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Hart umkämpft war das Länderspiel zwischen der deutschen Rugby-Nationalmannschaft (weiße Trikots) und den New Zealand Ambassadors (schwarze Trikots), das erst in letzter Sekunde von den deutschen Spieler mit 21:19 gewonnen werden konnte. © Becht
13.10.2014

Deutschland siegt beim Rugby-Länderspiel in Pforzheim

„So ist Rugby. Es ging hin und her und wir hatten das glückliche Ende für uns“, erklärte Kobus Potgieter, Trainer der deutschen Rugby-Nationalmannschaft, nach dem Last-Minute-Sieg seines Teams gegen die Auswahlmannschaft der New Zealand Ambassador’s XV. Mit der letzten Aktion des spannenden Matches vor 1300 Zuschauern im SüdwestEnergie-Stadion des TV Pforzheim sicherten sich die deutschen Spieler den 21:19-Erfolg.

Bildergalerie: 1300 Zuschauer beim Rugby-Länderspiel auf TVP-Platz

Rund 1300 Zuschauer sehen beim Rugby-Länderspiel auf dem TVP-Platz einen Last-Minute-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die New Zealand Ambassadors. Fotos: Jürgen KellerRund 1300 Zuschauer sehen beim Rugby-Länderspiel auf dem TVP-Platz einen Last-Minute-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die New Zealand Ambassadors. Fotos: Jürgen KellerRund 1300 Zuschauer sehen beim Rugby-Länderspiel auf dem TVP-Platz einen Last-Minute-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die New Zealand Ambassadors. Fotos: Jürgen Keller

Bildergalerie: Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 1

Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 1Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 1Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 1

Vor dem Spiel bat Sportbürgermeisterin Monika Müller die Teams zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Erstmals konnte ein Länderspiel der deutschen Rugby-Nationalmannschaft in Pforzheim ausgetragen werden und Gastgeber TV Pforzheim hatte gleich daraus einen großen Rugbytag mit Oktoberfest und Frauen-Rugbybundesligaspiel gemacht. Entsprechend groß war trotz Regenwetter der Besucherandrang im SüdwestEnergie-Stadion am Rattachweg im Stadtteil Eutingen.

Bildergalerie: Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 2

Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 2Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 2Rugby-Länderspiel beim TVP: Deutschland - NZ Ambassadors - 2

Viele wollten etwas vom weltmeisterlichen Flair der legendären All Blacks, dem neuseeländischen Nationalteam, erleben und wurden zumindest vor dem Anpfiff nicht enttäuscht. Die New Zealand Ambassadors zeigten ihren Kriegstanz, den Haka, den sie nach Abpfiff für die vielen Fans mit Kameras in der Hand noch einmal in Kurzform und mit nacktem Oberkörper zeigten. Auch bei der dritten Halbzeit im Oktoberfestzelt boten die Kiwis eine starke Leistung.

Bildergalerie: Erste Eindrücke vom Rugby-Länderspiel in Pforzheim

Erste Eindrücke vom Rugby-Länderspiel in Pforzheim: Die deutsche Nationalmannschaft schlägt in letzter Sekunde die New Zealand Ambassadors mit 21:19. Die Neuseeländer zeigten ihren Kriegstanz, den Haka. Gastgeber TV Pforzheim hatte zum Länderspiel noch ein Oktoberfest veranstaltet. Fotos: BechtErste Eindrücke vom Rugby-Länderspiel in Pforzheim: Die deutsche Nationalmannschaft schlägt in letzter Sekunde die New Zealand Ambassadors mit 21:19. Die Neuseeländer zeigten ihren Kriegstanz, den Haka. Gastgeber TV Pforzheim hatte zum Länderspiel noch ein Oktoberfest veranstaltet. Fotos: BechtErste Eindrücke vom Rugby-Länderspiel in Pforzheim: Die deutsche Nationalmannschaft schlägt in letzter Sekunde die New Zealand Ambassadors mit 21:19. Die Neuseeländer zeigten ihren Kriegstanz, den Haka. Gastgeber TV Pforzheim hatte zum Länderspiel noch ein Oktoberfest veranstaltet. Fotos: Becht

Sportlich gesehen war das Match „ein idealer Saisonauftakt für die deutsche Nationalmannschaft“, so Claus-Peter Bach, Vorsitzender des baden-württembergischen Rugbyverbands. Die Ambassadors seien „ein schwerer Gegner“ und würden es Nationaltrainer Potgieter ermöglichen, erste Erkenntnisse für die anstehende harte Saison in der Divison 1A im European Nations Cup (ENC) zu gewinnen. Nicht alle Erkenntnisse werden dem DRV-Coach jedoch gefallen haben.

