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Im Juni stand Hansi Müller in Pforzheim bei einem Benefizspiel auf dem Platz. Foto: Becker
Im Juni stand Hansi Müller in Pforzheim bei einem Benefizspiel auf dem Platz. Foto: Becker
Als Spieler verließ Hansi Müller Stuttgart zwar schon 1982, doch bis heute zählt er zu den Großen, die mit dem VfB in Verbindung stehen. Foto: dpa
Als Spieler verließ Hansi Müller Stuttgart zwar schon 1982, doch bis heute zählt er zu den Großen, die mit dem VfB in Verbindung stehen. Foto: dpa
Mädchenschwarm von einst: Hansi Müller zierte sogar den Titel der „Bravo“. Foto: dpa
Mädchenschwarm von einst: Hansi Müller zierte sogar den Titel der „Bravo“. Foto: dpa
Start in der 2. Liga: 1977 setzten sich Müller und Co. gegen Nürnberg durch. Foto: dpa
Start in der 2. Liga: 1977 setzten sich Müller und Co. gegen Nürnberg durch. Foto: dpa
26.07.2017

„Der schöne Hansi“ wird 60 - Müllers Weg vom Teenie-Idol zum VfB-Ehrenmitglied

Das Schlagwort vom „schönen Hansi“ werde er wohl nicht mehr los, sagt Hansi Müller. Schließlich schaffte er es Ende der siebziger Jahre als junger Profi mehrmals auf das Titelblatt der „Bravo“. Damit wurde Müller, der an diesem Donnerstag 60 Jahre alt wird, zum ersten „Teenie-Idol“ des deutschen Fußballs. „Ich habe damals 250.000 Autogrammkarten im Jahr gebraucht“, erzählt der einstige Spielmacher mit feinem linken Fuß und herausragender Technik.

Er sei halt ein dunkler Typ, habe einen eleganten Fußball gespielt und dazu keine krumme Nase, das habe den Leuten gefallen. Darauf eingebildet habe er sich aber nichts. Dennoch habe man den Frauenschwarm Anfang 20, als er durchgestartet sei, ein paar Mal auf den Boden zurückholen müssen. Das hat offensichtlich gewirkt: Der Europameister von 1980 und Vize-Weltmeister von 1982, der 42 Mal für Deutschland spielte, ist neben Spielern wie Robert Schlienz, Jürgen Klinsmann, Guido Buchwald, Karlheinz Förster, Karl Allgöwer oder Sami Khedira einer der Großen der VfB-Geschichte.

So groß wie an seinem 50. Geburtstag wird Müller nun nicht feiern. 2007 hatte er das mit 1:3 verlorene WM-Finale von 1982 gegen Italien wieder aufleben lassen – vor 40.000 Zuschauern im Stuttgarter Stadion. Die Stars von früher waren fast alle da – dazu die Gastspieler Michael Schumacher und Eros Ramazzotti. Dieses Mal will Müller mit 30 Gästen in einem Biergarten im Remstal feiern.

Blick zurück ohne Zorn

Trotz vieler Verletzungen blickt er positiv auf seine Karriere zurück, die ihn nach der WM-Teilnahme für zwei Jahre zu Inter Mailand führte. „Ich habe 15 Jahre als Profi Gas gegeben und dann 15 Jahre in der Profivermarktung. Dafür bin ich dankbar“, sagt der frühere klassische „Zehner“. Und weil er der Typ sei, der das Glas „halbvoll und nicht halbleer“ sehe, habe er mit seinem Sechzigsten kein Problem.

Das VfB-Ehrenmitglied hält regelmäßig vor Unternehmern Motivationsvorträge und sitzt seit 2014 im Gemeinderat von Korb. Auch die Familie fordere ihn, besonders sein siebenjähriger Sohn Sandro.

Dass er noch einmal ein „junger“ Familienvater wurde, hat mit einem Schicksalsschlag zu tun, den Müller wegstecken musste. 2005 starb nach 28 gemeinsamen Jahren seine Frau Claudia, mit der er zwei erwachsene Kinder hat, an Krebs. Wenig später lernte er seine heutige Partnerin kennen. „Man kann an solchen Extremsituationen auch wachsen“, erklärt Müller, der zuletzt bis 1990 beim FC Swarowski Tirol in Innsbruck spielte.

Ohne Amt im Verein

Mit dem VfB stieg Müller 1977 in die Bundesliga auf. Schöne Erfahrungen machte er aber nicht ausschließlich mit dem Club. Im Mai 2015 trat er als Aufsichtsrat zurück, nachdem er ausgeplaudert hatte, was jeder wusste: Dass Alexander Zorniger neuer VfB-Trainer werden würde.