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Freud und Leid: Beim FC Nöttingen sind die Leistungs- und Gefühlsschwankungen derzeit wieder einmal extrem. Am vergangenen Wochenende überwog das Leid - nach dem 0:4 beim Tabellenletzten. Foto: Gössele
Freud und Leid: Beim FC Nöttingen sind die Leistungs- und Gefühlsschwankungen derzeit wieder einmal extrem. Am vergangenen Wochenende überwog das Leid - nach dem 0:4 beim Tabellenletzten. Foto: Gössele
07.04.2014

Die zwei Gesichter des FC Nöttingen

Wer den vergangenen Spieltag der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg verfolgt hat, der könnte zu der Auffassung gelangen, dass eigentlich kein Verein in die Regionalliga Südwest aufsteigen möchte. Das Spitzentrio versagte kollektiv. Der FC Walldorf verlor am Samstag in Villingen 2:4, der TSV Grunbach kam zuhause gegen den SV Spielberg über ein 1:1 nicht hinaus. Zwei Steilvorlagen für den FC Nöttingen, der am Sonntag drei Punkte beim Tabellenletzten in Oberachern fest einkalkuliert hatte. Doch die Mannschaft, die vier Tage zuvor noch mit einer grandiosen Leistung den Regionalligisten SV Waldhof mit 2:1 aus dem BFV-Pokal geworfen hatte, enttäuschte beim 0:4 auf der ganzen Linie.

Wieder einmal, denn extreme Formschwankungen sind bei den Nöttinger Kickern keine Seltenheit. Nach dem 2:0-Sieg im Derby beim TSV Grunbach verlor man zuhause 1:3 gegen den FC Villingen. In der Vorrunde wurde das Team von Michael Wittwer nach bis dahin starkem Saisonverlauf mit 4:7 beim SV Spielberg deklassiert. Woran das liegt, ist rätselhaft, auch für Personen, die nahe an der Mannschaft dran sind. „Absolut unerklärlich“, sagt Manager Dirk Steidl. „Dafür gibt es keine Erklärung“, schüttelt Michael Wittwer den Kopf und fügt hinzu: „Wenn zwei Spieler schlecht spielen, dann können es die anderen acht noch kompensieren, wenn aber zehn Spieler unter ihrem Niveau spielen . . .“

In Oberachern fehlte im Vergleich zum Pokalschlager gegen Waldhof Thorben Schmidt wegen einer Oberschenkelverhärtung. Für ihn spielte Holger Fuchs hinten rechts. Links verteidigte Simon Frank für Mario Hohn. Auch Sascha Paseka kam neu in die Mannschaft. Doch diese minimalen Veränderungen können nicht die Ursache für den krassen Leistungsabfall gegen das Schlusslicht sein, davon ist die sportliche Leitung des FCN überzeugt.

Das Titelrennen der Oberliga Baden-Württemberg ist nach dem 26. Spieltag offener denn je. Am kommenden Freitag um 19 Uhr erwartet der FCN im heimischen Panoramastadion den alten Rivalen Bahlinger SC.

Abseits des Rasens laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison. Der Verein arbeitet gerade am Lizenzantrag für die Regionalliga. Abgabetermin ist der 15. April. Auch die Verträge mit einigen Spielern und Trainer Wittwer für die kommende Saison sind noch nicht unterschrieben. Wittwer hat ein neues Angebot vom Verein erhalten, zögert aber noch mit der Unterschrift. Es seien noch ein paar Kleinigkeiten zu klären, sagt der Chefcoach. Vereinschef Dirk Steidl geht davon aus, dass Wittwer seinen Vertrag bald verlängert. Grundsätzlich weist Steidl darauf hin, dass angesichts allgemein rückläufiger Zuschauerzahlen und Sponsorengelder alle Angestellten in Oberligavereinen in Zukunft nicht unbedingt mit einer Erhöhung ihrer Bezüge kalkulieren dürften.