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Entschlossen zieht der Stuttgarter Lukas Rupp ab und erzielt das Tor zur 1:0-Führung. Doch bei anderen Aktionen zaudern die VfB-Akteure zu lange.  Maurer
Entschlossen zieht der Stuttgarter Lukas Rupp ab und erzielt das Tor zur 1:0-Führung. Doch bei anderen Aktionen zaudern die VfB-Akteure zu lange. Maurer
07.12.2015

Das sind die Baustellen des VfB Stuttgart

Wirklich zufrieden konnte beim VfB Stuttgart niemand sein – schließlich sollte gegen Werder Bremen, den Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg in der Fußball-Bundesliga, ein Befreiungsschlag gelingen. Positive Ansätze in der ersten halben Stunde und ein mageres 1:1 (1:0) sind jedoch die ganze Ausbeute. Für Interims-Trainer Jürgen Kramny nach seinem ersten Heimspiel als Coach und sein Team gilt es, die 90 Minuten aufzuarbeiten. Vor der Auswärtsaufgabe am Freitag in Mainz müssen die noch klemmenden Weichen in Richtung Erfolg gestellt werden.

Was ist nach dem zweiten Spiel unter Jürgen Kramny besser geworden?

„Er trifft den richtigen Ton in der Mannschaft“, sagt Sportvorstand Robin Dutt. Und noch zweimal nimmt er das Wort „richtig“ in den Mund: „Er macht die einfachen, richtigen Dinge und die richtige Struktur ist im Spiel.“ Doch auch für Dutt sind das bisher nur „kleine Schritte.“ Und was sind diese kleinen Schritte? „Kompaktheit, Zweikampf-Verhalten und das Umschalten nach vorn.“ Eine Watschn verteilt Dutt an den bisherigen Trainer Alexander Zorniger: „Nimmt man das letzte Heimspiel gegen Augsburg, ist das kein Vergleich.“ Torschütze Lukas Rupp analysiert: „Wir versuchen, zuerst einmal hinten sicher zu stehen und nicht vorne 90 Minuten abzulaufen.“

Was ist noch zu verbessern?

Kramny will sein Augenmerk darauf richten, „gut zu verteidigen, aber nicht zu passiv zu werden.“ Gegen Bremen hat ihn gestört: „Im 16-Meter-Raum hat die Zuordnung nicht gestimmt.“ Kapitän Christian Gentner sieht es ähnlich: „Wir müssen eine bessere Organisation ins Spiel bringen.“

Welche Spieler zeigen aufsteigende Tendenz?

Lukas Rupp, unter Alexander Zorniger nach seinem Tor in Leverkusen in den folgenden drei Spielen nur noch 30 Minuten eingesetzt, entwickelt Druck nach vorne. Daniel Schwaab zeigt sich mit zwei Torschüssen und drei Vorlagen offensiv. Und Timo Werner rackert und läuft wie verrückt.

Wo liegen die Defizite?

Die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga wirkt selbst gegen die zweitschlechteste Abwehr aus Bremen schwach. Die verletzten Offensivkräfte Daniel Ginczek (Aufbautraining) und Martin Harnik (Außenbandanriss am Knie) werden vermisst. Dadurch ist Werner überfordert, der Aufgaben übernehmen muss, die ihm nicht liegen. Wenn er über die Seite nach vorne stürmt, ist er gefährlicher als auf zentraler Position.

Was ist das Hauptproblem?

Die Mannschaft besitzt nicht die nötige Qualität. Ein Trainer kann da wenig ausrichten.

Und wer wird neuer Trainer?

Lucien Favre, Jos Luhukay und Pierluigi Tarni (Grashoppers Zürich) sind im Gespräch. Sogar Christoph Daum zeigt Interesse. Aber: Der VfB sollte Eigengewächs Jürgen Kramny vertrauen und lieber in Spieler investieren.