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Wenigstens halfen die Tipps von KSV-Trainer Alexander Leipold Nicholas Gwiazdowski, der seinen Kampf in der 130 kg-Klasse mit technischer Überlegenheit gewann.  Foto: Becker 
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Ordentlich umhergewirbelt wurde Ispringens Ibrahim Fallacara vom Weingartener Luis Orta.  Foto: Becker 

Chancenlos im ersten Finalkampf: War’s das schon für KSV Ispringen?

Pforzheim. Mit so einem deutlichen Ergebnis hatte wohl niemand vor dem Final-Hinkampf der Deutschen Ringerliga gerechnet. Der KSV Ispringen verlor am Samstagabend in der gut besuchten Pforzheimer Jahnhalle ziemlich deutlich mit 9:21 gegen den SV Germania Weingarten und muss nun im entscheidenden Rückkampf am kommenden Samstag ab 19.30 Uhr in der Walzbachhalle Weingarten schon ein kleines Wunder schaffen, um den Titel noch zu gewinnen. Unter den Zuschauern in der Jahnhalle befanden sich unter anderem der Ispringer Bürgermeister Thomas Zeilmeier und sein Stellvertreter Wolfgang Ballarin. Auch der Pforzheimer SPD-Stadtrat Uwe Hück ließ sich diesen ersten Finalkampf nicht entgehen.

Flieger mit Verspätung

Doch der Kampfabend ging schon gleich mit einer Hiobsbotschaft für die Ispringer los. Nugsari Tsurtsumia (60 kg Freistil), amtierender Weltmeister war für den ersten Kampf vorgesehen, erschien aber nicht rechtzeitig zum Wiegen, da sein Flieger Verspätung hatte. Die vier Punkte erhielt somit kampflos sein Gegner Javier Dumenigo. Kein guter Auftakt für den KSV.

Ispringens Nicholas Gwiazdowski (130 kg FR) behielt wenigstens mit seinen Beinschrauben die Oberhand gegen Etienne Wyrich, und konnte seinen Kampf vorzeitig gewinnen, somit stand es 4:4. Nach diesem Duell brach jedoch das Unheil über die Mannschaft von Alexander Leipold heein. Der Ispringer Trainer musste hilflos vom Mattenrand mit ansehen, wie seine drei nächsten Ringer von Weingarten von der Matte gefegt wurden.

Als erstes erwischte es Muslim Sadulaev bei seinem Debüt für Ispringen (61 kg FR). Er wurde nach 2:45 Minuten von Reinerie Andreu auf die Schultern gelegt.

Als nächster wurde Kiril Milov (89 kg GR) vom Germanen Nikoloz Kakehashvili über die Matte gedreht. Allerdings muss festgehalten werden, dass Milov mit einer Rippenprellung an den Start ging und am Ende mit großen Schmerzen einfach chancenlos blieb.

Im abschließenden Kampf zur Halbzeit hatte Ibi Fallacara (67 kg griechisch-römisch) keine Chance gegen den Kolumbianer Luis Orta. Mit einem 16:4 ging das Team von Frank Heinzelbecker begleitet vom frenetischen Applaus der Weingartener Fans in die Pause.

Im zweiten Durchgang holte Ispringens Zelimkhan Minkailov (87 kg FR) in einem abwechslungsreichen Kampf mit der letzten Wertung einen Punkt für sein Team.

Mit Spannung wurde dann das Duell zwischen Israil Kasumov (72 kg FR) und Alejandro Valdes erwartet. Der Kubaner in Diensten der Weingartener hatte keine Mühe mit dem Ispringer Griffkünstler, siegte klar, und brachte drei weitere Punkte auf das Konto der Gäste. Im folgenden Kampf wehrte sich Bogdan Eismont (87 kg GR) vergeblich gegen Jan Fischer, der am Ende mit 1:0 gewann.

Der Ispringer Punktegarant in dieser Saison, Aik Mnatsakanian (77 kg GR), siegte hingegen mit einer tollen Leistung gegen Valentin Petic mit technischer Überlegenheit und konnte somit vier weitere Punkte auf das magere Ispringer Konto verbuchen.

Das abschließende Duell verlor Darsam Dzhaparov (77 kg FR) knapp mit 0:1 gegen Magomed Kadimagomedov – die Stimmung beim KSV war dementsprechend. Die Weingartener Griffkünstler hingegen feierten ausgelassen mit ihren Fans den in dieser Höhe nicht zu erwartenden Sieg gegen eine schwache Ispringer Mannschaft. Ob das Leipold-Team im Rückkampf noch was ausrichten kann, ist fraglich. „Wir geben alles“, so der KSV-Coach. „Wir versuchen zu gewinnen – und natürlich hoch zu gewinnen.“