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Einige Tore verhinderte Stuttgarts Mitchell Langerak (links) wie hier gegen Pierre-Emerick Aubameyang (rechts).  Murat
Einige Tore verhinderte Stuttgarts Mitchell Langerak (links) wie hier gegen Pierre-Emerick Aubameyang (rechts). Murat
10.02.2016

Der VfB Stuttgart zeigt sich nach dem 1:3 gegen Dortmund optimistisch

Das gab es in dieser Fußball-Saison noch nie: Der VfB Stuttgart verlässt als Verlierer den Platz – aber nicht gesenkten Kopfes, sondern erhobenen Hauptes. Die Gründe für diese ebenso ungewöhnliche wie neue Situation zeigt die PZ auf.

Hat der VfB Stuttgart bei der 1:3-Pokalniederlage gegen Borussia Dortmund enttäuscht?

Nein. Der VfB hatte durchaus Chancen und die Fehlerquote in der Abwehr hielt sich in Grenzen. Dennoch: Die mannschaftliche Geschlossenheit und individuelle Klasse des Bundesliga-Tabellenzweiten zeigte den Schwaben die Grenzen auf. Ausnahmekönner wie Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan (sie schossen die BVB-Tore) sind eben kaum zu bremsen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit einen großen Kampf geliefert“, ist VfB-Trainer Jürgen Kramny begeistert. Kapitän Christian Gentner betont: „Wir haben alles reingehauen und sind an unsere Grenzen gegangen.“

Wie bewertet der Gegner den Auftritt der Stuttgarter?

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sieht sich nach dem Pokalfight bestätigt: „Wir wussten, wie stark der VfB derzeit ist.“ Nationalspieler Ilkay Gündogan ist überzeugt; „Stuttgart wird sich in der Tabelle noch weiter nach oben arbeiten.“

Welcher VfB-Akteur überzeugte am meisten?

Lukas Rupp – und das nicht nur wegen seines Treffers zu zwischenzeitlichen 1:1. Fast jeder Pass von ihm kam beim Adressaten an.

Wie war die Leistung der Ex-Dortmunder Kevin Großkreutz und Mitchell Langerak?

Großkreuz agierte in der Abwehr mit Licht und Schatten. Dagegen imponierte der australische Nationaltorwart Langerak in seinem Pflichtspiel-Debüt für die Schwaben. „Ich habe mich gefreut, zu spielen und wollte unbedingt gegen meine früheren Kameraden gewinnen“, zeigte sich der Schlussmann hoch motiviert. „Er hat gehalten, was zu halten war,“ steht für Coach Kramny fest.

Wie reagieren die VfB-Fans auf die erste Niederlage 2016?

Sportlich fair und wesentlich lockerer als noch vor Monaten. Nach dem Spiel wurde der eigenen Mannschaft applaudiert.

Mit welchen Erwartungen und Gefühlen gehen die Schwaben die nächsten Aufgaben an?

Hoffnungsfroh. Dennoch sitzt die Niederlage gegen Dortmund – das ist der einzige Verein gegen den Cheftrainer Kramny verlor und das gleich zweimal – bei den Spielern tief. „Es war nicht mehr weit nach Berlin“, trauert Gentner dem verpassten DFB-Pokal-Halbfinale nach. Dafür kommt übermorgen Berlin nach Stuttgart. Kramny verspricht gegen die Hertha erneut viel Einsatz: „Wir werden wieder aufstehen.“

Was sollte der Stuttgarter Coach gegen den Tabellendritten am Samstag ändern?

Nicht viel. Der Einsatz von Mitchell Langerak war als Test gedacht und ist gelungen. Kramny: „Wir hatten uns schon zuvor auf Przemyslaw Tyton als Nummer eins festgelegt.“ Sturmspitze Artem Kravets blieb blass. Timo Werner ist deutlich spritziger. Wenn er fit ist, verdient er den Vorzug.

Was war negativ?

Der Rasen. Er war nach strömenden Regenfällen völlig durchnässt und tief. Tuchel wirbt deshalb um noch mehr Anerkennung der Leistungen: „Beide Teams haben auch athletisch viel geleistet.“