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So jubeln deutsche Meister: Für den TV Pforzheim ist der Titel im 7er-Rugby der bislang größte Erfolg. Foto: Kessler
So jubeln deutsche Meister: Für den TV Pforzheim ist der Titel im 7er-Rugby der bislang größte Erfolg. Foto: Kessler
18.06.2012

DM-Titel im 7er-Rugby für TVP: Rasanter Durchmarsch an die Spitze

Der Deutsche-Meistertitel im 7er-Rugby ist der bislang größte Triumph der TVP-Rugbygeschichte. Zwei Pforzheimer Spieler sind in den Nationalkader berufen worden, wobei Nationalmannschaftskapitän Mustafa Güngör wegen einer Verletzung in den nächsten Wochen pausieren muss.

Kurzer Anlauf, weiter Sprung: Der TV 1834 Pforzheim hat die deutsche Rugby-Landschaft gehörig durcheinander gewirbelt und ist dabei ganz vorne gelandet. Mit einem Durchmarsch von der untersten Klasse in die Bundesliga – jedes Jahr gab es einen Aufstieg, 2011 sogar ohne Niederlage – haben die Pforzheimer nicht nur die Goldstadt als neues Zentrum auf der nationalen Rugby-Karte positioniert. Sie sicherten sich im ersten Jahr in der Eliteliga auch gleich den Vizetitel im 15er-Rugby. Jetzt gelang der bisherige Höhepunkt der Vereinsgeschichte: Der TVP holte sich am vergangenen Wochenende den Titel des Deutschen Meisters im 7er-Rugby.

Schnelle Dauerläufer gefragt

Als Zweitliga-Team war für den TVP 2011 nur Platz vier drin. Das war für Viele eine große Überraschung. Dass es jetzt der Meistertitel wurde, stand schon eher auf der Rechnung der Experten. Zu dominant waren die Pforzheimer die ganze Saison hindurch. Doch das war das 15er-Rugby, wovon man nur bedingt eine Spielstärke fürs 7er-Rugby ableiten kann. In der mit weniger Mann und nur in zweimal sieben, statt zweimal 40 Minuten auf dem großen Platz gespielten Sportart sind nicht die massigen Muskelpakete, sondern schnelle Dauerläufer mit großer Ballsicherheit gefragt. Und doch setzte sich der Vizemeister im 15er-Rugby am Sonntag die Krone des 7er-Rugbys auf: Im Finale wurde der Heidelberger RK mit 31:24 bezwungen.

Die kürzere Spieldauer hat auch dazu geführt, dass 7er-Rugby 2016 ins Programm der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro aufgenommen wird. Ein großes Turnier mit vielen Mannschaften lässt sich durch die knappe Viertelstunde Spieldauer recht zügig austragen.

Weitere 7er-Turniere wird ein Pforzheimer in nächster Zeit allerdings nicht spielen können. Mustafa Güngör, 7er-Nationalmannschaftskapitän, hat sich im Halbfinale gegen seinen früheren Verein RG Heidelberg eine Bänderverletzung zugezogen. Der 31-Jährige muss mindestens vier Wochen pausieren. Bei der Nationalmannschaft dabei ist aber ein anderer TVP-Spieler: Wie Güngör war auch Innendreiviertel Carlos Soteras-Merz für den 7er-Kader berufen worden.

In Pforzheim selbst hat man bislang vom 7er-Rugby wenig gesehen. Aber mit der Organisation eines eigenen 7er-Turniers könnte der TVP momentan überfordert sein. Der Verein muss erst einmal seine Strukturen auf Bundesliga-Niveau bringen. In dieser Saison gab es am Grünen Tisch einen Punkteabzug wegen nicht optimaler Jugendarbeit. Und eventuell warten auf die Pforzheimer noch internationale Aufgaben, wenn der TVP im Nordsee-Cup gegen Teams aus Belgien und den Niederlanden spielen wird.