nach oben
13.07.2010

Brückenbauer: Trainer Rudi Herzog beim 1. CfR Pforzheim

Für Schnelligkeit und Ausdauer schuften, Raumdeckung schulen, Automatismen entwickeln, die erste Elf finden. All das wird sicherlich Niederschlag finden im Vorbereitungsplan des Rudi Herzog. Doch ein Punkt steht noch über allen anderen Dingen für den Trainer des 1. CfR Pforzheim: „Wir-Gefühl entwickeln.“ Das hat Herzog beim Trainingsauftakt des 1. CfR Pforzheim als erstes Ziel ausgegeben. Es soll zusamenwachsen, was immer im großen Gegensatz stand: Rassler und FCPler.

Bildergalerie: Die Farben der Fusion: 1. FCP und VfR bilden den 1. CfR Pforzheim 1896

Mehr als 40 Spieler versammeln sich beim Trainingsauftakt des 1. CfR Pforzheim auf dem Reitturnierplatz. Da steht der ehemalige VfR- neben dem FCP-Spieler. Seit einer Weile sind sie CfR-Kameraden, gehören zum selben Team. Auf dem Papier. Doch auf dem Platz? Dort muss sie erst zusammenwachsen – eine Mannschaft, in deren Brust zwei Herzen schlagen.

Wie sehr das Herz mancher, wenn nicht vieler, Spieler noch für ihre alten Vereine schlägt, kann man auf dem Trikot eines Spielers nachlesen. Da steht: „Eimal Rassler, immer Rassler“. Heißt das gleichwohl: Niemals CfRler?

Auf Chefcoach Herzog kommt eine Herkules-Aufgabe zu: Dem Fusionsclub, den die Vereinsbosse am Reisbrett entwarfen wie Architekten, muss Herzog eine Seele einhauchen. Die Seele eines Fußballcubs ist die Mannschaft. Damit diese harmoniert und funktioniert, muss Herzog mehr sein sein als Fußballlehrer. Er muss Brückenbauer sein zwischen Holzhof und Brötzinger Tal. Er muss ein Integrationsbeauftragter sein, Spieler eingliedern, eine gemeinsame Identität und einen Gemeinschaftsinn stiften. Er muss ein Vermittler sein zwischen Rassler-Welt und Club-Kosmos. Er muss schließlich auch Psychologe sein, auf Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, motivieren.

Seine Biographie prädestiniert ihn für all diese Aufgaben. Er ist ein VfR-Urgestein, war am Holzhof als Spieler, Jugendtrainer und Chefcoach tätig – ehrgeizig und erfolgreich. Seine VfR-Vergangenheit hinderte ihn nicht daran, später als erfahrener Trainer zum FCP zu wechseln, um dort erfolgreich zu sein. Herzog taugt als Identifikationsfigur für das CfR-Team. Ein CfR-Team, das er noch formen muss. Es bleibt ihm Zeit bis zum 21. August, dann steht das erste CfR-Heimspiel gegen den FV Lauda in der Verbandsliga an.