nach oben
Zum Amateurkongress in Kassel reisen auch DFB-Präsident Reinhard Grindel (links) und Bundestrainer Joachim Löw.  Dedert
Zum Amateurkongress in Kassel reisen auch DFB-Präsident Reinhard Grindel (links) und Bundestrainer Joachim Löw. Dedert
21.02.2019

Beim dritten Amateurkongress drückt der Fußballschuh

Frankfurt/Kassel. Sogar Joachim Löw schaut vorbei, wenn sich beim dritten Amateurkongress des Deutschen Fußball-Bundes in Kassel fast 300 Personen mit den Problemen der Basis beschäftigen. Zusammen kommen am Wochenende Vertreter des DFB, der Regional- und Landesverbände sowie Vertreter von Kreisen und Vereinen. Der Fußballschuh drückt gewaltig: Mehr als die zunehmende Entfremdung zwischen Amateuren und Nationalmannschaft sowie die jüngsten Berichte über teure Ausschweifungen der Verbandsspitze machen den Vereinen eigene Sorgen zu schaffen.

Beim letzten Treffen 2013 wurde der sogenannte Masterplan verabschiedet mit den Säulen Entwicklung des Spielbetriebs, Kommunikation und Service. Der Plan wurde später bis 2019 verlängert. Nun sollen „gemeinsam Lösungen und Handlungsempfehlungen zur Stabilisierung und Stärkung der Basis“ verabschiedet werden. Rainer Koch, der zuständige DFB-Vizepräsident, will „vor allem auch Aufbruchstimmung verbreiten“.

Absichtserklärungen gibt es bereits viele. Reinhard Grindel wird am heutigen Freitag eine Grundsatzrede halten. „Die Euro 2024 in Deutschland bietet Chancen, die wir im oder für den Amateurfußball nutzen wollen“, sagt der Verbandschef. Die zentralen Aufgabenstellungen seien Gewinnung und Qualifizierung des ehrenamtlichen Nachwuchses und eine bessere Infrastruktur für die Clubs.

Die größte Herausforderung, so Koch, sei, den „Rückgang von aktiven Fußballern und Fußballerinnen aufzuhalten und umzukehren“. Der DFB als größter Sportfachverband der Welt wächst zwar weiter und hatte 7,09 Millionen Mitglieder, doch der Anstieg geht vor allem auf Zuwächse bei den Senioren und Frauen und auf Clubmitgliedschaften von Fans zurück. Demografische Entwicklung und das veränderte Freizeitverhalten führen zu weniger Spielern bei den Aktiven. Bei A- und B-Jugend gab es zwischen 2017 und 2018 einen Rückgang von 15 315 auf 14 969 Teams.

Die Nöte wurden kürzlich bei einem Treffen von Funktionären wie DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann und Verem nordbadischen Heidelberg-Kirchheim mal wieder deutlich. Die Vorwürfe aus dem Amateurlager: Zu wenig Geld vom Grundlagenvertrag zwischen dem DFB und der Deutschen Fußball Liga lande bei den Amateuren. Ein Problem ist auch, dass es immer weniger Schiedsrichter gibt. Auch fühlen sich die Ehrenamtlichen im Stich gelassen. Zunehmend ist aber auch ein Problem, dass Sportstätten fehlen.