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Wenn der FC Nöttingen und der SV Spielberg aufeinandertreffen, spielt die Musik meist vor dem Spielberger Tor, so wie hier im Pokalspiel im vergangenen August mit SVS-Keeper Yannick Dressler und Abwehrspieler Georgios Roumeliotis (rechts) sowie FCN-Angreifer Ernesto de Santis.  Foto: PZ-Archiv Becker 

Der FC Nöttingen gegen den SV Spielberg: Welche Negativserie endet im Derby?

Remchingen-Nöttingen. Die Chance, dass am Freitag in der Kleiner Arena in Nöttingen einer Mannschaft die Wende zum Besseren gelingt, ist groß. Sehr groß sogar. Denn mit dem gastgebenden FC Nöttingen und dem Lokalrivalen SV Spielberg stehen sich Teams gegenüber, die zuletzt nicht gerade erfolgsverwöhnt waren.

Im Derby (Spielbeginn 19.00 Uhr) wollen nun beide Mannschaften versuchen, wieder positive Akzente zu setzen.

Ganz vergleichbar ist die Situation beider Clubs allerdings nicht. Während die Spielberger Negativserie bereits 19 Begegnungen ohne Sieg andauert – das Tabellen-Schlusslicht steht vor dem Abstieg –, ist die Nöttinger Situation deutlich angenehmer. Auf Platz 8 in der Tabelle liegen die Remchinger jenseits von Gut und Böse. Sonderlich glücklich sind sie darüber allerdings nicht. Nach dem Auftaktsieg im Jahr 2019 gegen Ilshofen hatten die Lila-Weißen noch Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Seither gab es aus fünf Oberliga-Begegnungen nur noch zwei Pünktchen bei 3:11 Toren.

Hohe Motivation

„Ganz klar: Es gilt, die Negativserie zu beenden“, sagt Michael Wittwer. Um die Motivation seiner Kicker macht sich Nöttingens Trainer keine Sorgen. Schließlich ist die Partie gegen Spielberg ebenso ein Derby wie der folgende Auftritt im Nachholspiel beim 1. CfR Pforzheim am kommenden Mittwoch. Andererseits geht Wittwer aber auch von einem sehr engagierten Gegner am Freitag aus: „Die werden gegen uns mehr motiviert sein als gegen jede andere Mannschaft der Liga.“

Interessant ist, dass die Spielberger seit dem zweiten Trainerwechsel der Saison offensichtlich nicht mehr so anfällig sind. „Die haben sich stabilisiert und bekommen nicht mehr so viele Gegentore“, sagt Wittwer über den Gegner. Mussten Spielbergs Torhüter in den ersten 23 Spielen 50-mal hinter sich greifen, waren es zuletzt in zwei Spielen nur noch zwei Gegentore. Vor allem aber die Leistungen waren beim 1:1 in Reutlingen und beim 0:1 daheim gegen Bissingen wieder deutlich besser.

Andererseits ist der SV Spielberg so etwas wie Nöttingens Lieblingsgegner. 15-mal sind beide Mannschaften in der Oberliga seit 2009 gegeneinander angetreten, nur einmal ist Spielberg dabei als Sieger vom Platz gegangen. Auch in Pokalspielen sah es meist nicht anders aus. Dennoch liebäugelt der Sportliche Leiter der Spielberger, Bernd Stadler, mit einem Punkt: „Ich erwarte eine gute Leistung, auch wenn der FCN Favorit und in der Offensive ausgesprochen gut besetzt ist.“ Den Klassenerhalt haben sie im Karlsbader Ortsteil trotz der schwierigen Ausgangslage noch nicht ganz abgeschrieben.

Abwehrspieler gesucht

Auf der anderen Seite könnte sich Nöttingen mit einer Erfolgsserie noch einmal an die Spitzenplätze heranpirschen. Davon spricht Michael Wittwer aber nicht. Er muss vielmehr überlegen, wie er seine Abwehrreihe bestückt. Denn Holger Fuchs fällt sicher aus, der Einsatz von Niklas Kolbe ist fraglich. „Er hat trainiert, dabei sind aber die Probleme wieder aufgetreten“, berichtet der FCN-Trainer. Gut nur, dass Marco Manduzio wieder fit ist und die Position des Linksverteidigers übernehmen kann. Kolbe könnte dann ins Zentrum neben Timo Brenner rücken – oder Ion-Paul Fratea, der sonst auf der rechten Seite seinen Platz hat. Sascha Walter ist ebenso wie Colin Bitzer nach längerer Pause seit Kurzem wieder im Training, für einen Einsatz reicht es aber noch nicht.

In der FCN-.Offensive könnten nach dem 1:4 in Villingen Spieler wie Ernesto de Santis und Jimmy Marton in die Startelf zurückkehren. Beim SV Spielberg ist der Einsatz von Edmond Kapllani offen. Der langjährige Profi – unter anderem Karlsruher SC – war zuletzt in seiner Heimat Albanien, um den Trainerschein zu machen.