramastadion, um 18.30 Uhr das Nachholspiel gegen den Lokalrivalen SV Spielberg im Kalender.