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Grenzenloser Jubel bei der SG Pforzheim/Eutingen nach dem Sieg im Derby gegen die TGS Pforzheim. 

Derby-Sieg: SG Pforzheim/Eutingen schlägt TGS Pforzheim im Prestigeduell

Pforzheim. Ein Sieg in einem Derby ist für Spieler, Verantwortliche und Fans etwas ganz Besonderes. Handelt es sich dann auch noch um ein Lokalderby, setzt dies dem Ganzen die Krone auf.

Entsprechend groß war die Freude bei den Drittliga-Handballern der SG Pforzheim/Eutingen am Samstagabend. "Derby-Sieger, Derby-Sieger, hey, hey" skandierten die Zuschauer auf den Rängen, während die Spieler auf dem Feld im Kreis tanzten. Gerade eben hatte die Mannschaft von Trainer Alexander Lipps vor 1.400 Zuschauern in der Bertha-Benz Halle die, auf dem Papier offiziell als Gastgeber angeführte, TGS Pforzheim mit 26:22 bezwungen.

"Der Sieg meiner Mannschaft war - auch in dieser Höhe - verdient", sagte Lipps nach der Partie, nicht ohne dem personell stark angeschlagenen Gegner seinen Respekt auszusprechen: "Dafür haben sie sich wirklich super verkauft. Ich war beeindruckt, wie aufopferungsvoll die TGS gekämpft hat."

SG Pforzheim/Eutingen übernimmt von Anfang an die Kontrolle

Im direkten Duell übernahm die SG von Anfang an die Kontrolle und eröffnete das Derby mit dem ersten Tor des Abends durch Julian Broschwitz von der 7-Meter-Linie nach 67 gespielten Sekunden.

Die Lipps-Truppe erspielte sich von da an einen kleinen Vorsprung, der nach zehn Minuten beim Stand von 5:2 auf drei Tore angewachsen war. In der Folge hielt man die TGS auf Distanz, doch diese steckte nicht auf und konnte durch zwei Treffer von Marco Kikillus, mit vier Toren am Ende bester Werfer aus Seiten der Hausherren, und Nicolas Herrmann kurz vor der Halbzeit auf ein Tor (12:13) verkürzen.

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SG Pforzheim/Eutingen siegt im Lokalderby gegen die TGS Pforzheim

Auch, weil der bis dahin makellose Julian Broschwitz vier Sekunden vor der Pausensirene per Siebenmeter an Jonathan Binder im Gehäuse der Gastgeber scheiterte.

TGS Pforzheim verpatzt Start in zweite Hälfte

Nach der Halbzeit kam die SG deutlich besser aus der Kabine. Nach elf Minuten im zweiten Durchgang war der Vorsprung kontinuierlich auf sechs Tore angewachsen, 13:19 prangte auf der Anzeigetafel.

Die TGS, bei der Trainer Tobias Müller aufgrund des personellen Engpasses erneut selbst auf der Platte stand, reagierte mit einer Auszeit und tatsächlich sah es im Anschluss daran so aus, als könnten die Gastgeber noch einmal zurückschlagen. Raphael Blum und Lukas Salzseeler konnten mit zwei schnellen Treffern innerhalb von etwas mehr als einer Minute auf vier Tore Rückstand verkürzen. Die Gäste zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt.

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TGS gegen SG – darum wird das Pforzheimer Handball-Derby der Knaller

Auf weniger als drei Treffer ließ man den Lokalrivalen nicht mehr herankommen. Allen voran Youngster Nico Schöttle trumpfte in der Schlussphase mit vier Toren in rund dreieinhalb Minuten noch einmal gehörig auf und so blieb es am Ende beim ungefährdeten Derby-Erfolg der SG, bei der Jan Wörner am Ende bester Werfer mit sieben erfolgreichen Versuchen war.

Trainer von Stimmung in der Halle überwältigt

Während die SG nach dem sechsten Sieg im neunten Spiel den Blick als Tabellenvierter weiter nach oben in Richtung Aufstiegsrunde richten kann, hinkt die TGS den eigenen Erwartungen und Ansprüchen hinterher und hängt mit lediglich sechs Zählern im Tabellenkeller auf Platz zehn fest.

Dennoch zeigte sich Tobias Müller nach der Partie nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. "Hätten wir unser Überzahlspiel ein bisschen besser ausgespielt und weniger Fehler in dieser Phase gemacht, wäre die SG heute schlagbar gewesen", sagte er.

In einer Sache waren sich beide Trainer in jedem Fall einig: Die Kulisse in der Bertha-Benz Halle sei "überwältigend" gewesen und "es war toll, mal wieder vor so vielen Fans spielen zu können". 

Sven Sartison

Sven Sartison

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