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Knapp mit 2:1 Kampfrichterstimmen, aber verdient, setzte sich der junge Pforzheimer Sportclub-Halbweltergewichtler Liewen Daugill (links) gegen Tomy Abermet aus Neckarsulm durch. Foto: Becker
Knapp mit 2:1 Kampfrichterstimmen, aber verdient, setzte sich der junge Pforzheimer Sportclub-Halbweltergewichtler Liewen Daugill (links) gegen Tomy Abermet aus Neckarsulm durch. Foto: Becker
Gut besucht war die Pforzheimer Jahnhalle beim Baden-Württemberg-Cup des Boxrings Blau-Weiß. Ein Nummerngirl (Mitte) zeigte die jeweiligen Runden an.  Foto: Becker
Gut besucht war die Pforzheimer Jahnhalle beim Baden-Württemberg-Cup des Boxrings Blau-Weiß. Ein Nummerngirl (Mitte) zeigte die jeweiligen Runden an. Foto: Becker
12.10.2015

Blau-Weiß-Turnier: Pforzheimer boxen sich durch

Ob der Boxring Blau-Weiß Pforzheim an die glorreichen 70er- bis 90er-Jahre anknüpfen kann mit internationalen Erfolgen eines René Weller, Markus Bott und Alexander Künzler, steht in den Sternen. Zumindest als Veranstalter ist der Traditionsclub jedoch auf einem guten Weg. Vorsitzender Kay Bressel und seine Mitstreiter organisierten erstmals wieder seit – nach eigenen Angaben – sieben Jahren eine Großveranstaltung in der Jahnhalle. Baden-Württemberg-Cup nannte sich die Veranstaltung, die Faustkämpfer von rund 20 Vereinen und über 200 Zuschauer anlockte.

Fünf Pforzheimer stiegen dabei in den Ring, wenn auch nicht vom veranstaltenden Box-Ring Blau-Weiß, sondern von den beiden anderen Pforzheimer Vereinen Box-Center und Sportclub. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Vier Lokalmatadore verließen als Sieger das Seilgeviert.

Im Jugend-Halbweltergewicht bekam Sportclub-Talent Liewen Daugill mit dem Neckarsulmer Tomy Abermet einen Gegner vor die Fäuste, der ihm alles abverlangte. Daugill, 16-jähriger Berufsschüler in Mühlacker, schaffte es dank seines „technisch unglaublichen Riesenpotenzials“, so SCP-Trainer Detlef Andler, aus einer perfekten Deckung mehr und klarere Treffer zu landen. „Er wird seinen Weg gehen“, ist Andler von seinem Šchützling, dem baden-württembergischen Jugendmeister der 65-Kilogramm-Klasse, überzeugt. Mit 2:1-Kampfrichterstimmen fiel der Punktsieg dennoch ebenso knapp aus wie der Erfolg von Daugills SCP-Vereinskumpel Philipos Beyene. Der 18-jährige Pforzheimer beherzigte die Taktik seines Coaches Andler, den unsauber agierenden Mannheimer Adem Kartal auf Distanz zu halten. Keine Chance auf Pforzheimer Sportclub-Seite hatte lediglich in der Männer-Klasse bis 75 Kilo der 37-jährige Erkan Can, der gegen den Ludwigsburger Dennis Romano erstmals nach 15 Jahren wieder in den Ring stieg.

Box-Center beeindruckend

Voll überzeugen konnten, ebenfalls im Männerbereich, die beiden Teilnehmer des Box-Centers Pforzheim. Leonardo Di Stefano Lopez legte gegen den Ebinger Ali Andac, ebenfalls in der 75-Kilo-Klasse, ab der zweiten Runde einen Zahn zu, landete Wirkungstreffer an Kopf und Körper, so dass im zweiten Durchgang aus der Ebinger Ecke das Handtuch zur Aufgabe flog – technischer K.o-Sieg für den Pforzheimer. Über die volle Distanz musste in derselben Gewichtsklasse sein Box-Center-Kamerad Kisala Dinamuene gehen, der auf Fredi Knorpp aus Giengen an der Brenz traf. Ab der zweiten Runde dominierte der Pforzheimer eindeutig das Geschehen und sicherte sich den unumstrittenen Punktsieg.

Voll zufrieden war Blau-Weiß-Chef Kay Bressel mit dem Niveau der 24 Kämpfe, darunter auch drei Frauen-Duelle. Fest steht für ihn: „Wir wollen die Box-Tradition wieder neu aufnehmen und auch im nächsten Jahr eine solche Veranstaltung organisieren. Die Unkosten wurden gedeckt.“ Dann sollen auch Kämpfer des eigenen Vereins ihre Stärke beweisen. Die beiden Schüler- und Schülerin-Papiergewichtler/in (bis 34 Kilo) Hasan Jaber und Jinin El-Abdallah hatten ebenso keine Gegner gefunden wie Jugend-Halbmittelgewichtler (66 Kilo) Anton Holakovski. Und Superschwergewichtler Betim Bucolli konnte arbeitsbedingt nicht regelmäßig trainieren und musste folglich von vornherein passen.