„Es war ein sehr gutes Spiel. Wir haben stark angefangen und dann nach mehreren Wechseln in der zweiten Halbzeit aufgehört, richtig Rugby zu spielen“, wertet Potgieter den Spielverlauf. Mit der ersten Hälfte jedoch konnte er zufrieden sein. Zwei schnelle Versuche von Kehoma Brenner und Sean Armstrong (beide vom Heidelberger RK), eine Erhöhung und ein Strafkick von Carlos Soteras-Merz (TV Pforzheim) brachten die DRV-Auswahl mit 15:0 in Front. Dann sah es so aus, als könnten die Neuseeländer nicht mehr viel entgegensetzen, zu selten kamen sie in die Nähe des deutschen Malfeldes.

Erst zwei von Jeremy te Huia (TV Pforzheim) verwandelte Straftritte brachten die ersten sechs Punkte für die in europäischen Teams spielenden All Blacks. Mit dem Straftritt von Carlos Soteras-Merz zum 18:6 für das Potgieter-Team ging es in die Halbzeit.

Die hatte wohl vor allem den Neuseeländern gut getan, denn mit zwei Kicks brachte te Huia die Ambassadors auf 12:18 heran. „Nach den vielen Wechseln ist bei uns der Faden gerissen. Mangelnde Disziplin führte zu unnötigen Straftritten für die Neuseeländer, die diese konsequent in Punkte umgesetzt haben“, sagte Potgieter nach dem Spiel. Dazu zählt zum Beispiel auch die Gelbe Karte für Paul Pritchard (Ballynahinch RFC), der das deutsche Team für zehn Minuten in Unterzahl brachte. Fast folgerichtig konnten die Neuseeländer dann den Druck erhöhen und durch den Riesen Caine Elisara (vormals Heidelberger RK) und durch die Erhöhung von te Huia erstmals in der Mitte der zweiten Halbzeit mit 19:18 in Führung gehen.

Potgieter beklagte in der zweiten Halbzeit schwache Kicks aus dem Spielverlauf heraus, die dem Gegner unnötige Vorteile brachten. Auch bei den Straftritten zum Ende des Spiels, als Carlos Soteras-Merz nicht mehr auf dem Feld war, fehlte es an Präzision, was die 1300 Zuschauer schon mit einem knappen Sieg der Kiwis rechnen ließ. Doch letztlich traf Mark Sztyndera (SC Frankfurt) mit der letzten Aktion des spannenden Länderspiels zum 21:19-Sieg.

Potgieter hatte vor dem Spiel erklärt, möglichst viele neue Spieler testen zu wollen. Nach dem Aufstieg in die Division 1A warten aber andere Kaliber auf die deutsche Nationalmannschaft. Bis zum 7. Februar 2015, dem ersten ENC-Spiel gegen Georgien, müssen die Fehler und Nachlässigkeiten der zweiten Halbzeit abgestellt werden, will man gegen einen eingespielten Gegner bestehen. Die erste Hälfte jedoch hat Mut für die weiteren Aufgaben in der Division 1A gemacht.

An Mut hat es den Stuttgarterinnen im Bundesligaspiel der Rugbyfrauen nicht gefehlt, doch für mehr als eine 5:52-Niederlage gegen den Heidelberger RK hat es nicht gereicht. Die Spielerinnen vom Stuttgarter RC, die wegen einer Platz-Sanierung ihre Heimspiele beim TV Pforzheim austragen müssen, hatten gegen die Heidelbergerinnen keine Chance. Zu kompakt stand der HRK als Mannschaft in der Abwehr, zu schnell waren die Heidelbergerinnen beim Slalomlauf durch die SRC-Reihen. Am Ende gab es für beide Teams viel Beifall von den Zuschauern, die erstmals Frauenrugby auf dem TVP-Feld miterleben durften.