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Auf den Plätzen der Kickers ist mächtig was los – nicht nur, wenn die Junioren ihre Turniere austragen. Foto: Ziegler
Auf den Plätzen der Kickers ist mächtig was los – nicht nur, wenn die Junioren ihre Turniere austragen. Foto: Ziegler
Nach der C-Klassen-Meisterschaft wollen die Kickers in dieser Saison auch den Aufstieg in die A-Klasse feiern. Foto: Ziegler
Nach der C-Klassen-Meisterschaft wollen die Kickers in dieser Saison auch den Aufstieg in die A-Klasse feiern. Foto: Ziegler
13.03.2019

Der SV Kickers Pforzheim hat einen Plan: Kreisliga und Jugendarbeit

Pforzheim. Vor gut vier Jahren war der SV Kickers Pforzheim die beste Mannschaft in Pforzheim. Man spielte in der Oberliga, der 1. CfR Pforzheim dagegen „nur“ in der Verbandsliga. Doch danach ging es für die Kickers steil bergab. Spielercasting, Oberliga-Abstieg, Abstieg aus der Verbandsliga, ja sogar Abmeldung der ersten Mannschaft vom Spielbetrieb. Turbulente Zeiten waren das auf der Wilferdinger Höhe. Das Vereinsleben litt. Nun, knapp drei Jahre später, sieht die Zukunft der Kickers wieder rosiger aus.

Der Fusionsverein hat sich neu aufgestellt, das Vereinsleben funktioniert wieder. Und Präsident Murat Sanlitürk hat einen Plan. Der 45-Jährige will den Verein weiter voranbringen – vor allem, was die Jugendarbeit betrifft. Die PZ erklärt die Zukunftsvisionen der Kickers.

Wie steht’s derzeit um die erste Mannschaft?

Bestens. Die Mannschaft stieg vergangene Saison auf Anhieb in die B-Klasse auf und steht in der B2 nun souverän an der Spitze. Das Team von Mehmet Güldal hat noch keines der 14 Saisonspiele verloren, der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Schömberg beträgt sieben Punkte. Niemand zweifelt daran, dass die Kickers den Durchmarsch schaffen. Und auch Murat Sanlitürk hat den Aufstieg fest eingeplant. „Dieses Jahr wollen wir hoch. Danach sind zwei Jahre in der A-Klasse vorgesehen. 2021 wollen wir wieder in der Kreisliga spielen“, blickt er voraus.

Für die Zukunft will der Verein die Mannschaft kräftig verjüngen. „Wir sind an ehemaligen Jugendspielern der Kickers dran und hoffen, sie für die erste Mannschaft gewinnen zu können. Bei einigen sieht es ganz gut aus“, so der Vereinsboss.

Wie läuft die Jugendarbeit bei den Kickers?

Gut. Im Juli 2016 spielten noch 98 Kinder bei den Kickers. Ein Jahr später waren es laut Sanlitürk schon 240. Aktuell dürften es sogar 270 sein.

Die Kickers können bis auf die A-Junioren in jeder Altersklasse Mannschaften stellen: Bambini (40 Kinder), F-Junioren (4 Teams), E-Junioren (6), D-Junioren (3), C-Junioren (2) B-Junioren (1). Erfreulich ist, dass zum Teil ehemalige Spieler von Germania Brötzingen den Nachwuchs trainieren. So betreut Ex-Keeper Marlon Markovic zusammen mit der ehemaligen kroatischen Nationaltorhüterin Nicole Vuk die D1-Junioren. Am Wochenende startete der Badische Fußballverband bei den Kickers außerdem eine Jugendtrainer-Ausbildung.

In den kommenden Jahren wollen die Kickers die Lücke bei der Jugendarbeit zum 1. CfR Pforzheim und dem FC Nöttingen weiter schließen. „Unsere Jugendmannschaften spielen vorwiegend in den Kreisligen. In Zukunft wollen wir einige Teams in der Landesliga und höher spielen sehen, dafür haben wir ein Konzept ausgearbeitet“, berichtet Murat Sanlitürk, der sich dabei mit Axel Hoffmann, Sportlehrer am Kepler-Gymnasium und dem zweiten Vorsitzenden Nikolai Ziegler zusammengesetzt hat.

Künftig sollen die Jugendklassen in drei Gruppen unterteilt werden: 1. Talenttraining, 2. Perspektivtraining, 3. Breitensporttraining. „Wir wollen die Talente voranbringen“, so Sanlitürk. Beim Talenttraining sollen die Kicker außerdem auch eine schulische Unterstützung, etwa in Form von Sprachunterricht, erhalten – wenn es gewünscht wird. „Wir wollen hier vor allem einen Mehrwert für den Nachwuchs anbieten“, erklärt der Kickers-Chef.

Was ist noch neu bei den Kickers?

Der Mädchen-Treff kommt gut an. In Kooperation mit der AOK werden derzeit 25 Mädchen einmal in der Woche (donnerstags ab 17 Uhr) von Beate Wolf trainiert. In der kommenden Saison sollen dann zwei Mädchen-Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen.

Neu ist auch, dass in der kommenden Saison der DFB-Stützpunkt von Enzberg auf den Sportplatz der Kickers verlagert wird.

Bekommen die Kickers mit ihren beiden Plätzen (Rasenplatz und Kunstrasenplatz) den großen Aufwand überhaupt noch gestemmt?

Kaum noch. „Die Sportanlage platzt aus allen Nähten“, sagt Sanlitürk. „Mit dieser enormen Entwicklung haben wir so schnell nicht gerechnet, doch wir wollen auch niemanden wegschicken.“ Mit den Verantwortlichen des Nachbarvereins TG 88 Pforzheim will der Kickers-Präsident deshalb demnächst Gespräche aufnehmen und klären, ob es möglich ist, den TG-Rasenplatz unterhalb der Autobahn nutzen zu dürfen.

Bei der Stadt Pforzheim wurde außerdem der Antrag für eine Flutlichtanlage auf dem Rasenplatz gestellt, um hier auch abends trainieren zu können. Dies sei, wenn überhaupt, aber erst in zwei Jahren möglich, wurden die Kickers vertröstet.

Die Kickers wollen sich allerdings nicht ausbremsen lassen. „Wir wollen weiter wachsen“, sagt Sanlitürk. „Der Verein steht mit seinen 550 Mitgliedern auf gesunden Füßen. Die Kickers-Gemeinde lebt wieder. Vielleicht erhalten wir ja noch mehr Unterstützung.“

www.svkickerspforzheim.de