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Luke Wakefield (am Ball) konnte im Finale der deutschen Meisterschaft im 7er-Rugby zwar einen Versuch für den TV Pforzheim legen, doch am Ende reichte es nicht für einen Sieg. Zum dritten Mal in Folge scheiterte der TVP im Endspiel gegen die RG Heidelberg, zum fünften Mal in Serie blieb es beim Vize-Titel. Foto: Thomas Kurtz
Oliver Paine (rechts) schnappt sich den Ball und ordnet den TVP-Angriff neu. Foto: Gero Welter
An beiden Turniertagen alles gegeben und doch „nur“ Vizemeister geworden: Die Rugbyspieler des TV Pforzheim feierten nach dem Spiel trotzdem noch ein wenig. Foto: Thomas Kurtz
24.07.2017

DM im 7er-Rugby: TV Pforzheim hat Abonnement auf die Vizemeisterschaft

Die mitgereisten Pforzheimer Rugbyfans ahnten schon, was sie am Ende des zweitägigen Turniers um die deutsche Meisterschaft im 7er-Rugby auf dem Areal des SC Neuenheim in Heidelberg erwartete. Sie sahen am Samstag einen locker siegenden 15er-Rugby-Vizemeister, der die Vorrunde ungeschlagen als Gruppenerster überstand und sie sahen am Sonntag einen TVP, der nach Viertel- und Halbfinalsiegen ins Endspiel stürmte. Und dann kam, was kommen musste: Die Pforzheimer „Rhinos“ konnten das Finale wieder nicht gewinnen und mussten der RG Heidelberg zum dritten Mal in Folge den Meistertitel im 7er-Rugby überlassen.

Bildergalerie: TV Pforzheim wird Zweiter der 7er-Rugby-DM

Seit 2013 reichte es dem TVP fünfmal in Folge nur zu Vizemeister-Ehren. Immerhin: 2012 konnten die Pforzheimer das DM-Turnier gewinnen und damit den ersten nationalen Titel in der Vereinsgeschichte holen. Dabei lief es im Finale auf dem SCN-Platz gar nicht schlecht für die „Rhinos“. Zwar ging die RGH schnell mit 7:0 in Führung, doch der TVP konnte durch einen energischen Sololauf von Luke Wakefield auf 5:7 heranrücken. Die mit einem halben Dutzend Nationalspielern gespickte RG Heidelberg hatte im Verlauf des Turniers sicherlich das schönste und effektivste 7er-Rugby gespielt, wirkte im Finale aber plötzlich etwas nervös. Am Ende jedoch stellte sich der TVP selbst ein Bein und verschenkte einen Überraschungssieg gegen den Top-Favoriten.

Zweimal scheiterten die Pforzheimer in aussichtsreicher Position, weil der letzte Pass zu überhastet geworfen wurde. Diese ausgelassenen Chancen kosteten dem TVP am Ende einen durchaus möglichen Sieg. Pforzheims Nationalspieler Oliver Paine zollte dem Gegner seinen Respekt: „Die RGH war in diesem Spiel einfach geduldiger und hat ihre Chancen besser genutzt. Und das macht im 7er-Rugby eben den Unterschied.“ Auch Matthew Bressons, gebürtiger Australier und ehemaliger italienischer Nationalspieler, sah in den Heidelbergern einen würdigen Turniersieger. Bressons hatte mit dem verletzten sambesischen Nationalspieler Tafadzwa Chitokwindo das Pforzheimer 7er-Team gecoacht und musste auf den frisch an der Schulter operierten deutschen Nationalspieler Carlos Soteras-Merz verzichten. Das Fazit des nach Mallorca wechselnden TVP-Spielers: „Ich bin enorm stolz und fühle mich privilegiert, mit solch einer tollen Truppe zusammengespielt zu haben.“ Wenigstens einen nationalen Titel kann Bressons mit auf die spanische Insel nehmen: Der TV Pforzheim wurde in diesem Jahr erstmals DRV-Pokalsieger.

In der Vorrunde hatte der TVP den RC Leipzig mit 41:0, StuSta München mit 43:0 und den SC Neuenheim mit 50:14 geschlagen. Im Viertelfinale wurde der ASV Köln mit 36:12 besiegt, im Halbfinale behielten die Pforzheimer mit 20:7 gegen SC Germania List die Oberhand.

Die RG Heidelberg hatte mit drei Siegen und 161:0 Spielpunkten die Vorrunde in ihrer Gruppe klar beherrscht und im Halbfinale den 15er-Meister Heidelberger RK mit 22:12 ausgeschaltet. Für den HRK reichte es am Ende nach einem 26:10-Sieg gegen SC Germania List noch zum dritten Platz.

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