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Selbstbewusst:  Nöttingens Trainer Michael Wittwer reagiert gelassen auf Ablenkungsversuche der Oberliga-Gegner.
Selbstbewusst: Nöttingens Trainer Michael Wittwer reagiert gelassen auf Ablenkungsversuche der Oberliga-Gegner. © Becker
07.03.2011

Bloß nicht ablenken lassen: FC Nöttingen vor dem Aufstieg

NÖTTINGEN. Der Erfolg hat viele Neider. Das bekommt diese Runde vor allem der FC Nöttingen in der Fußball-Oberliga zu spüren. Mit allen Mitteln versucht die Konkurrenz dem Spitzenreiter ein Bein zu stellen.

Provozierende Fans an der Außenlinie, unqualifizierte Kommentare in Stadionheften oder auch das absichtliche Verlegen von Spielen auf den Kunstrasen, so wie am vergangenen Spieltag beim FC Normannia Gmünd – den FC Nöttingen erschüttert nichts. „Vor der Runde hat niemand mit uns gerechnet, deshalb versuchen die Gegner nun, uns mit allen Mitteln zu schlagen“, weiß Nöttingens Trainer Michael Wittwer, der sich über die Platzbedingungen in Gmünd heftig aufregte. Der 2:1-Sieg war für ihn am Ende dann auch eine gewisse Genugtuung. Sein Kommentar nach der Partie: „Wenn der nächste Verein meint, er müsste gegen uns auf dem Marktplatz spielen, dann sollen sie’s machen. Dann gewinnen wir eben auch dort.“ Rumms, das saß!

Laut Wittwer hätte man nämlich sehr gut auf dem Rasen im Stadion spielen können. „Wir sind vor der Partie über den Platz gelaufen, der war in besserem Zustand als zuletzt in Kehl oder unser Platz im Spiel gegen die Kickers.“

Doch, was soll’s. Der FC Nöttingen ließ sich auch in Gmünd nicht vom Erfolgsweg abbringen. Wittwer bewies einmal mehr ein hervorragendes Trainer-Händchen und seine Spieler setzten die Vorgaben um. Über Standards zum Erfolg kommen, hieß die Devise. Deshalb entschied sich der Coach vor der Partie auch für den Standardspezialisten Thomas Ollhoff als zweite „Sechs“ neben Felix Zachmann. Und der taktische Schachzug ging voll auf.

Taktik ging voll auf

Ollhoff bereitete mit einem Freistoß den 1:1-Ausgleich durch Timo Brenner vor. Und auch der 2:1-Siegtreffer resultierte aus einem Standard: der eingewechselte Marco Mössner, bekannt für seine weiten Einwürfe, brachte das Leder in den gegnerischen 16er, wo Stürmer Leutrim Neziraj eiskalt vollstreckte. Gmünd am Boden, der FCN obenauf. Wittwer verließ mit breiter Brust den Platz. Er ist stolz auf sein Team, das den Rückstand aufholte. „Sie hat den Willen, gegen Widerstände anzukämpfen“, weiß der 44-Jährige und erinnert sich an das 2:2 zu Beginn der Runde in Weinheim, als seine Jungs bei brütender Hitze einen 0:2-Rückstand wettmachte. Woher kommt dieser Wille?

„Wir haben mit Telle, Kolinger, Brenner und Zachmann Typen, die die Mannschaft kräftig pushen“, sagt Wittwer. Er selbst gehört aber auch zu den Motivationskünstlern. „Winnie Schäfer hat das damals beim KSC forciert. Das habe ich mitgenommen“, so der Ex-Profifußballer.

Der nächste Motivationsschub kommt bestimmt – am Freitag im Heimspiel gegen Weinheim.