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Volle Kraft voraus:  Silke Lippok ließ bei den deutschen Meisterschaften viele Gegnerinnen hinter sich.
Volle Kraft voraus: Silke Lippok ließ bei den deutschen Meisterschaften viele Gegnerinnen hinter sich. © Seifert
28.06.2009

Chance auf WM-Teilnahme

BERLIN/PFORZHEIM. Silke Lippok von der SSG Pforzheim hat bei den deutschen Meisterschaften in Berlin an den letzten beiden Tagen die Plätze fünf und sechs über 50 und 100 Meter Freistil erschwommen.

„Ein bisschen runtergezogen hat es mich schon“, gesteht Silke Lippok. Nein, mit dem Rennen über 100 Meter Freistil am Samstag war die 15-Jährige nicht wirklich zufrieden. „Der Platz ist okay“, erzählt Lippok, „aber ich wollte schneller sein.“ Eine Zeit unter 55 Sekunden hatte sich die Schülerin aus Pforzheim vorgenommen. Doch daraus wurde nichts. Lippok schlug als Sechste in 55,46 Sekunden an. „Ich war vorher ganz schön nervös, muss ich zugeben. Das hat mir schon zugesetzt“, so Lippok rückblickend. Kein Wunder: Im gleichen Lauf schwamm auch Topstar Britta Steffen, die vor ihrem Heimpublikum mit 52,56 Sekunden ihren eigenen Weltrekord pulverisierte (siehe Text rechts). Zudem hatte Lippok die Möglichkeit, sich für die deutsche Staffel bei der Weltmeisterschaft im kommenden Monat in Rom zu qualifizieren. Seit Samstag ist klar: Britta Steffen, Daniela Samulski und Daniela Schreiber – gehen für Deutschland ins Rennen. Das Trio blieb deutlich unter 55 Sekunden. Welche Schwimmerin den vierten Staffelplatz einnimmt und wer als Ersatzfrau mit nach Italien fährt, darüber will der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) erst heute befinden. „Ich habe mich mit Bundestrainer Dirk Lange unterhalten. Er hat Silke Hoffnungen gemacht, dass sie nominiert wird, aber entschieden ist noch nichts“, berichtet Lippoks Trainer Rudi Schulz. „Mein Bauchgefühl sagt, dass Silke in Rom am Start sein wird“, meint der Übungsleiter. Ebenso steht noch in den Sternen, ob der DSV eine Staffel über 4 × 200 Meter Freistil ins Rennen schickt. Sollte dies der Fall sein, hätte Lippok als amtierende deutsche Meisterin Chancen, dabei zu sein.

Gestern stand seine Musterschülerin noch im A-Finale über 50 Meter Freistil und wurde Sechste (25,84 Sekunden). „Damit bin ich zufrieden. Ich war von den Wettkämpfen davor noch geschlaucht“, erklärt Lippok. Und das ist nur logisch. Lippok maß sich auf sieben Strecken mit ihren Konkurrentinnen. Die Bilanz kann sich sehen lassen. Lippok qualifizierte sich fünfmal für den Endlauf. Der Höhepunkt war der Gewinn der deutschen Meisterschaft über 200 Meter Freistil. Zum A-Finale über 50 Meter Rücken trat sie nicht an. „Das wäre zu viel des Guten gewesen. Sie ist ja keine Maschine“, erklärt Rudi Schulz.

Kaum sind die deutschen Meisterschaften zu Ende, hat Lippok auch schon die nächsten Titelkämpfe auf dem Radar. Am kommenden Sonntag fliegt die Gymnasiastin zu den Junioren-Europameisterschaften nach Prag. „Ich bin für sieben Rennen gemeldet, vier im Einzel und drei mit der Staffel. Ich will zwei Medaillen holen über 100 und 200 Meter Freistil“, strotzt Lippok vor Ehrgeiz.

Anschließend würde es sofort zu einem Lehrgang der Frauen-Nationalmannschaft gehen – vorausgesetzt, der deutsche Schwimm-Verband nominiert das Ausnahmetalent für die WM. „Es wäre ein Traum“, sagt Lippok.