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Den Pachtvertrag für das neue Rugbystadion des TV Pforzheim am Eutinger Rattachweg unterschrieben (vorne, von links) SWP-Prokurist Peter Löffler und Rugby-Fördervereinsvorsitzender Sven Jargstorff. Mit dabei waren (hinten, von links) Alexander Faber, Udo Schwarz, Mustafa Güngör, Norbert Poff, Ortsvorsteher Helge Hutmacher, Jens Poff, Dirk Aigenmann und John Willis.
Stadionvertrag SWP TVP Rugby Bundesliga © Kurtz
07.05.2013

Bundesliga-Rugby bis 2016 in Eutingen: SWP überlässt TV Pforzheim Stadion am Rattachweg

Die Stadion-Odyssee der Rugbyspieler des TV Pforzheim hat vorerst ein Ende gefunden. Zumindest bis Ende 2016. Die Stadtwerke Pforzheim (SWP), Eigentümer des Sportplatzes am Rattachweg 46 im Stadtteil Eutingen haben mit dem TVP einen Pachtvertrag unterschrieben, mit dem die „Rhinos“ jetzt endlich Herr im eigenen Stadion sind. Und die zweite Unterschrift von SWP-Prokurist Peter Löffler besiegelte einen Sponsoringvertrag, der es dem TVP erlauben soll, weiterhin für Furore in der Rugby-Bundesliga zu sorgen.

Gerne hätten die TVP-Verantwortlichen ihren Gästen nach der Vertragsunterzeichnung ein Bundesliga-Spiel gezeigt. Die Pforzheimer Rugbyspieler warteten im Achtelfinale der Playoff-Runde zur Deutschen Meisterschaft jedoch vergebens auf den Gegner USV Potsdam. Der hatte es vorgezogen, wegen einer angeblich nicht kompletten Mannschaft die weite Fahrt in den Süden nicht anzutreten. So muss der TVP jetzt im Viertelfinale zum Berliner RC fahren. Der BRC wurde Zweiter in der deutlich schwächer besetzten Meisterrunde Nord/Ost, weshalb der TVP, Tabellendritter der Meisterrunde Süd/West, als Favorit nach Berlin reist. Im Halbfinale könnte dann der bislang noch ungeschlagene Heidelberger RK warten – das wäre dann die Wiederholung des Meisterschaftsfinales von 2012, das der TVP knapp mit 16:20 verloren hatte.

Eutingens Ortsvorsteher Helge Hutmacher, samstags sonst mit Trauungen beschäftigt, hatte sich extra frei genommen für die Vertragsunterzeichnung am Rattachweg. „Ich freue mich, erstmals einen Bundesligisten in Eutingen zu haben“, sagte Hutmacher zur Entwicklung in seinem „sportlichen Stadtteil“. Dass auch die Eutinger Jugend von der Platzsituation profitiert, war ein Anliegen des CDU-Stadtrats, dem Präsident Norbert Poff entsprechen will.

Der Weg für die Rugbyspieler zur Eutinger Spielstätte wurde frei, als die Fußballer des FC Eutingen mit Germania Brötzingen zum SV Kickers Pforzheim fusionierten und die Germania-Plätze auf der Wilferdinger Höhe nutzten. Die Stadtwerke hatten das Areal in den Enzauen gekauft, um hier dem Grundwasserschutz und der Sicherung der Pforzheimer Quellen Rechnung tragen zu können. Größere Um- und Ausbauten sind daher auf dem Areal nicht möglich. Zumindest bis Ende 2016 jedoch können die „Rhinos“ ihren Bundesliga-Spielbetrieb und die Spiele der Zweiten und der Jugend-Mannschaft aufrecht erhalten.

Teammanager Jens Poff sucht schon jetzt das Gespräch mit der Stadtverwaltung, um Aussichten auf bespielbare Plätze über das Jahr 2016 hinaus zu erlangen. Über eine Verlängerung der gerade besiegelten Pacht konnte Löffler noch keine Auskunft geben. Langfristig, so wünscht man es sich bei den Stadtwerken, wolle man alle Aktivitäten in den Enzauen reduzieren, denn 30 Prozent des SWP-Wassers kommt aus eigenen Quellen in den Enzauen und im Grösseltal. Wichtiger als der TVP-Rugbyplatz für die Sicherung der Eigenwasserversorgung sei jedoch der Holzhof, die Spielstätte des früheren VfR Pforzheim.