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Eine enge Sache war das Pokal-Halbfinale zwischen Spielberg (links Alexander Merkel) und Nöttingen (rechts Felix Zachmann) nur vor der Pause.  Ripberger
Eine enge Sache war das Pokal-Halbfinale zwischen Spielberg (links Alexander Merkel) und Nöttingen (rechts Felix Zachmann) nur vor der Pause. Ripberger
26.04.2012

Die verfrühte Bescherung für den FC Nöttingen fiel aus

Nur zu gerne hätten die Fußballer des FC Nöttingen am Mittwochabend den Einzug in den DFB-Pokal gefeiert. Ihren Beitrag dazu haben sie mit dem 2:0-Sieg im badischen Pokal-Halbfinale beim Oberliga-Konkurrenten SV Spielberg auch geleistet. Doch der SV Sandhausen spielte nicht mit. Der Drittligist und Zweitliga-Aufsteiger verlor nämlich schon einen Tag früher sein Halbfinale beim Oberligisten Spvgg Neckarelz.

Da Sandhausen schon über die Ligaplatzierung für den DFB-Pokal qualifiziert ist, wäre ein Sandhäuser Finalgegner auf jeden Fall in den DFB-Pokal eingezogen. Jetzt aber müssen sich Neckarelz und Nöttingen um den prestigeträchtigen und lukrativen Auftritt und ein Heimspiel gegen einen Proficlub streiten. Der Showdown findet voraussichtlich am 23.Mai auf einem neutralen Platz statt. Als Ort ist Eppingen im Gespräch.

Erhofft, aber nicht erwartet

Dass Sandhausen nicht mitspielte, nimmt man in Nöttingen mit einer Mischung aus Enttäuschung und Gelassenheit. „Gehofft hatten wir schon, erwartet habe ich es aber nicht“, sagt FCN-Abwehrspieler Marcel Rapp und schickt an die Adresse von Sandhausen hinterher: „Verübeln kann man es ihnen nicht.“ Der Nöttinger Vorsitzende Dirk Steidl weiß, wie schwer Vorhersagen sind: „So ist der Fußball – unberechenbar.“

Auch Michael Wittwer war vom Resultat des anderen Halbfinales enttäuscht: „Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass es nicht so ist“, gesteht der Nöttinger Trainer ein. Aber er sieht die Sache ganz pragmatisch: „Was auf anderen Plätzen passiert, liegt nicht in unserer Hand.“

Und das, was Nöttingen selbst in der Hand hatte, erledigte das Team zur Zufriedenheit des Trainers. Der 2:0-Sieg in Spielberg war letztlich eine klare Angelegenheit. Dabei schien es, als müssten die Nöttinger noch nicht einmal an ihre Leistungsgrenze gehen. Mit technischer Stärke und Routine kontrollierten sie den Gegner, der die erste halbe Stunde eifrig anrannte, jedoch nur selten zu hochkarätigen Möglichkeiten kam.

Auf der anderen Seite machten die Nöttinger mitten in die Spielberger Drangphase hinein das 1:0. Metin Telle hatte von rechts geflankt, Mario Bilger den Kopfball Richtung Tor gedrückt und Giuseppe Ricciardi mit der Fußspitze dem Ball die entscheidende Richtungsänderung gegeben. Spätestens ab diesem Zeitpunkt waren die Gäste Herr im Haus. Telle hätte bereits das 2:0 machen können, als er fünf Meter vor dem Tor frei zum Kopfball kam (61.). So dauerte es bis zur 73. Minute, ehe Leutrim Neziraj alles klarmachte.

Im Finale gegen Neckarelz sehen alle jetzt ein „Duell auf Augenhöhe“. Und Marcel Rapp sagt: „Wer etwas gewinnen will, muss alle schlagen.“