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SG Pforzheim/Eutingen

Die Bertha-Benz-Halle ist in der laufenden Saison kein gutes Pflaster für die SG Pforzheim/Eutingen. Foto: PZ-Archiv/Hennrich
Die Bertha-Benz-Halle ist in der laufenden Saison kein gutes Pflaster für die SG Pforzheim/Eutingen. Foto: PZ-Archiv/Hennrich
07.11.2018

Der kuriose Heimkomplex der SG Pforzheim/Eutingen

Pforzheim. Als Mitfavorit ist die SG Pforzheim/Eutingen in der Handball-Oberliga gestartet, nach neun Spieltagen steht das Team von Alexander Lipps aber auf einem ernüchternden siebten Tabellenplatz, bereits vier Minuspunkte hinter dem Spitzenduo. Kurios ist die Bilanz der SG vor allem aus einem Grund: Bislang gingen alle vier Heimspiele – wenn auch teils ganz knapp – verloren, dafür haben die Pforzheimer alle fünf Auswärtsspiele mit überwiegend deutlichen Resultaten gewonnen. Woher kommt das? Was geht in dieser Saison noch? Die PZ hat nachgefragt.

Woher kommt dieser plötzliche Heimkomplex?

Das weiß niemand so richtig zu erklären. „Wenn wir das wüssten, würden wir es abstellen“, sagt der Vereinsvorsitzende Jörg Lupus, der die Bilanz „kurios“ nennt. Seine Erklärungsversuche: „Vielleicht gibt es eine Blockade, sind die Spieler gehemmt, ist der Druck in den Heimspielen zu groß.“ Fest steht, dass die Pforzheimer bislang daheim nur Teams aus dem oberen Tabellendrittel zu Gast hatten. Chancenlos war man – abgesehen von der Klatsche gegen Blaustein – nicht. „Wir lagen in den drei anderen Heimspielen zur Pause vorne, konnten uns aber nie entscheidend absetzen und den Sack zumachen“, sagt Trainer Alexander Lipps. So fehlen dem Team letztlich zwei bis drei Punkte, mit denen es deutlich besser dastehen würde. Es passt ins Bild, dass mit Steißlingen auch der Gegner im nächsten Heimspiel (Samstag, 20.00 Uhr) aus dem oberen Tabellendrittel kommt.

War das Saisonziel zu hoch gesetzt?

Vergangene Saison hat die SG als Absteiger aus der 3. Liga den sofortigen Wiederaufstieg nur hauchdünn verpasst. „Das konnten wir jetzt schlecht hergehen und über einen Platz unter den ersten acht reden“, sagt Lipps. Der SG-Vorsitzende Jörg Lupus verweist darauf, was er schon vor der Saison gesagt hat: „Wir wollen hoch, aber wir müssen das nicht mit aller Gewalt.“ Inzwischen hat man das Saisonziel Aufstieg – zumindest intern – kassiert. „Wir haben uns vor drei Wochen darauf geeinigt, nicht mehr auf die Tabelle zu schauen“, sagt Alexander Lipps. Das Motto lautet jetzt: Jede Woche die richtige Leistung abrufen, dann ergibt sich alles andere von selbst.

Hat der Verein vor der Saison zu wenig ins Personal investiert?

Das könnte man auf den ersten Blick sagen. Denn mit Dominik Seganfreddo und Sandro Münch haben zwei der drei besten Torschützen das Team verlassen, mit Felix Lobedank wurde im Gegenzug nur ein Hochkaräter verpflichtet – und der Ex-Bundesliga-Spieler fehlt auch noch verletzt. Aber die SG hält an ihrer Philosophie fest, und die formuliert der Vorsitzende Jörg Lupus so: „Wir wollen nicht mit fertigen, eingekauften Spielern Erfolg haben, sondern mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Diesen Pfad wollen wir nicht verlassen.“ Dass diese Einstellung im Verein nicht von allen geteilt wird, ist bekannt. Aber bislang bekennt sich immer noch eine Mehrheit zum SG-Jugendstil.

Kann man die Verletzungsproblematik als Entschuldigung nehmen?

Das tut im Verein niemand. „Die Verletzungen dürfen keine Entschuldigung sein“, sagt Jörg Lupus. Alexander Lipps spricht von „Minifaktoren“. Fakt ist: Abwehrchef Ingo Catak fehlt seit Saisonbeginn (Bandscheibenvorfall), Felix Lobedank verletzte sich am vierten Spieltag schwer am Sprunggelenk. Auch Kreisläufer Jan Strehlau war sieben Wochen weg. Zuletzt fehlte auch noch der gesperrte Rückraumspieler Manuel Mönch, der nach dem Abgang von Sandro Münch wieder eine tragendere Rolle übernommen hat. Mönch ist am Samstag wieder dabei, Catak kehrt vielleicht Ende des Monats zurück, bei Lobedank könnte es bis ins neue Jahr dauern.

Wie sicher sitzt Alexander Lipps im Sattel?

Ziemlich sicher, wie es scheint. Jörg Lupus hat „noch keine Sekunde“ daran gedacht, dass der Coach das Problem sein könnte. Und Lipps selbst ist überzeugt, dass er die Mannschaft erreicht. Auch aus dem Umfeld des Vereins gibt es keine Hinweise, die auf einen massiven Dissenz zwischen Mannschaft und Trainer schließen lassen. Dass es nach vier verlorenen Heimspielen das übliche Gemurre gibt, ist klar. „Aber die Mannschaft kann es ja“, sagt ein Insider, „wenn wir nicht serienweise hochkarätige Chancen vergeben würden, stünden wir viel besser da“. In fremden Hallen nutzt das Team seine Chancen hingegen eiskalt.

Was ist in dieser Saison noch drin?

Schwer zu sagen. Vier Punkte zur Tabellenspitze sind aufholbar, aber dazu muss das Team endlich auch daheim punkten. Ein Pfund, mit dem die SG Pforzheim/Eutingen wieder wuchern kann, ist die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Und die Tordifferenz ist die zweitbeste der Spielklasse. Jetzt geht es darum, gute Leistungen abzurufen – auch und vor allem daheim.

helmut
07.11.2018
Der kuriose Heimkomplex der SG Pforzheim/Eutingen

Der Trainer ist nur indirekt ein Problem. Ein Externer würde mehr Disziplin in die Mannschaft bringen. Ich war beim letzten Heimspiel. Im Rückwärtsgang war die SG oft noch mit auswechseln beschäftigt da war der Ball schon im eigenen Tor. Nachdem der Gegner ein Tor kassierte waren beim Anwurf laufend bereits einige Spieler in der Eutinger Hälfte ohne vom Schiedsrichter geahndet zu werden. Das muss von außen moniert werden. Glatte Regelverstöße. Hatte der Gegner einen Angriff abgewehrt stand ...... mehr...