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Hielt es kaum auf seinem Sitz: Ispringens Trainer Bernd Reichenbach war mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen überhaupt nicht zufrieden.  Becker
Hielt es kaum auf seinem Sitz: Ispringens Trainer Bernd Reichenbach war mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen überhaupt nicht zufrieden. Becker
11.10.2015

Besleaga rettet den Ringern des KSV Ispringen das Remis

Es scheint fast so, als müsse sich der KSV Ispringen als Aufsteiger in der ersten Ringer-Bundesliga speziell in den Augen der Kampfrichter erst einmal hochdienen. Diesen Eindruck hatten die KSV-Verantwortlichen schon vor einer Woche beim 10:14 in Nendingen.

Und auch das jüngste 8:8 gegen Tabellenführer TuS Adelhausen vor rund 200 Zuschauern in der Ispringer Festhalle sorgte auf Gastgeberseite für reichlich Missstimmung.

Wäre da nicht der spektakuläre Schlusskampf von Igor Besleaga (75 Kilo/Griechisch-Römisch) gewesen, der seinen Adelhausener Gegner Sascha Keller zuerst per Überwurf durch die Luft wirbelte und anschließend mit einem Klammergriff auf die Schultern zwang. Dadurch rettete Besleaga dem KSV nicht nur das Remis, sondern verhinderte auch, dass sein Ispringer Trainer Bernd Reichenbach aus Ärger über Kampfrichter Uwe Steuler explodierte. Stattdessen stürmte Reichenbach auf die Matte und herzte den Neuzugang aus Moldawien, als hätte der gerade die Weltmeisterschaft gewonnen. „Wir sind heilfroh, dass wir ihn haben“, freute sich der Trainer und fügte hinzu: „Zum Mattenrichter sage ich besser gar nichts.“

Denn von ihm fühlten sich die Gastgeber gleich mehrfach benachteiligt. Bis in die Haarspitzen geladen war Reichenbach vor allem nach dem Duell von KSV-Ringer Jurij Belonowski gegen den ehemaligen Ispringer Stefan Kehrer in der Gewichtsklasse 98 Kilo/Freistil.

Mit Beinattacken und Haltegriffen hatte der Russe den Adelhausener klar beherrscht und einen 12:2-Punktsieg (3:0-Gesamtpunkte) geholt. „Kehrer war den ganzen Kampf über aber nur im Rückwärtsgang und wird dafür nicht ein einziges Mal wegen Passivität bestraft“, ärgerte sich Reichenbach. Hinzu kam kurz vor Zeitablauf noch ein Klammergriff des Russen, der Kehrer damit zu Boden drückte. Nicht wenige der Ispringer Zuschauer wollten dabei einen Schultersieg ihres Kämpfers gesehen haben. Für den KSV punktete außerdem der Ungar Balint Lam (130 Kilo/Griechisch-Römisch), der Felix Radinger knapp mit 2:0 Mattenpunkten (1:0) besiegte. Nahezu chancenlos war dagegen Ceyhun Zaidov (61 Kilo/Griechisch-Römisch), der gegen den bulgarischen Weltmeister von 2013, Ivo Angelov, beim Stand von 0:7 sogar verletzungsbedingt aufgeben musste und eine Vierer-Wertung abgab.

Mit 3:7 Punkten unterlag auch Michael Kaufmehl (86 Kilo/Freistil) dem Adelhausener Georgi Rubaev. In der 57er-Klasse ließ sich Freistil-Mann Anatoli Buruian gegen Zoheir El Quarragqe nur einen Punkt (2:3) abknöpfen. Diskussionswürdig war derweil das Griechisch-Römisch-Gefecht von KSV-Neuzugang Muhammed Yasin Yeter gegen Danijel Janecic (66 Kilo). Der Ispringer unterlag 0:1 (0:2), aber nur, weil er zwei Verwarnungen wegen Passivität kassierte und sein Gegner leer ausging.

„Es kann nicht sein, dass wir Woche für Woche massive Nachteile bei Verwarnungen haben“, schimpfte Bernd Reichenbach. Theoretisch müssten der KSV Ispringen und der TuS Adelhausen noch drei Kämpfe nachholen, weil beide Vereine Ringer für die Militär-WM abgestellt haben. „Es ist aber gut möglich, dass wir uns mit Adelhausen auf anderem Weg einigen“, betonte der KSV-Trainer.