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Ein mittlerer, im besten Fall auch höherer fünfstelliger Betrag dürfte beim Kassensturz kommende Woche bilanziert werden. Symbol foto: picture alliance/dpa | Swen Pförtner 

Benefizspiel: Karlsruher SC und FC Basel sammeln fünfstelligen Betrag

Karlsruhe. Die Profivereine engagieren sich verstärkt im sozialen Bereich. So auch der KSC, der am Donnerstag bei einem Testspiel nicht nur Geld für die Ukraine sammelte. Als das Benefizspiel gegen den FC Basel abgepfiffen wurde, klang der Jubel über den deutlichen 6:1-Sieg ungewohnt. Dass sich viele hundert Kinder unter den 3050 Zuschauern befanden, machte sich akustisch bemerkbar.

Doch die Erschließung neuer Fankreise war nur ein Nebeneffekt des Kicks gegen den langjährigen Schweizer Meister, der allerdings ohne seine Nationalspieler angereist war. Ein mittlerer, im besten Fall auch höherer fünfstelliger Betrag dürfte beim Kassensturz kommende Woche bilanziert werden. Neben den Ticketeinnahmen und der Pfandbecher-Spende ging ein Euro pro Bratwurst und Pommes-Frites-Portion in den Spendentopf. Ein Halbzeit-Elfmeterschießen zwischen der zweiten Mannschaft und dem Frauen-Team brachte noch einmal 1000 Euro.

Der Gesamterlös geht jeweils zur Hälfte an die Ukraine-Hilfe der Stadt Karlsruhe und an diverse Projekte und Institutionen. Darunter lokale Einrichtungen wie das Karlsruher Tierheim oder die Faninitiative „Blau-weiß statt Braun“, die über den von den Nazis ermordeten Nationalspieler Julius Hirsch informiert und zum Boykott der WM in Katar aufrief. Die Robert-Enke-Stiftung, die über die „Volkskrankheit Depression“ aufklärte, zählt ebenso zu den Begünstigten wie die Initiative „Fußball macht satt“.

Die Gründe fürs Engagement

Der KSC unterhält seit gut drei Jahren eine Corporate Social Responsibility-Abteilung und ist damit ein typischer Vertreter der Fußball-Branche, die sich seit zwei, drei Jahren verstärkt dem sozialen Engagement zuwendet.

Und das aus mehreren Gründen. Zum einen aus dem aufrichtigen Willen heraus, sinnvolle Investitionen in eine Gesellschaft zu tätigen, als deren Teil man sich versteht. Zum anderen aber auch aus Image-Gründen, schließlich ist den meisten Managern bewusst, dass viele Fans den Fußball auch in Pandemiezeiten als abgehoben und egoistisch wahrgenommen haben. „Die Fußballvereine, auch der KSC, sind sich heutzutage ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst“, sagt Dorinja Adler, die beim KSC die Aktionen rund um das Benefizspiel koordiniert hat. Auch in Sachen Ökologie forderten viele Fans mehr Engagement der Proficlubs. Katastrophen wie die Lage in der Ukraine könne man schon gar nicht ignorieren. Folgerichtig startete am Wochenende ein Reisebus in Karlsruhe, der – finanziert von den Erlösen aus dem Benefizspiel – Hilfsgüter und Lebensmittel an die polnisch-ukrainische Grenze bringt. Auf dem Rückweg werden dann Kriegsflüchtlinge mit nach Baden genommen.