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Peter Schultz (Gazelle Pforzheim/Königsbach).  Foto: Görlitz 
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Im Gleichschritt auf Medaillenkurs bei der Senioren-DM der Leichtathleten: Lidia Zentner (Gazelle Pforzheim/Königsbach).  Foto: Görlitz 
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Diese vier „Gazellen“ waren bei der Senioren-DM in Leinefelde-Worbis am Start (von links): Anita Bayha-Zaiser, Peter Schultz, Lidia Zentner und Britta Tepe.  Foto: Privat 

Besonderes Comeback: Lidia Zentner nach schwerer Erkrankung wieder auf Erfolgskurs

Pforzheim. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.“ Der legendäre Song von Udo Jürgens hat für Lidia Zentner nach einer Krebserkrankung im vergangenen Jahr eine besondere Bedeutung erlangt, wie sie sagt.

Denn nach der schweren Leidenszeit im Jahr 2018 feiert die mehrfache Welt- und Europameisterin der Senioren-Leichtathletik in diesem Jahr, ihrem 66. Lebensjahr, ein eindrucksvolles Comeback. Schon bei den deutschen Hallenmeisterschaften im März stand sie wieder an der Startlinie. Vorläufiger Höhepunkt war aber am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Leinefelde-Worbis/Thüringen der Gewinn der Silbermedaille über 5000 Meter in 22:45,85 Minuten in der Altersklasse W65.

Darüber hat sich Lidia Zentner natürlich sehr gefreut. Obwohl zweite Plätze bei deutschen Meisterschaften eigentlich nicht der Anspruch der gebürtigen Polin sind, die seit den 70er Jahren in Pforzheim lebt. Kein Wunder, als Masters-Läuferin hat sie seit 1995 zwölf mal WM-, 25 mal EM- und 55 mal DM-Gold geholt. Sie hält immer noch zahlreiche Altersklassen-Rekorde über alle möglichen Strecken, unter anderem ist sie siebenfache Weltrekordhalterin in der Altersklasse W60. Ihre Bestzeit über 5000 Meter liegt übrigens bei 17:22,80 Minuten.

Auch wenn Lidia Zentner erfolgsverwöhnt ist, hat sie sich über die Medaille im Leinesportpark sehr gefreut. „Alleine, dabei zu sein, war für mich ein Riesenerfolg nach meiner schweren Erkrankung mit Chemotherapie und Operationen. Mein eigentlicher Sieg ist, dass ich mich wieder zurückgekämpft habe“, freut sich die Sportlerin, die in Pforzheim als professionelle Trainerin mit der Betreuung von Laufgruppen aus Vereinen und Firmen beschäftigt ist und auch in ihrem Verein Läufer mit Erfolg betreut.

Lidia Zentner war bei der DM in Thüringen nicht die einzige Athletin aus dem Leichtathletikkreis Pforzheim. Mit ihr am Start waren die Teamkollegen von der Gazelle Pforzheim/Königsbach, Anita Bayha-Zaiser, Peter Schultz und Britta Tepe. Vor allem Peter Schultz hatte einen im wahrsten Sinne des Wortes einen Lauf: In der Altersklasse W70 holte er Gold über 800 (2:41,27 Minuten) und 1500 Meter (5:34,19) und Silber über 400 Meter (71,21 Sekunden). Auch Schultz ist kein unbeschriebenes Blatt in der Szene der Leichtathletik-Senioren: 2016 holte er ebenfalls DM-Gold über 800 und 1500 Meter.

Anita Bayha-Zaiser (W65), seit Herbst bei den „Gazellen“ aktiv, wurde jeweils Vierte über 100 (15,87 Sekunden) und 200 Meter (33,20). Britta Tepe (W50), in der Region eher bekannt als erfolgreiche Masters-Schwimmerin, versuchte sich auf ihrer ersten Leichtathletik-DM auf der 1500-Meter-Strecke und wurde nach 5:48,52 Minuten Neunte. „Sie hat Blut geleckt und läuft jetzt regelmäßig“, freut sich Lidia Zentner über den Neuzugang.

Bei den Titelkämpfen in Thüringen waren mehr als 1200 Frauen und Männer am Start. Am Schlusstag gab es noch einen sehr emotionalen Abschied. Guido Müller vom TSV Vaterstetten, Symbolfigur bei den Senioren und zigfacher Titelträger in allen Altersklassen, verabschiedete sich im Alter von 81 Jahren vom aktiven Sport. Auch die Pforzheimer feierten eine der schillerndsten Figuren der deutschen Senioren- Leichtathletik mit „Standing Ovations“.

Weitere Infos und alle Ergebnisse der Senioren-DM im Internet unter www.leichtathletik.de

Martin Mildenberger

Martin Mildenberger

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