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DFB-Pokal: KSC siegt gegen den Hamburger SV © dpa
19.08.2012

DFB-Pokal: KSC siegt gegen den Hamburger SV

Solch einen Jubel hat das Wildparkstadion schon lange nicht mehr gehört. Denn drittklassige Karlsruher SC wiederholte seinen Pokalerfolg von vor zwölf Jahren, als er den Hamburger SV in der zweiten Runde mit 1:0 aus dem Wettbewerb warf. Dieses Mal war es die erste Runde und ein 4:2-Sieg, dem KSC Runde zwei und mindestens 250 000 Euro Fernsehgeld brachte.

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Nach einem miserablen Start in die 3. Liga standen die Karlsruher unter Druck. „Wenn man sagt, die Mannschaft entwickelt sich, verbessert sich, spielt gut, aber die Ergebnisse stimmen nicht – dann wird man belächelt“, blickte KSC-Trainer Kauczinski auf die bisher sieglosen Punktspiele zurück. „Wir haben viel um die Ohren bekommen. Daran haben wir zu knabbern gehabt.“ Deshalb freue er sich, „dass die Mannschaft jetzt endlich diese so notwendige Bestätigung bekommen. „Diese Leistung war top!“

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Bei brütender Hitze erspielte sich der KSC zunächst ein leichtes Übergewicht, aber nach 24 Minuten ging der HSV in Führung, als der freistehende Marcus Berg KSC-Keeper Dirk Orlishausen auf dem falschen Fuß erwischte. Doch die Gastgeber antworteten. Vor allem der schnelle Danny Blum machte auf der linken Seite viel Druck, seine Flanke verwertete Angreifer Koen van der Biezen mit einem Kopfballaufsetzer zum Ausgleich (31.). In der Folgezeit entwickelte sich Schiedsrichter Bastian Dankert zum besten „Abwehrspieler“ des HSV. Der Mann aus Rostock verweigerte dem KSC einen Treffer, weil Martin Stoll angeblich Hamburgs Torhüter René Adler attackiert hatte – dabei war die Szene außerhalb des Fünfmeterraums. Und drei Minuten später verweigerte Dankert den Badnern einen klaren Elfmeter nach Foul von Maximilian Beister an Selcuk Alibaz. „Der Schiri hat einfach nicht den Mut gehabt, das Ding zu pfeifen“, ärgerte sich auch Markus Kauczinski nach dem Spiel.

Für die Karlsruher kam es noch schlimmer, als Dennis Kempe ein amateurhafter Fehler unterlief und Beister den Erstligisten kurz vor der Pause 2:1 in Führung brachte. „Das war genau zum richtigen Zeitpunkt“, meinte Thorsten Fink, und bedauerte zugleich, „dass wir in der zweiten Halbzeit nicht das 3:1 gemacht haben“.

Denn nach dem Seitenwechsel war das Glück zunächst auf Karlsruher Seite. Marcel Janssen traf nach einem Fehler von Steffen Haas nur den Pfosten (52.). Kurz darauf brachte KSC-Trainer Markus Kauczinski Elia Soriano für den angeschlagenen Holländer van der Biezen. Der neue KSC-Stürmer wurde bei seiner ersten Aktion an der Strafraumgrenze gefoult und Selcuk Alibaz schlenzte den fälligen Freistoß über die Hamburger Mauer zum 2:2 ins Netz (58.).

Jetzt stand die Hitzeschlacht auf des Messers Schneide und es war klar: Die Mannschaft, die bei diesen tropischen Temperaturen das nächste Tor schießt, zieht in die nächste Pokalrunde ein. Und das nächste Tor machte Martin Stoll für den KSC. Adler konnte einen flatternden Freistoß von Hakan Calhanoglu nur nach vorne abwehren. Karlsruhes Innenverteidiger schaltete am schnellsten und wuchtete die Kugel in die Maschen (78.).

„Wir haben zu viele Freistöße produziert“, führte Thorsten Fink die Niederlage seiner Elf auf die Standardsituationen des KSC zurück. Und Elia Soriano machte nach einer tollen KSC-Kombination mit dem 4:2 den Sack endgültig zu (86.). Das 5:2 durch Alibaz verhinderte nur der Querbalken des HSV-Tores.