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Die Tage der alten Tribüne im Brötzinger Tal sind gezählt. Die Abrissgenehmigung liegt vor. Fotos: Ketterl
Die Tage der alten Tribüne im Brötzinger Tal sind gezählt. Die Abrissgenehmigung liegt vor. Fotos: Ketterl
25.11.2016

CfR hofft auf Weihnachtsgeschenk - Mitgliederversammlung unterstützt Führung in Sachen Stadionbau

Die Leistungen des CfR Pforzheim in der Fußball-Oberliga finden Anerkennung. Als Tabellenvierter hat er die Regionalliga im Visier – und das trotz schwierigster Rahmenbedingungen. Bei der Mitgliederversammlung fielen deutliche Worte in Richtung Stadtverwaltung.

Angesichts der sich hinziehenden Sanierung des Sportgeländes im Brötzinger Tal wetterte das für den Spielbetrieb verantwortliche Vorstandsmitglied Torsten Heinemann: „Wir trainieren zwischen einem Bauzaun. In den Duschen funktioniert fast nichts. Nach dem Training kommen die Spieler aus der Eiseskälte herein und müssen vor zwei Duschen Schlange stehen. Das sind Zustände wie im Ostblock.“

Sondersitzung noch 2016?

Vorstandsvorsitzender Markus Geiser hatte bereits zuvor seinen Bericht ausschließlich unter das Thema Bau einer neuen Tribüne gestellt. Der derzeit als Variante drei gehandelte Vorschlag – eine Systemtribüne mit einem daneben stehenden Gebäude mit unter anderem Fitnessraum, Schulungsraum, Geschäftszimmer - „ist eigentlich mit Zwischenvarianten schon die Variante acht oder neun.“ Laut Geiser sei die Unterstützung durch das städtische Dezernat drei „sehr gut“, trotz Kritik aus anderen Dezernaten. „Wir liefern Ideen und Konzepte in einer Geschwindigkeit, die eigentlich unmenschlich ist. Wir verlangen Nägel mit Köpfen beim Tribünenbau.“ Am kommenden Dienstag stehe ein Gespräch von OB Gert Hager mit Vertretern des Dezernats drei an. Hager habe eine Sondersitzung des Gemeinderates signalisiert. „Wir hoffen auf ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk.“ Dennoch schränkt CfR-Chef Geiser ein: „Ich fürchte, dass der Tribünen-Abriss und der Baubeginn erst am Ende der Saison erfolgen kann. Wenn wir die Sache bis Ende 2017 hinkriegen würden, wäre das ein Wunder.“

Rückenwind für Vereinsspitze

Jedenfalls darf sich das Vorstandsgremium der Unterstützung aller Getreuen sicher sein. Als sich Mitglied Erich Schabel bei Geiser bedankte, honorierte dies die Versammlung mit starkem Applaus. Dieser Beifall wurde nur noch übertroffen, als Edgar Schneider für seine Verdienste mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt wurde – die höchste Auszeichnung des CfR (siehe gesonderter Bericht über die Ehrungen).

Auch bei den Wahlen für zwei Jahre, bei den Entlastungen und in kleineren Satzungsänderungen kam die ungeteilte Zustimmung der 89 anwesenden Mitglieder zum Ausdruck. Die sechs Vorstandsmitglieder Markus Geiser, Wolfgang Fischer (Finanzen), Reinhardt Schopf (Inneres, Geschäftsführung, Verwaltung, Mitgliederverwaltung), Torsten Heinemann (Spielbetrieb), Marco Nabinger (Öffentlichkeit) und Benjamin Stumpp (Jugendleiter) wurden ebenso einstimmig bestätigt, wie der 22-köpfige Verwaltungsrat, bestehend aus den sechs Abteilungsleitern, weiteren Funktionsträgern sowie Beisitzern.

Auch finanziell befindet sich der vor sechs Jahren entstandene Fusionsclub auf einem guten Weg. Bei Einnahmen und Ausgaben von über einer halben Million Euro kam noch ein kleines Plus von 1327 Euro zustande. Auf der Passivseite stehen zwar noch 233 000 Euro, allerdings betrugen die Verbindlichkeiten schon 300 000 Euro, wie Wolfgang Fischer erläuterte. Und selbst die Mitgliederzahl ist von 850 auf 875 gestiegen, vor allem aufgrund der seit einem Jahr bestehenden Inklusions-Abteilung. Jetzt fehlt zum vollkommenen Glück nur noch der Tribünenbau und der Aufstieg. Heinemann gibt das sportliche Ziel vor: „Den zweiten Platz haben wir mindestens verdient.“