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Gutes Wetter und ein treuer Begleiter: So macht Laufen Spaß. Doch wer nicht gerade am Strand rennt, sollte lieber auf Laufschuhe als auf Barfuß-Laufen setzen.
Gutes Wetter und ein treuer Begleiter: So macht Laufen Spaß. © dpa
14.04.2014

Die pure Lust am Laufen - Anmelden fürs Laufsymposium

Sport ist kein Mord – sondern manchmal die bessere Medizin. Davon ist Dr. Walter Schüler, Kardiologe an der Pforzheimer Arcus-Sportklinik, überzeugt. „Ich persönlich glaube, dass es keine Erkrankung gibt, die sich durch Sport nicht positiv beeinflussen ließe“, sagt er. Körperliche Aktivität sei – richtig umgesetzt – effektiver als manche Medikamente. Beim Laufsymposium am 29. April im PZ-Forum gibt die PZ Tipps für Lauf-Einsteiger

Wie Anfänger und Fortgeschrittene richtig trainieren, erklären die Experten beim Laufsymposium. Neben den Organisatoren des Pforzheimer SWP-Citylaufs sind Dr.Walter Schüler und Dr. Thomas Ambacher dabei. Im Foyer stehen außerdem Vertreter von Kieser Training für Fragen bereit. Anmeldung über simon.walter(at)pz-news.de sowie 07231/ 933140.

Schon vor einem Monat im PZ-Interview hatte Dr. Schüler betont, dass sich der Laufsport auch aufs Liebesleben positiv auswirkt. Dies bestätigt auch Sexualmediziner Michael J. Mathers in einem Interview mit dem Laufblog achim-achilles.de. Dort sagt er: "Besonders durch Ausdauersport wird der Testosteronspiegel erhöht, was die Libido steigert. Außerdem wird der Genitalbereich stärker durchblutet. Das verbessert die Erektionsfähigkeit. Auch bei Frauen steigert Sport das sexuelle Verlangen."

Fünf Tipps zum Start ins Läuferleben hat die PZ hier aufgelistet:

Im Kleinen beginnen: Vom Pforzheimer Rathaus zur Schlössle Galerie und zurück. Das sind 800 Meter – die Strecke, die ein Durchschnitts-Deutscher pro Tag zurücklegt. Doch wer vom Wenig- zum Dauerläufer werden möchte, sollte langsam starten: „Das muss stufenweise passieren“, rät Schüler. „Man kann zwar auch in drei Monaten vom Couchpotatoe zum Marathon-Läufer werden. Aber das halte ich für schwierig, weil es oft nicht von Dauer ist. Und damit hilft es nicht gesundheitlich, sondern nur dem Ego.“ Anfänger sollten im Kleinen beginnen: nicht mehr den Aufzug nehmen, nicht mehr vor der Tür parken und viel zu Fuß gehen. „Man kann durch langsames Joggen über 1000 Meter beginnen“, so Schüler. Auch mit wenig Zeit kann viel erreicht werden, sagt die Geschäftsführerin von Kieser Training Pforzheim, Regine Schlossnickel: „Zwei Einheiten pro Woche reichen, um die Ausdauer zu verbessern.“

Mehr als nur Beine: Laufen, laufen, laufen. Das ist wichtig. Aber es ist nicht alles. „Zusätzlich sollte man die Muskelgruppen, die bisher geschlafen haben, antreiben“, empfiehlt Kardiologe Schüler – und bekommt Unterstützung von Schlossnickel: „Beim Laufen werden Muskeln, Bänder und Sehnen besonders beansprucht. Das kann insbesondere bei schlechtem Trainingszustand zu Über- und Fehlbelastung führen.“

Acht geben auf sich selbst: Schmerzt das Knie? Blutet die Ferse? Spüren Sie beim Sport ein Drücken oder Ziehen am Herz? Dann ab zum Arzt. Denn Sportler gehörten oft zu den Menschen, die körperliche Symptome gerne ausblenden, warnt Schüler: „Das ist eine fatale Kombination.“ Deshalb sollten Läufer bei Beschwerden rechtzeitig zum Arzt gehen.

Gemeinsam statt einsam: Mehr Motivation, mehr Kontrolle und mehr Spaß bringt das Laufen in Gruppen. Das geht etwa in Vereinen – beispielsweise dem TV Kieselbronn, der TG Stein oder dem LC 80 Pforzheim – und Lauftreffs. So bietet Kieser Training bis zum Citylauf ein Training für Einsteiger und Fortgeschrittene an. Interessierte melden sich bei Daniel Münchinger (07231/5894544).

Kleine und große Helferlein: „Für einen guten Laufschuh muss man mindestens 100 bis 120 Euro ausgeben“, sagt Dr. Thomas Ambacher, Sportmediziner an der Arcus-Klinik. Auch das Geld für eine Pulsuhr ist gut investiert, um den Körper nicht zu überfordern. Doch es gibt auch günstige kleine Helferlein: die Lieblingsmusik auf den Ohren, die Lauf-App aufs Smartphone und das Rippchen Schokolade auf dem Gartentisch – zur Belohnung.