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M. Voggenreiter
M. Voggenreiter
26.09.2017

Bisons-Chef sieht die eigene Sparte bedroht

Pforzheim. Marcus Voggenreiter verlagert zwar seinen Lebensmittelpunkt ins sonnige Spanien, doch das Pforzheimer Eishockey ist ihm alles andere als egal. Wird die St.-Maur-Halle ohne Zweckbindung verkauft, gibt es für die Bisons des 1. CfR Pforzheim keine Perspektive mehr. Nach dem, was er nun gehört habe, laufe es genau darauf hinaus, sagte der gebürtige Bayer der „Pforzheimer Zeitung“. Voggenreiter, der die Abteilungsleitung in naher Zukunft abgeben will, rechnet damit, dass ein Investor den Zuschlag bekommt, der aus der Eis- eine Trampolin-Halle machen will.

Den Bisons wäre es am Liebsten, Maxim Schein könnte die Halle übernehmen. Er ist Ingenieur, früherer Spieler und der designierte künftige Abteilungsleiter. Voggenreiter sagt, Schein sei bereit, 650 000 Euro zu investieren, um die Eishalle nach 26 Jahren auf Vordermann zu bringen. Er habe ein Konzept vorgelegt, das selbst eine Puck-Schule beinhalte. Allerdings könne dieser Investor der Stadt nur den berühmten symbolischen Euro zahlen.

Voggenreiter zufolge gibt es allerdings nicht nur diese beiden Interessenten. Natürlich müsste man bei jedem neuen externen Hallen-Betreiber schauen, was sich verändern würde, sagt Voggenreiter und kommt auf den Punkt Nutzungskosten zu sprechen. Er geht aber davon aus, dass die Bisons irgendwie klar kommen, sofern ihnen die Halle auch weiter zur Verfügung steht.

Unsicherheiten, wie es weitergehe, habe es in den vergangenen Jahren immer gegeben, sagt Voggenreiter, doch so kritisch wie nun sei die Situation noch nie gewesen. Das wundert und ärgert ihn: „Mir ist gesagt worden, dass ein Verkauf nur unter der Voraussetzung stattfindet, dass Eishockey weiter betrieben werden kann. Ich bräuchte mir da überhaupt keine Sorgen zu machen.“

Ein Ansprechpartner für ihn war WSP-Direktor Oliver Reitz, der gegenüber der PZ betont, noch sei nichts entschieden. Seinen Ausführungen zufolge ist der Gemeinderat inklusive der Ausschüsse am Zug. Angesichts unterschiedlicher Angebote könne man abwägen, ob die Priorität auf dem finanziellen Aspekt liege oder auf der Art der künftigen Nutzung.

Voggenreiters Informationen nach gibt es pro Jahr 50 000 Gäste, die in der St.-Maur-Halle Eis laufen. Und die Erfahrung zeige, dass ein kostendeckender Betrieb einer Eishalle in Pforzheim möglich sei. „Als ich mal von einem Minus von 100 000 Euro in einem Jahr gehört habe, war ich schon völlig baff“, sagt er. Die Kehrseite der Medaille sei aber, dass es an der Instandhaltung gehapert habe: „Die Kühlkreisläufe müssten komplett renoviert werden.“

Die im Oktober beginnende Landesliga-Saison dürften die Bisons in jedem Fall abwickeln können. Voggenreiter ist aber klar, dass Trainer, Spieler und das gesamte Umfeld mit über 150 Aktiven die Motivation verlieren würden, sollte sich Pforzheim von der Eishalle verabschieden. rks/kli