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Im Hinspiel sicherte Torhüter Robin Kraski (Bildmitte) mit einem gehaltenen Elfmeter den Nöttingern einen kanppen 1:0-Erfolg. Wird er dieses Mal auch gefordert sein? Foto: Ripberger
Entsetzen beim FC Nöttingen: Schiedsrichter Daniel Leyhr hat auf Elfmeter entschieden, „Sünder“ Moritz Bischoff (Dritter von rechts) und seine Mitspieler sind fassungslos. Gössele
17.09.2013

Diskussionen nach Oberliga-Derby FC Nöttingen gegen TSV Grunbach

Gesprächsbedarf gab es am Ende reichlich. Nach einem packenden Derby in der Fußball-Oberliga, das der FC Nöttingen mit 1:0 (1:0) gegen den TSV Grunbach gewann, war doch noch die eine oder andere Frage offen. Einige Dinge verdienen noch eine nähere Betrachtung. Die PZ versucht, Aufklärung zu betreiben.

Wer ist die Nummer eins im Kreis?

Bildergalerie: Derby: FC Nöttingen besiegt TSV Grunbach mit 1:0

Gute Frage. Geografisch wird Grunbach immer höher liegen als Nöttingen. Und auch in der Tabelle liegt der TSV noch vorne. Doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz. Und da hatte in drei Oberliga-Derbys bislang Nöttingen die Nase vorne. 1:0 für die Remchinger hieß es am Montag, 2:1 und 0:0 im vergangenen Jahr. Allerdings war die FCN-Dominanz im vergangenen Jahr größer. Grunbach ist auf dem besten Weg, dem Lokalrivalen ein gleichwertiger Gegner zu werden. „Wir haben Nöttingen einen harten Kampf geliefert“, sagte Grunbachs Sportvorstand Torsten Heinemann nach dem Schlusspfiff stolz, sprach ebenso wie Nöttingens Vorsitzender Dirk Steidl vom Vergleich zweier „starker Mannschaften“. TSV-Coach Adis Herceg erinnerte noch einmal an das Saisonziel, (Platz acht bis elf). „Vielleicht wird es ja auch mehr“, sagt er jetzt angesichts des insgesamt guten Starts. Noch ist Grunbach Tabellenzweiter, Nöttingen hat jetzt zwei Punkte weniger. Bei einem Grunbacher Sieg wären es acht Punkte geworden.

Wie emotional ist das Derby im zweiten Jahr noch?

Bildergalerie: 1:0 im Derby: FC Nöttingen schlägt TSV Grunbach

Sehr! Immer wieder gab es Rudelbildungen, heiße Diskussionen. Neun Gelbe Karten und eine Gelb-Rote Karte sagen fast alles, obwohl es keine schlimmen oder brutalen Fouls gab. Die Gelb-Rote Karte für Grunbachs Matthias Fixel wegen Meckerns in der Nachspielzeit war sinnbildlich für die Partie. Ein Wortduell lieferten sich auch noch Torsten Heinemann und FCN-Kicker Timo Brenner nach dem Schlusspfiff. Doch am Ende gilt: Reden ist Silber, siegen ist Gold.

War Grunbachs verschossener Elfmeter der Knackpunkt?

Klare Antwort: Ja! Denn zu diesem Zeitpunkt (54. Minute) hatten die Grunbacher die Kontrolle auf dem Platz übernommen, drängten Nöttingen mehr und mehr in die eigene Hälfte. Die Partie hätte kippen können. Doch Marko Kovac scheiterte vom Punkt an Nöttingens Torhüter Robin Kraski. Kovac hatte zusammen mit dem Nöttinger Michael Schürg vergangene Saison noch für die SGV Freiberg gespielt. Schürg war vor der Ausführung des Freistoßes zu seinem Torhüter gegangen. Hatte er den entscheidenden Tipp? „Nein“, sagt Schürg, „ich wusste nicht, wo er hinschießt. Meine Aktion war eher psychologischer Natur.“ Geholfen hat es womöglich. Dass der Elfmeter nach dem Zweikampf zwischen Moritz Bischoff und Dirk Prediger eigentlich keiner war, gestand auch Grunbachs Coach Adis Herceg später ein. Bischoff hatte klar den Ball gespielt, dabei aber auch Prediger „abgeräumt“, was Daniel Leyhr wohl dazu bewegte, zu pfeifen. Ansonsten aber leitete der junge Unparteiische die hektische Partie gut.

War das Derby für Moritz Bischoff ein besonderes Spiel?

Mit Sicherheit, schließlich hat der Nöttinger Abwehrspieler vergangene Saison noch für Grunbach gespielt. Das wollte der Verteidiger allerdings nicht überbewerten. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes“, sagt er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Und dann hat mich ja noch die Niederlage im Mannschaftsvergleich der Pforzheimer Zeitung motiviert.“ Zur Erinnerung: Am Samstag hatte die PZ die beiden Teams Mann gegen Mann verglichen – und Bischoff hatte im Duell mit Grunbachs Marc Mägerle den Kürzeren gezogen. Einen kleinen Seitenhieb Richtung TSV konnte sich Bischoff dann aber doch nicht vergleichen. „In drei Derbys hat Grunbach gegen Nöttingen erst ein Tor geschossen“, sagt er. Und wer traf für Grunbach – und das auch noch per Elfmeter? Natürlich Moritz Bischoff.

Warum hat FCN-Coach Wittwer Abwehrspieler Holger Fuchs auf die linke Seite beordert?

„Ich habe auf dieser Seite bei Grunbach mit Tardelli gerechnet und wollte einen abwehrstarken, robusten Mann bringen“, so der FCN-Coach. Zudem sei er mit Simon Frank zuletzt nicht so zufrieden gewesen. Und: Zusammen mit Sascha Paseka und Moritz Bischoff sorgte Fuchs für mehr Kopfballstärke. „Schließlich ist Grunbach bei Standards sehr stark“, sagt Wittwer. Das Siegtor aber machte Nöttingen – per Kopf bei einer Standardsituation. Torschütze: Holger Fuchs.