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01.10.2009

Brettens Oberbürgermeister neuer KSC-Präsident

KARLSRUHE. Paul Metzger ist auf einer turbulenten Mitgliederversammlung zum neuen Präsidenten des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC gewählt worden. Der Brettener Oberbürgermeister setzte sich in der Nacht zum Donnerstag mit 748 Stimmen gegen die Mitbewerber Rolf Kahn (295) und Siegfried König (381) durch. Metzger tritt die Nachfolge von Hubert Raase an, der sein Amt nach knapp sieben Jahren zur Verfügung gestellt hatte.

Beim erst nach Mitternacht beendeten Wahlgang gaben von den anwesenden 1534 Mitgliedern nur noch 1435 ihre Stimme ab. Elf davon waren ungültig. In der vorangegangenen mehrstündigen Diskussion war es zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Lagern und beim Auftritt von Oliver Kahn beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen. Der ehemalige Nationaltorhüter wurde bei seinem Vortrag, in dem er seinen Vater bei dessen letztlich erfolgloser Kandidatur mit keinem Satz erwähnte, ausgebuht und ausgepfiffen. „Mein Vater braucht meine Hilfe nicht“, erklärte Kahn Junior.

Zuvor hatte Raase auf der Bilanzpressekonferenz des Vereins verkündet, dass der Verein trotz des Abstiegs aus der Bundesliga in der vergangenen Saison einen Gewinn von 1,94 Millionen Euro erzielt hat. „Die positive Abweichung zum Planergebnis ergibt sich hauptsächlich aus aufgrund des nicht erreichten Klassenerhaltes ersparten Punktprämien und Sonderzahlungen“, sagte der Unternehmer.

Hätte der Abstieg vermieden werden können, wäre das Ergebnis laut Raase ausgeglichen ausgefallen. „Wir haben nun auch keine Bankschulden mehr“, erklärte der 65-Jährige. Bereits in der Vorsaison hatte der Club 2,39 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Zum ersten Mal seit Beginn des neuen Jahrtausends wies der KSC auch wieder ein positives Eigenkapital in seiner Bilanz aus. „Ich bewerte den Gewinn als respektables Ergebnis“, lobte der Verwaltungsratschef Peter Mayer.
Raase räumte aber auch ein, dass in der aktuellen Saison ein Verlust von zwei Millionen Euro drohe. Grund seien die zusätzlichen finanziellen Belastungen durch den nicht erfolgten Verkauf der Spieler Dino Drpic und Markus Miller. „Ob dies allerdings so kommt, wissen wir alle nicht. Das ist eine Prognose, die das Präsidium aufgrund der Zahlen vom 31. August gegenüber dem Verwaltungsrat abgegeben hat“, relativierte dagegen Mayer. dpa