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Leidenschaftlich warfen sich die Nöttinger (links Kapitän Timo Brenner) den Hannoveraner Angreifern, hier Mohammed Abdellaoue, entgegen.  Strobel
Leidenschaftlich warfen sich die Nöttinger (links Kapitän Timo Brenner) den Hannoveraner Angreifern, hier Mohammed Abdellaoue, entgegen. Strobel
02.08.2013

DFB-Pokal: Heiße Amateure und eiskalte Profis

Bei seinem ersten Auftritt im DFB-Pokal verkaufte sich der FC Nöttingen gut. Trainer und Spieler hoffen, dass diesmal das Glück auf ihrer Seite ist.

Raus mit Applaus titelte die „Pforzheimer Zeitung“ vor fast genau einem Jahr, als der FC Nöttingen in der ersten DFB-Pokalhauptrunde gegen Hannover 96 mit 1:6 (0:2) verloren hatte. Bei der denkwürdigen Partie an der Reutlinger Kreuzeiche vor exakt 3186 Zuschauern zeigte das Thermometer 38 Grad im Schatten. Bei dieser Hitzeschlacht trumpften die 96-Profis unspektakulär, aber eiskalt auf. „So viele Chancen hatten die doch gar nicht“, wunderte sich Nöttingens Kapitän Timo Brenner nach der Partie. „Das 1:6 sieht deutlicher aus, als der Spielverlauf war“, meinte Mittelfeld-Motor Felix Zachmann zerknirscht.

Hannover 96 spielte an jenem 19. August 2012 wahnsinnig effektiv, machte aus beinahe jeder Torchance einen Treffer. Das war an diesem Sonntag auch der große Unterschied zwischen den ehrgeizigen Amateuren und den abgezockten Profis.

Weil der Fußballgott es so will – und weil die Remchinger erneut in die erste DFB-Pokalrunde eingezogen sind – haben die Nöttinger Amateure eine zweite Chance. „Wir wollen diesmal auf alle Fälle besser abschneiden, als gegen Hannover“, sagt nicht nur Timo Brenner in einer Umfrage der „Pforzheimer Zeitung“ unter allen Spielern und Betreuern des FCN (siehe Kästen auf dieser Seite).

Obwohl Lilaweiß auch diesmal gegen Königsblau krasser Außenseiter ist, hat der FC Nöttingen eine minimale Chance auf den Einzug in die zweite Runde. Trainer Michael Wittwer, der 1996 mit dem Karlsruher SC im DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern stand (0:1), skizziert, was alles zusammenpassen muss, damit die Sensation Realität wird:

„Die Schalker müssen uns gravierend unterschätzen,...

...meine Mannschaft muss nicht 120, sondern 150 Prozent geben,...

...wir dürfen nicht früh in Rückstand geraten,...

....unser Torwart muss einen überragenden Tag haben,...

...Pfosten und Latte müssen auf unserer Seite sein,...

...wir müssen zum Beispiel durch eine Standardsituation oder einen groben Abwehrschnitzer in Führung gehen...

...und dieses 1:0 dann irgendwie über die Zeit retten.“

All dies sind Wünsche, die vor einem Jahr gegen Hannover nicht oder nur teilweise in Erfüllung gingen. Und das, so Wittwer, lag nicht nur am fehlenden Quäntchen Glück: „Wir hatten letztes Jahr die erste Chance des Spiels und haben diese ungenutzt gelassen“, blickt er zurück. Dies könnte dieses Jahr anders sein, „schließlich haben wir uns in der Offensive für unsere Verhältnisse sehr gut verstärkt“, betont Wittwer.

Auch sollen sich seine Jungs gegen Schalke „nicht so abkochen lassen. So lange man den Ball spielt, kann man durchaus auch mal einen Spieler über die Seitenlinie befördern“, wirbt der Trainer dafür, auch mal rustikaler zu Werke zu gehen.