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26.10.2013

Bittere 1:4-Klatsche für TSV Grunbach

Ein wütender Fluch entweicht Joao Tardellis Lippen. Dominik Salz schüttelt fassungslos seinen behelmten Kopf. Und Adis Herceg lässt sich kopfschüttelnd auf seine Trainerbank fallen. Drei Reaktionen, ein Anlass: Gerade hat Ouadie Barini das 4:0 für den SGV Freiberg erzielt. Tardelli, Salz, Herceg, sie alle wissen: Nichts ist’s mit dem Sprung auf Platz eins der Fußball-Oberliga.

Bildergalerie: TSV Grunbach: 1:4-Schlappe gegen SGV Freiburg

Zu keiner Phase der Partie am Samstagnachmittag sah es so aus, als könne der TSV die „Vorlage“ des Spitzenreiters FC Nöttingen nutzen. Zwei Tage nach der 1:2-Niederlage der Remchinger gegen den FC Walldorf verloren die Grunbacher ihr Heimspiel folgerichtig mit 1:4 (0:2). Niko Rummel (27. Minute), Spetim Muzliukaj (45.+1, 63.) und Barini (64.) hatten die Schwaben in Führung gebracht, Dominik Salz hatte spät verkürzt – zu spät (86.).

An der verdienten Klatsche hatte nach Schlusspfiff niemand etwas zu deuteln. Herceg vom Grunbacher Trainer-Duo nicht, der analysierte: „Wir sind den Freibergen ins offene Messer gelaufen. Die Mannschaft hat heute einen ganz, ganz schlechten Tag erwischt.“ Auch nicht Antreiber Dirk Prediger, der einräumte: „Heute hatten wir es nicht verdient, zu gewinnen.“ Und – natürlich – auch nicht Freibergs Trainer: „Wir kommen sehr gerne hier her“ meinte Ramon Gehrmann angesichts des zweiten 4:1-Siegs in Grunbach innerhalb von 13 Monaten, ehe er erklärte: „Meine Jungs haben heute alles abgerufen, was wir uns vorgenommen haben.“ Mit einer offensiven Ausrichtung sei er bewusst ein hohes Risiko gegangen, weil er wusste: „Wenn man hier zu passiv agiert, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man ein Tor kassiert.“

Im Spiel war schnell zu sehen, dass sich das Risiko für Freiberg auszahlen würde. So war schon das 1:0 in der Luft gelegen: Minutenlang segelte Eckball um Eckball in den Grunbacher Strafraum. „Vier Eckbälle hintereinander wurden lang geschlagen, wir stehen viermal zu kurz und viermal kommt der Gegner dazwischen“, kritisierte Herceg treffend. Zwar landete Muzliukajs Versuch nach 19 Minuten noch an der Unterkante der Latte und schließlich vor der Torlinie. Doch eine weitere Zeigerumdrehung später war es passiert: TSV-Torwart Manuel Salz parierte einen weiteren Muzliukaj-Kopfball, im Nachsetzen drückte Kapitän Niko Rummel das Leder über die Linie.

Erst als Manuel Salz kurz danach einen Schuss des quirligen Angreifers Marius Kunde gehalten hatte (23.), wurde der TSV etwas aktiver. Den Weg aufs oder gar ins Freiberger Tor fanden aber weder zwei Kopfbälle von Dominik Salz (28., 36.) noch der Freistoß von Fatih Ceylan (35.). Ceylan war es auch, der kurz vor der Pause die bis dato größte Grunbacher Gelegenheit vergab: Nach Dirk Predigers Flanke zimmerte er den Ball volley aufs kurze Eck – doch SGV-Schlussmann Hennig Bortel war zur Stelle. Das 2:0 fiel schließlich just in dieser kleinen Grunbacher Drangphase: Kunde ließ die versammelte TSV-Verteidigung stehen und passte zu Muzliukaj, dessen Schuss aus zehn Metern Manuel Salz zwar noch berühren, aber nicht mehr abwehren konnte.

Mit „stehts bemüht“ ist das Grunbacher Spiel nach dem Seitenwechsel wohl am besten beschrieben. Statt mit flüssigem Kombinationsspiel versuchten sie es mit dem Kopf durch die Wand. Herausgespielte Chancen – Fehlanzeige. Stattdessen schlug Freiberg doppelt zu: Der 18-jährige Kunde hängte auf links Marc Mägerle ab und sah den frei stehenden Muzliukaj. Erneut passte er den Ball zu dem Torjäger, erneut zog der 24-Jährige ab – und erneut zappelte der Ball im Netz.

Grunbach hatte sich nicht erholt, da musste Manuel Salz schon wieder hinter sich greifen: Barini hatte aus 20 Metern Maß genommen und auf 4:0 erhöht. Und der TSV, das Überraschungsteam der bisherigen Saison? Dem fiel erst in den letzten Spielminuten wieder etwas ein: Flanke Ceylan, Schuss Salz – das Vorjahresergebnis von 1:4 war wieder hergestellt.