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Sprunggewaltig und hochkonzentriert: Hagen Körner, Linksaußen der TGS Pforzheim, war von seinen Heininger Gegenspielern nicht zu stoppen.  Foto: Gössele v.l.: Hagen Körner (TGS),Dennis Bräunle (Heiningen) 

Das Ende der Durststrecke für die TGS

Pforzheim. Siegeshungrige TGS Pforzheim lässt dem TSV Heiningen keine Chance

Motivationsprobleme nach dem Derby-Knaller? Startschwierigkeiten nach vier sieglosen Spielen in Folge? Nicht bei der TGS Pforzheim: Am Samstagabend lieferte der Handball-Oberligist gegen den TSV Heiningen eine insbesondere in der Defensive überzeugende Vorstellung ab. In der Benckiserhalle wurden die württembergischen Gäste mit 28:19 abgefertigt.

Lediglich bis zum 3:3 nach sieben Minuten hielten die abstiegsgefährdeten Heininger mit. Danach konnten sie der TGS weder in ihrer Einsatzbereitschaft noch in Sachen Kreativität etwas entgegensetzen. Die Folge: Bereits nach 20 Minuten war das Team von Trainer Hans Christensen auf 10:3 davongezogen.

Die Angriffe beider Mannschaften konnten in diesen Minuten unterschiedlicher kaum ablaufen: Während die Gäste kein Mittel gegen die offensive Pforzheimer Verteidigung fanden, gelang der TGS fast alles. Symptomatisch für den furiosen Sturmlauf war das 9:3. Dymtro Sydorchuks Wurf aus dem linken Rückraum prallte an den rechten Innenpfosten, streifte den Gäste-Schlussmann – und landete schließlich doch im Netz.

„Wir hatten schon Respekt vor dem ersten Spiel nach dem Derby“, gestand TGS-Coach Hans Christensen. „Das Training diese Woche war mau, die Spieler im Abschlusstraining und auch beim Warmmachen heute recht lasch.“

Schwächephase vor der Pause

Und doch: Vom Start weg spielte seine Mannschaft konzentriert und konnte sich vor der Halbzeit sogar eine Schwächeperiode leisten. Nach der 10:3-Führung suchten die TGS-Asse überhastet die Abschlüsse und „warfen zum Teil blind nach vorne“, wie Handball-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel monierte. Bis zur 27. Minute hatten sich die Gäste aus dem Stauferland auf 10:7 herangekämpft, mit 11:8 ging es in die Pause.

Auch wegen dieser Phase sah Christensen die TGS weit von der besten Saisonleistung entfernt: „Unsere Abwehr hat das gut hinbekommen, aber vorne haben wir zu viele Fehler gemacht“, so der Trainer.

So sorgten seine Schützlinge schließlich erst in der zweiten Hälfte für Klarheit – und wie: Zweimal verloren die angreifenden Gäste in den ersten zwei Minuten den Ball, zweimal sprintete Hagen Körner nach vorne, zweimal netzte er ein. Dem 22-jährigen Linksaußen gelang an diesem Abend fast alles: Vier seiner fünf Siebenmeter zappelten im Netz, fünf weitere Treffer gelangen ihm aus dem Spiel heraus.

Von da an war vom Selbstbewusstsein der zuletzt siegreichen Gäste endgültig nichts mehr zu spüren: Nach 46 Minuten stand es 22:10 für die TGS. Die Heininger Gegenwehr bestand aus ratlosen Würfen aus dem Rückraum, die für Jonathan Binder meist leichte Beute waren: Mehr als jeden zweiten Ball konnte der TGS-Torhüter parieren. Erst in der Schlussphase kam der TSV noch einmal ein wenig – auf 19:28 – heran. Doch der souveräne Erfolg des Tabellensechsten war da schon nicht mehr in Gefahr. Simon Walter

TGS Pforzheim: Binder, Krettek – Körner 9/4, Streichsbier 5, Müller 3/1, Christensen, Kaiser 1, Althuon, Koziol, Kusterer, T. 2, Sydorchuk 5, Zergon 3