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18.12.2016

Dank Lukas Kwasniok ist der KSC beim 0:0 gegen Braunschweig stark verbessert

Lukas Kwasniok ist beim Karlsruher SC nach nur 15 Tagen als Chefcoach schon wieder Geschichte. Nicht, weil der etatmäßige U 19-Trainer der Badener als Interimslösung versagt hätte, sondern weil er nicht die nötige Lizenz für die 2. Fußball-Bundesliga hat. Die Profis lobten Kwasniok nach dem 0:0 gegen Spitzenreiter Eintracht Braunschweig am Samstag im Wildparkstadion in den höchsten Tönen. Sie bezeichneten seine Arbeit als „überragend“.

Viele KSC-Kicker bedauerten es aufrichtig, dass Kwasniok wegen des fehlenden Scheins wieder in den Jugendbereich „absteigen“ muss. „Es ist schade, dass er jetzt gehen muss. Denn was er in der kurzen Zeit hier aufgebaut hat, ist bemerkenswert“, sagte Grischa Prömel. „Alles“ habe sich im Vergleich zu Oral geändert. Der Silbermedaillengewinner von Rio meinte damit nicht nur das neue Spielsystem. „Er hat wieder alle mit ins Boot geholt“, betonte der U21-Nationalspieler.

Dem schloss sich auch Rene Vollath an. „Das war Wahnsinn. Dass wir in zwei Wochen das System komplett umgestellt haben und das so stark funktioniert, das war ganz stark“, schwärmte der Torhüter. „Ich kann nur sagen Hut ab vor jedem: Dem Trainer, dem Co-Trainer und der gesamten Mannschaft.“

Kwasniok selbst hielt trotz des ersten Punkterfolgs nach vier Heimniederlagen in Folge eher „Bescheidenheit und Demut“ für angebracht. „Ich hoffe aber, dass der Stimmungswechsel, den wir uns vorgestellt haben, bei der Mannschaft und beim Umfeld angekommen ist“, sagte er.

Anfang des Jahres will Kwasniok sich nun tatsächlich für den Trainerlehrgang anmelden, um die vielleicht nächste Chance auf einen Zweitligajob besser nutzen zu können. Ärgern über die aktuell fehlende Lizenz wollte er sich aber nicht. „Das ist wie beim Fehlen von Spielern. Die Frage stellt sich einfach nicht. Ich suche lieber nach Lösungen für Probleme als nach Problemen in Lösungen“, erklärte er.

In den letzten Spielminuten gegen Braunschweig hatte Kwasniok dem lustlos zu seiner geplanten Einwechslung joggenden Manuel Torres noch eine unmissverständliche Botschaft mit auf den Weg in den Weihnachtsurlaub gegeben. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass er ein Tor erzielen wollte“, sagte der Coach. Verärgert ob Torres‘ Pomadigkeit kommandierte Kwasniok diesen auf die Bank zurück und schickte stattdessen kurzerhand den Brasilianer Yann Rolim aufs Feld.

Doch nicht Foda?

Die Trainerfrage beim KSC könnte indes eine Hängepartie bleiben. Der Wechsel des deutschen Ex-Nationalspielers Franco Foda vom österreichischen Bundesligisten Sturm Graz ins Badische schien fast schon klar, könnte sich aber wieder zerschlagen. Knackpunkt soll die vertraglich festgeschriebene Ablösesumme (geschätzt 250 000 Euro) für den alten Kumpel von KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer sein. Dem Vernehmen nach fliegt Foda heute zum Urlaub in die USA – trifft das zu, sieht es nicht nach Kaderplanung in einem neuen Club aus.