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16.03.2008

Der Titel blieb außer Reichweite

PFORZHEIM. Im deutschen Latein-Tanzen bleibt alles beim Alten. Daran konnte auch das Schwarz-Weiß-Paar Kulczak/Mabuse nicht rütteln. In Pforzheim holten sich Jesper Birkehoj/Anna Kravchenko ihren vierten Titel in Folge.

Am gebürtigen Dänen und seiner ukrainischen Partnerin führt zurzeit eben noch kein Weg vorbei. Da nutzte es auch wenig, dass die deutschen Latein-Meisterschaften diesmal im Pforzheimer CongressCentrum stattfanden.

Mit dem Heimpublikum im Rücken hatte das Pforzheimer Duo Timo Kulczak/Motshegetsi Mabuse zwar ab dem Viertelfinale der besten 24 Paare versucht, die Titelverteidiger zu attackieren. Die Mühe war vergeblich, weil besonders im Sechser-Finale am Samstagabend alle neun Wertungsrichter klar auf der Seite der Karlsruher TSC-Tänzer standen. Nach Samba, Cha-Cha, Rumba, Paso doble und Jive hatten Birkehoj/Kravchenko sogar das Traumergebnis von 45 möglichen Einser-Noten erzielt.

Hart geschuftet

„Wenn du den Titelverteidiger vom Thron stoßen willst, musst du mindestens eine Klasse besser tanzen“, zeigte sich auch Hans-Reinhard Galke nicht sonderlich überrascht. Der Trainer von Kulczak/Mabuse hatte mit seinen Schützlingen im Vorfeld der Titelkämpfe besonders hart geschuftet, konnte am Ende aber auch nichts daran ändern, dass zum dritten Mal in Folge „nur“ die deutsche Vizemeisterschaft herausgesprungen war. „Ich hätte mir zumindest ein paar Einsen für Timo und Motsi gewünscht. Wir sind aber faire Verlierer“, fügte der Ex-Weltmeister hinzu. Von Enttäuschung war bei den Schwarz-Weiß-Tänzern aber dennoch keine Spur. Schließlich war die Wertung für ihren zweiten Platz ebenso deutlich ausgefallen. Erst ab Platz drei mischten sich die Wertungen. „Wir haben alles versucht, aber einen mehrfachen deutschen Meister zu schlagen, ist eben nicht so einfach“, meinte Motshegetsi Mabuse. Und Timo Kulczak ergänzte: „Gerade das Tanzen ist eben immer auch Geschmackssache. Dafür war das Publikum in Pforzheim fantastisch.“

Flirt mit dem Publikum

Das merkte man Kulczak/Mabuse bei jeder ihrer insgesamt vier Runden an. Der Flirt mit dem Publikum - über die Tanzfläche hinaus – war allgegenwärtig. „So lautstark wie die Zuschauer reagiert haben, ist der Funke prima übergesprungen“, stand auch für SWC-Sportwartin Edeltraud Bülling fest, die als Chef-Organisatorin der deutschen Meisterschaften ein dickes Lob an ihren 50-köpfigen Helferstab verteilte. „Die Stimmung war sogar noch besser als beim Goldstadt-Pokal im Januar.“

So passte es ins Bild, dass Kulczak/Mabuse als bestes Pforzheimer Paar einen satten Prämien-Scheck von PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer in Empfang nehmen durften.

Für die übrigen SWC-Tänzer reichte es dagegen lediglich zu Achtungserfolgen. Ein wenig Pech hatten dabei die baden-württembergischen Vize-Meister Denis Weinberg und Anastasia Eremina, die nur knapp den Einzug ins Finale verpassten. Ihre Clubkollegen Sergiu Luca/Regina Murtasina landeten unter rund 90 Startern auf Platz 26, während sich Mike-Etienne Heinrich und Isabel Gundlach vom TSC Neuenbürg-Straubenhardt bereits früh verabschiedeten.

Für die Schlussworte sorgte Pforzheims Erster Bürgermeister Andreas Schütze, als er den Preis an das Meister-Paar Birkehoj/Kravchenko übergab. „Wie ich weiß, wohnen sie ja in Sindelfingen – dort war ich auch mal Bürgermeister“, so Schütze und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.