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Wie sich ein badischer Pokalsieg anfühlt, durften die die Nöttinger zuletzt 2017 erfahren. Jetzt will das Team wieder ins Finale einziehen.  Foto: Hennrich/PZ-Archiv 

DFB-Elf als Vorbild: Schafft der FC Nöttingen gegen Waldhof Mannheim eine Überraschung?

Remchingen-Nöttingen. Der FC Nöttingen kann Pokal. In den vergangenen zehn Jahren stand der Oberligist aus Remchingen gleich sieben Mal im Finale des badischen Pokalwettbewerbs, qualifizierte sich gleich viermal für den DFB-Pokal. Die Nöttinger haben sich im BFV-Wettbewerb mehr als einmal gegen vermeintlich stärkere Gegner durchgesetzt. Das werden sich alle im Dorfverein in Erinnerung rufen, wenn es im Halbfinale am Dienstag (19.30 Uhr/Kleiner Arena) gegen den SV Waldhof Mannheim geht.

Dass die Gäste als souveräner Tabellenführer der Regionalliga klarer Favorit sind, steht außer Frage. Doch der FCN setzt auf die sprichwörtlichen „eigenen Gesetze des Pokals“. Zudem winkt der Einzug in den DFB-Pokal.

Wenn man Nöttingen als Pokal-Mannschaft tituliert, dann trifft auf den Gegner aus der Quadratestadt das Gegenteil zu. Obwohl die Waldhöfer Jahr für Jahr zum Favoritenkreis zählen, wurden sie im vergangenen Jahrzehnt kein einziges Mal im BFV-Pokalfinale gesichtet. Das ist erstaunlich. Jahrelang kam mit schöner Regelmäßigkeit das Aus im Viertelfinale – so wie 2014, als man schon einmal in Nöttingen war und mit 1:2 unterlag. Aber auch peinliche Pleiten wie im Halbfinale 2017 gegen Verbandsligist HD-Kirchheim zählen zu Waldhofs Pokal-Historie.

In diesem Jahr aber scheint alles anders. Unter Trainer Bernhard Trares ist der SVW auf Erfolgskurs. Das hat man auch in Nöttingen registriert. „Die Mannschaft des SV Waldhof ist durchgehend klasse besetzt“, sagt Michael Wittwer. Der Nöttinger Trainer hofft seinerseits auf die Wende zum Positiven im Pokal, nachdem sein Team in der Oberliga zuletzt viermal sieglos geblieben ist.

Hatte der FCN zuletzt daheim gegen Ravensburg ein ungewohntes 4-3-3-System probiert, wird es solche Experimente heute nicht geben. Die Gastgeber werden im 4-4-2 oder 4-2-3-1 auflaufen. Trotz der jüngsten Misserfolge wird der Coach „nicht fünf bis sechs Mann austauschen“, wie er verrät.

Die Nöttinger Situation vergleicht Wittwer mit der Nationalmannschaft. „Keiner hat auf die deutsche Elf gesetzt, als sie am Sonntag in Holland gespielt hat“; sagt der FCN-Coach. Das Ergebnis ist bekannt: Die DFB-Elf siegte 3:2. Daran könne sich sein Team nun ein Beispiel in punkto „Tempo, Ballsicherheit und Abschlüsse“ nehmen. „Wenn wir großen Aufwand betreiben, werden wir dafür vielleicht belohnt“, gibt Wittwer seinen Spielern mit auf den Weg.

Am Ende könnte die Entscheidung auch im Elfmeterschießen fallen. Trainieren lassen hat das Michael Wittwer aber nicht. „Das Stadion ist voll. Es geht um viel Geld, da herrscht großer Druck. Das kann man im Training nicht simulieren“, sagt er.

Tickets für das Spiel sind noch an der Tageskasse erhältlich.