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06.04.2008

Die Entscheidungen nahen

PFORZHEIM. Zweigleisig arbeiten derzeit die Verantwortlichen beim 1. FC Pforzheim. Während die Vereinsführung einen neuen Trainer verpflichten muss, kämpft Stefan Sartori mit der Mannschaft um den Verbandsliga-Titel.

Wenn alles glatt läuft, kann der Verein in Sachen Trainerverpflichtung bereits heute Vollzug melden. Gestern Abend sollte ein entscheidendes Gespräch stattfinden. Heißer Kandidat auf den Trainerjob im Brötzinger Tal ist Klaus Fischer. Der ehemalige FCP-Spieler aus dem württembergischen Frickenhausen hat das FCP-Team beim Heimspiel gegen den FV Lauda unter die Lupe genommen.

Der 44-Jährige hatte Ende vergangener Woche seinen Abschied als Trainer beim württembergischen Landesligisten TSV Köngen bekannt gegeben und ist einem Engagement in Pforzheim nicht abgeneigt. In seiner aktiven Zeit im Brötzinger Tal war Fischer bei den Fans sehr beliebt und lange Zeit FCP-Kapitän.

Ob Fischer der neue Trainer im Brötzinger Tal wird und ob er seine neue Mannschaft dann in der Verbandsliga oder Oberliga übernimmt, bleibt abzuwarten. Letzteres hängt vor allem von der Arbeit von Stefan Sartori ab, der mit dem Tabellenzweiten (23 Spiele/43 Punkte) in den kommenden zwölf Tagen gleich drei wichtige Spiele zu bestreiten hat:
 Am morgigen Mittwoch um 18.00 Uhr im Brötzinger Tal gegen den Tabellen-Fünften SV Spielberg (21 Spiele/37 Punkte)
 Am kommenden Samstag um 15.30 Uhr im Brötzinger Tal gegen den Tabellen-Vierten ASV Durlach (21 Spiele/38 Punkte)
 Eine Woche später am Sonntag, 20. April um 17.00 Uhr beim Spitzenreiter FC Zuzenhausen (23 Spiele/44 Punkte)
In knapp zwei Wochen also kann der FCP alles gewinnen – oder alles verlieren. Dabei scheinen die Hausaufgaben gegen Spielberg und Durlach auf den ersten Blick einfacher als der Gang zum Spitzenreiter. Aber im heimischen Stadion ist der „Club“ in der laufenden Saison keineswegs eine Großmacht. Von elf Heimspielen hat der FCP bislang nur fünf gewonnen, fünfmal unentschieden gespielt und einmal verloren. Da ist die Auswärtsbilanz derzeit (sechs Siege, fünf Unentschieden, eine Niederlage) sogar einen Tick besser.

Doch Trainer Sartori lässt sich von der vermeintlichen Heimschwäche nicht irritieren: „Das ist vorbei“, sagt er selbstbewusst. Der jüngste 5:1-Heimerfolg gegen Lauda gibt ihm scheinbar recht, doch im Heimspiel davor gegen Rot kam Pforzheim nicht über ein 1:1 hinaus.

Nachdenklich machen dürfte den „Club“-Trainer aber die personelle Situation. „Wir pfeifen aus dem letzten Loch“, sagt Sartori. Zwar könnte der erkrankte Viktor Göhring bis zum Spiel morgen wieder gesund sein, doch Sven Fellmann fehlt weiter verletzt. Und mit Julian Jaizay, Dominik Bernecker sowie Vergoulakis Karapantzos sind gleich drei FCP-Spieler derzeit nach Roten Karten gesperrt.

Zumindest bei Jaizay hofft man im Brötzinger Tal auf die Milde der Sportrichter und hat ein Gnadengesuch eingereicht. Denn eigentlich wäre der FCP-Stürmer auch noch gegen Spielberg und Durlach gesperrt. „Julian ist Ersttäter, war bislang nicht auffällig. Da reichen zwei Spiele Sperre“, sagt Michael Rosanowski, der sportliche Leiter beim „Club“. Und gerade im Angriff wird die Luft dünn, nachdem mit Karapantzos ein weiterer Stürmer beim 3:2-Sieg in Schollbrunn Rot sah. „Eine saudumme Aktion“, sagt der Trainer über den Aussetzer des Griechen, der in den vergangenen beiden Spielen dreimal getroffen hat.