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In der Bundesliga ringt Ispringen – in Rot Marcel Ewald – nicht mehr gegen Schriesheim: Das Team seines Bruders Christoph zog zurück. Foto: Ripberger/PZ-Archiv
In der Bundesliga ringt Ispringen – in Rot Marcel Ewald – nicht mehr gegen Schriesheim: Das Team seines Bruders Christoph zog zurück. Foto: Ripberger/PZ-Archiv
30.12.2015

Die Ringer-Liga verändert ihr Gesicht

Ispringen/Darmstadt. Der Rückzug des KSV Schriesheim aus der Ringer-Bundesliga hat Bernd Reichenbach überrascht. Obwohl es damit nur noch zehn Erstligisten gibt, sieht der Trainer des KSV Ispringen die Attraktivität oder gar den Fortbestand der Bundesliga nicht in Gefahr. „Es kommt, wie es kommt, ich habe mir da eigentlich noch keine Gedanken gemacht“, sagt Reichenbach.

Eine Alternative zu zwei Staffeln mit nur noch fünf statt bisher sechs Teams, könnte eine eingleisige Bundesliga sein, vermutet er. „Damit wäre schon ein gewisser Aufwand verbunden, aber dann steigt man halt mal einen Tag früher in den Bus.“

Um die Zukunftsfragen geht es am 8./9. Januar 2016, wenn die Bundesligavereine und der Deutsche Ringer-Bund in Darmstadt zusammentreffen. Am 9. Januar wird abends die entscheidende Phase der laufenden Saison eingeläutet, denn dann stehen die Hinkämpfe der Halbfinalpaarungen Ispringen gegen Nendingen und Mainz gegen Weingarten an.

Der Tagungstermin zu Jahresbeginn sei auf den Meldeschluss für die nächste Saison abgestimmt, sagt Jörg Richter, Pressesprecher des Deutschen Ringer-Bundes (DRB). Spätestens am Freitag, 15. Januar, muss die Zusage der Vereine für die nächste Saison vorliegen. Ob es ein- oder zweigleisig weitergeht, ist aus Richters Sicht offen. Er wagt aber die Prognose, dass die Play-offs bleiben. Auf die Halbfinals und die Finals wolle der Verband sicher nicht verzichten. Dafür spricht nicht nur das damit verbundene Spannungsmoment. Vielmehr müssten die vier Titelanwärter dem Verband für die Endrundenteilnahme eine Gebühr bezahlen, ergänzte der DRB-Pressesprecher. Die Höhe des Betrags kenne er nicht.

Für den Fall, dass es künftig eine eingleisige erste Liga gibt und den Vereinen höhere Kosten entstehen, macht sich Richter keine Sorgen. „Ich schiebe die Probleme am Wenigsten auf die Reisekosten. Sie haben eher mit den ausländischen Ringern zu tun.“ Um konkurrenzfähig zu sein, brauchen die Teams international bewährtes Personal. Aufgrund einer entsprechenden Quote müssen alle aber auch fünf Deutsche aufbieten: Das führt dazu, dass der Marktwert der nationalen Asse steigt – und Clubs wie Schriesheim und zuvor der KAV Mansfelder Land Eisleben aussteigen. Nachdem vor drei Jahren noch 17 Clubs der ersten Liga angehörten, sind es nun nur noch zehn. Ob alle im Herbst in die neue Saison starten, lässt sich kaum vorhersagen. „Im Moment würde ich auf gar nichts setzen“, sagt Ispringens Trainer Reichenbach. rks