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Wenn mehr Polizisten als Spieler auf dem Rasen stehen, stimmt etwas nicht mit dem Fußballspiel. Das war so beim Zweitligaspiel KSC gegen Eintracht Frankfurt. Für einen Platzsturm und die chaotischen Auseinandersetzungen bei den Relegationsspielen gegen Regensburg hat der DFB ein "Geisterspiel" als Strafe erdacht. © dpa
02.08.2012

Berufung abgewiesen: KSC-Geisterspiel im Wildpark

Es bleibt beim «Geisterspiel» im Wildparkstadion: Fußball-Drittligist Karlsruher SC muss sein nächstes Heimspiel am 8. August gegen den VfL Osnabrück (19.00 Uhr) vor leeren Rängen austragen.

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Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies am Donnerstag die Berufung des Vereins gegen ein Urteil des DFB-Sportgerichts von Anfang Juli zurück, wie der Verband mitteilte. «Ausschlaggebend für das Urteil ist in erster Linie die Schwere der Vorkommnisse beim Spiel Karlsruhe gegen Regensburg», sagte der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts Goetz Eilers.

Bei dem Relegationsspiel Mitte Mai hatten KSC-Anhänger nach Spielende das Spielfeld gestürmt, Pyrotechnik abgebrannt und Ordner angegriffen. Später versuchten Randalierer, den Gästebereich und die Geschäftsstelle zu stürmen. Insgesamt waren mehr als 70 Personen verletzt worden, unter ihnen 18 Polizeibeamte.

„Wir sind mehr als enttäuscht. Das Urteil ist so für uns in keiner Weise nachvollziehbar, vor allem aufgrund des Verhandlungsverlaufs. Das Gericht hatte uns im Lauf der Verhandlung aus unserer Sicht deutlich signalisiert, dass es sich einen Teilausschluss als Urteil durchaus vorstellen kann“, erklärte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. „Es ließ sich dezidiert darstellen, wie eine Aufteilung der Kartenvergabe bei einem Teilausschluss aussehen würde. Darüber hinaus hatte der Kontrollausschuss deutlich formuliert, ein solches Urteil zu akzeptieren und nicht mehr dagegen vorzugehen.“

Nach zwei weiteren Unterbrechungen wurde dann das Geisterspiel-Urteil verkündet. „Einzig ausschlaggebend für das Gericht waren die Vorgänge um das Regensburg-Spiel, für die laut Bundesgericht aufgrund ihrer Schwere als Mindeststrafe nur ein Geisterspiel in Frage kam. Es wurde klar festgestellt, dass dem Verein selbst kein Fehlverhalten anzulasten ist. Der KSC wird nun einzig und allein für das Fehlverhalten der Chaoten, die hier zu Gange waren, zur Rechenschaft gezogen. Es entsteht uns ein enormer wirtschaftlicher Schaden“, so Wellenreuther weiter. „Wir können darüber hinaus zumindest vermuten, dass möglicherweise auch weitere noch ausstehende Verhandlungen eine Rolle bei der Urteilsfindung gespielt haben.“

Die Sanktion müsse angemessen sein, sagte Eilers. «Das Signal an die Störer und den Verein lautet: Auch für das DFB-Bundesgericht gilt das Null-Toleranz-Gebot.» Neben den Vorkommnissen während des Relegationsrückspiels wurden die Badener auch dafür bestraft, dass Karlsruher Anhänger bei den Zweitliga-Spielen gegen Energie Cottbus (17. Februar), beim FC St. Pauli (12. März) und bei Alemannia Aachen (29. April) sowie beim Relegationshinspiel in Regensburg (11. Mai) Pyrotechnik abgebrannt hatten. dpa

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